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Interviewpartner: Abortio

Wie eine Bombe schlug „Nocebo“ auf den zur Zeit recht spannungsarmen Anbauboden des deutschen Black Metals ein und wird höchstwahrscheinlich als positive Überraschung dieses Jahres in die heimische Geschichte eingehen. Die Bestandsaufnahme zu diesem Großereignis von einem Album führte METALNEWS.DE mit Abortio, seines Zeichens Bassist und Sänger in KRATER, durch.



Grüß dich Abortio! Lass uns gleich ans Eingemachte gehen und die Frage klären, inwieweit du euer neues Album "Nocebo" als Bruch zu beziehungsweise Weiterführung der vergangenen Taten unter dem KRATER-Banner siehst. Als mag dies vor allem in qualitativer Hinsicht auffallen, schließlich habt ihr im Gegensatz zu eurem Debüt mächtig angezogen!

„Nocebo“ und allgemein die neueren Werke sind morbider und intensiver, was die Stimmung betrifft. Mich persönlich packen diese von hinten an der Kehle und zerren mich in die Dunkelheit. Musikalisch gesehen wurde das Tempo zu großen Teilen erhöht, obwohl wir uns auch nicht scheuten, atmosphärische Momente zu zelebrieren. In gewisser Weise weiß ich für mich, dass „Nocebo“ und die kommenden Veröffentlichungen eine Art Neuanfang sind.


Ein entscheidender Grund für diese enormen qualitativen Sprung dürfte im Austauschen der Saitenfraktion zu finden sein, wobei du heute sogar zwei Gitarristen in deinen Reihen stehen hast. Warum war der Wechsel unausweichlich, wie bist du an die Mannen [welche keine mir bekannte Vorgeschichte nach außen tragen] gestoßen und inwiefern war dir klar, dass sie einen entscheidenden Schnitt in der Geschichte dieser Truppe herbeiführen werden?

Es war nicht geplant, dass uns Absum [die Person mit welcher ich KRATER begonnen habe] verlassen würde. Es war sein persönlicher Entschluss nach immensen Veränderungen in seinem Leben, die keinen anderen Schluss mehr zuließen. Er wollte die Musik entweder mit vollem Einsatz oder gar nicht weiterführen. Dorn verließ uns aus organisatorischen Gründen. Er ist in mehrere Projekte involviert, stieß eigentlich auch nur als Bühnenverstärkung zu uns [obwohl er dann auch mit das erste Album eingespielt hatte] und andere persönliche Umstände machten klar, dass er Ende 2006 aussteigen würde. Lupus und Ibbur kannten wir bereits aus unserem Umfeld, weshalb die Suche keine endlose Angelegenheit war.

Absum war eine Person, welche seine Umwelt ganz eigen wahrnahm. Das hört man auch in der Musik von ihm. So ist es auch mit der nun seit bald fünf Jahren bestehenden Formation. Man kreiert das, was einem vor dem inneren Auge erscheint und handelt nicht nach eingefahrenen Mustern.

Das ist es doch, was man mit Musik ausdrückt: Man zeigt dem Hörer die eigenen inneren Welten. So hört es sich in uns an. Und da auch die eigenen inneren Welten einem ständigen Wandel unterliegen, ändert sich auch das, was man aus sich klingen lässt.


Du hast wahrscheinlich aufgrund des häufigen Superlativ-Gebrauches in den obigen Fragen gemerkt, dass ich kein allzu großer Fan eurer vorherigen Scheiben bin. Dies liegt weniger an eurer vergangenen konzeptionellen Ausrichtung, sondern schlichtweg daran, dass ihr es damals nie fertig gebracht hat, wirkliche Knüller- Ideen aufs Tablett zu bringen. Teilst du diese Meinung? Welches Resümee ziehst du unter die Ära mit Absum und Dorn?

Was in den Jahren 2004 bis 2006 passierte, hat für mich einen hohen persönlichen Wert. Und das, was sich in der Musik niederschlug, ist nur die Spitze des Eisberges. Mit Absum sammelte ich einige Grenzerfahrungen, die man wohl niemandem erklären kann, der sie nicht miterlebte. Die Musik indes ist für mich mit ein Träger dieser Erinnerungen, weshalb ich auch noch immer hinter jedem Stück stehe, das unter dem Banner von KRATER erschien.


Wie bist du persönlich mit diesem regen Personalwechsel umgegangen? Standen KRATER kurz vor der Auflösung oder hast du dich nie von deinem Willen, dich musikalisch auszudrücken, abbringen lassen? Konntest du diese "Auszeit" in kreativer beziehungsweise technischer Weise nutzen, sogar die stilistische Position deiner Band überdenken oder gaben sich all diese Faktoren während des Wiederaufbaus "auf natürlichem Wege" die Klinke?

Vor der Auflösung stand nichts. Immer wieder kamen Gedanken auf, unter einem neuen Namen zu beginnen, doch weshalb? Der eigentliche Wert, die Intention, welche hinter der Zerstörung und dem Schaffen liegt, hat sich nie verändert.

Es gab keinen Plan, bevor man mit neuen Liedern begann. Es gab nur die Prämisse, dass einem die einzelnen Lieder etwas bedeuten müssen. Sie müssen das Gefühl in einem nochmals verstärken beziehungsweise als Katalysator dieser fungieren. Das war und ist das einzige Qualitätskriterium.


Was bedeutet es für dich ganz allgemein betrachtet, an neuen Stücken zu schreiben, diese aufzunehmen und sie mit Outsidern teilen zu können? Welchem Stellenwert misst du das Spielen in einer Band bei? Wie sehr bist du am Geschehen innerhalb der "Black-Metal-Szene" interessiert, verfolgst du Neuigkeiten von dir geschätzten Truppen mit genau demselben Enthusiasmus, den du hattest, als du dieses Genre als bloßer Hörer ausgeforscht hast?

Ich probiere immer neue Dinge aus, wenn ich ein Instrument in der Hand habe. Aber die wenigsten Ideen werden fixiert oder veröffentlicht. So ist es doch eher selten, dass man lang an neuen Stücken schreibt oder diese immer wieder bearbeitet. Es kommt in einem Fluss oder nicht. Spätere Baukastenprinzipien sind nur kontraproduktiv, wenn es sich um ein dramaturgisch schlüssiges Stück handeln soll.

Wenn ich in keiner Formation mehr sein sollte, dann würde ich wie auch jetzt weiter Musik für mich machen. Auszüge würden auch veröffentlicht werden. Es ist teilweise interessant, wie unterschiedlich Lieder, Texte oder Momente in der Musik aufgenommen und vom Hörer in den eigenen Kontext gestellt werden. Ich hatte mich schon oftmals mit Personen unterhalten, welche fast genau dasselbe hinter einem Lied wie ich sahen. Das ist auf der einen Seite faszinierend und auf der anderen Seite befremdlich. Interessant ist es jedoch, auch ganz andere Interpretationen erklärt zu bekommen, um einen gänzlich anderen Blickwinkel auf die selbe Sache zu gewinnen.

Neue Alben und Entwicklungen verfolge ich noch immer mit Interesse. Doch sind die Momente, in denen man von einer neuen Veröffentlichung gefangen genommen wird, viel seltener geworden als noch 1995 bis … Dies hängt klar damit zusammen, dass man schon viel gehört hat und dass man teilweise Abneigungen gegen bestimmte Bands beziehungsweise deren Verhaltensweisen etc entwickelt hat.



Jetzt aber wirklich zu "Nocebo", einem der besten Black-Metal-Alben diesen Jahres. Wen konntest du für die Rundumgestaltung des Digipaks gewinnen? Wer hatte die Idee zu dem auffälligen Front-Cover und wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Künstler?

Die Rundumgestaltung habe, wie es bisher der Fall war, ich selbst übernommen. Die Malerin, die das Cover realisierte, hatte mir mehrere Entwürfe gezeigt und dann meinen Favoriten ausgearbeitet. Ich entdeckte in Ihrer Wohnung einige ansprechende Werke und fragte sie dann, ob sie etwas für mich verwirklichen könnte.


Ihr gehört zu der raren Sorte Bands, die mit jeder weiteren Veröffentlichung immer extremere Klänge anstimmen. Während die ersten beiden Demos noch herkömmlichen Black Metal der rohen Schule beinhalteten, zeigte euer Debüt – wenn auch nicht vollständig überzeugend - die Richtung eurer künftigen Arbeiten an. Was hat diese Entwicklung in eurer Musik verursacht? Gab es zwischen "Nocebo" sowie der - mir vom Inhalt her unbekannten - Split-EP mit den Finnen von LATHSPELL bestimmte musikalische Schlüsselerlebnisse oder sonstige Knackpunkte, die euch auf ein jeweils neues Niveau katapultiert haben?

Es ist richtig, dass jede Veröffentlichung von uns immer etwas anders klang. Es ist auch richtig, dass wir immer extremer wurden. Eine Entwicklung in die andere Richtung würde mir auch nicht zusagen. Es geht nicht darum, krampfhaft nur immer schneller zu spielen. Es geht um das Spannungsfeld, das man mit den Extremen ausloten kann, weshalb wir auch bei dem neuen Material wieder härtere Elemente einfließen lassen werden.
Dass das erste Album den Weg hin zu „Nocebo“ aufzeigte, will ich jedoch nicht bekräftigen. Die Split mit LATHSPELL bot zwei Lieder, die unserer Meinung nach nicht auf „Nocebo“ gepasst hätten und war eine Art Demo für uns in der aktuellen, damals neuen, Besetzung. Wir nahmen vier Lieder auf, von denen zwei auf der Split landeten. Das Lied „Nocebo“ war bei diesem Studioaufenthalt übrigens eines der Vier.

In den Jahren 2007 bis 2009 wurden unzählige Stücke geschrieben. Wenn wir also ein Projekt als vollkommene Prügelkombo starten wollen würden, so hätten wir Material für drei Alben. Auch hätten wir genug Material gehabt, um den Stil vom ersten Album fort zu führen, doch hing die Leidenschaft eben an jenen Liedern, die schlussendlich auf „Nocebo“ sind.

Diese lange Spanne ist dann auch der Grund, weshalb jedes Stück auf „Nocebo“ seinen ganz eigenen Charakter hat. Das nächste Album wird nicht so lang auf sich warten lassen. Zumindest, wenn nicht jemand von uns vorher das Zeitliche segnet. Das Album ist zum größten Teil schon geschrieben. Vielleicht kann man Ende 2012 mit der Veröffentlichung rechnen.


Welche Stücke, die auf der fertigen Platte zu vernehmen sind, haben die größten Änderungen erfahren, welche wiederum setzten sich wie von selbst zusammen? Verfügt "Nocebo" über eine Nummer, die nicht nur die Essenz von KRATER dieser Tage auf den Punkt bringt, sondern auch theoretisch verfilmt werden könnte, wenn genügend Zeit, Film-Budget vorhanden sowie die Muse präsent wäre?

Da wir so viel Zeit in das Album investiert haben, kann ich persönlich nicht nur ein Lied als die Essenz von Krater bezeichnen und da ich bei jedem Stück Bilder vor meinem inneren Auge habe, könnte man auch diese jeweils in einen Film umsetzen. Da die herkömmlichen Videos in diesem Genre oftmals peinlich sind und mich überproduzierte Videos im Black Metal auch nur kotzen lassen, mache ich mir über derlei Dinge derzeit gar keinen Kopf.


"Ebrietas - Crush The Equilibrium" und das Titelstück sind nicht nur fantastisch ausgefallen, sondern darüber hinaus mit englischsprachigen Texten bedacht worden. Warum bot es sich an, dem internationalen Publikum die Chance zu geben, einen Einblick in die Band-Philosophie zu erhaschen? Ließen sich diese Gedanken nur in dieser Sprache verfassen oder siehst du die Gründe anderswo?

Die ersten Ideen zu diesen Texten formulierte ich in Englisch in meinem Kopf. Es ergibt für mich dann auch keinen Sinn, diese Ideen dann krampfhaft auf Deutsch zu übersetzen. Jede Sprache verfügt sicherlich über Mittel, eine Sache treffender in dieser als in einer anderen Sprache auszudrücken.

Das Entscheidende bei mir ist aber der erste Funke. Ich formuliere für mich ständig Schlagwörter, Wortgruppen, Sätze im Kopf. Diese werden dort immer weiter ausformuliert oder einfach vergessen, wenn sie nicht so sehr von Belang waren. Irgendwann bringe ich diese ersten Funken dann zu Papier. So kann es aber auch sein, dass ich mir wie bei den Texten zu „Geist ist Fluch“ oder „-“ im Wahn einen Stift und Papier nahm und in einem Fluss innerhalb von Minuten alles aus mir schrieb. Und so wie die Worte aus mir kamen, niedergeschrieben sind, so sind sie nun auch auf dem Album verewigt. Daran wurde nichts geändert oder umformuliert.


Warum wurde "Nocebo" zum Titel für das Album erhoben? Reflektiert dieses Stück zum Beispiel die Essenz eures Vorgehens anno 2011 am besten oder ward ihr der Meinung, das Album werde großen Schaden - wo auch immer – anrichten [nocebo = lat. "ich werde schaden"]?

Der Titel für das Album stand bereits als dann der Text für das Lied „Nocebo“ geschrieben wurde. Es war keine direkte Entscheidung, unbedingt ein Titelstück zu wählen noch spiegelt das Lied das komplette Album für mich wider. Weshalb der Albumtitel „Nocebo“ gewählt wurde, liegt in persönlichen Ereignissen vergraben und diese gehen einfach niemanden etwas an.



Einer der größten Knackpunkte für den Kauf dieser genialen Liedertafel dürfte im stechend kalten, aggressiv rasenden Klanggewand liegen. Wie wichtig ist dir der Sound deiner Veröffentlichungen, wie viel Aufwand ist er dir beziehungsweise euch wert? Inwiefern hat sich deine Einstellung diesbezüglich geändert - vor allem in Hinblick auf deine früheren Arbeiten in KRATER?

Im Allgemeinen ist es für mich bei jeglicher Art von Musik wichtig, dass sie den passenden Klang hat. Wenn man den simpelsten Black Metal in eine klare fast polierte Produktion steckt, dann hat dieser wohl nichts an Ausstrahlung. Wenn technisch anspruchsvolle Musik einer mulmigen und kraftlosen Rauschwolke entspringt, dann kann die Musik auch nicht ihren Effekt entwickeln.

Mit den Aufnahmen zu „Nocebo“ sind wir wieder einen Schritt zurück zu unseren Ursprüngen gegangen. Wir nahmen Alles für uns im Proberaum und in Kellern auf. Auch nahmen wir die Gitarren und das Schlagzeug wieder mit Mikros ab, anstatt auf Line-In-Recording und Triggermodule zu vertrauen, wie es heute fast nur noch gemacht wird. Für den Mix gingen wir in ein Studio und für das Mastering wurde ebenso eine Person betraut, welche schon zig Black-Metal-Alben gemixt und gemastert hat und weiß, welche Energie in die Musik fließen muss. Der passende Klang ist mir also wichtig. Deshalb haben wir das erste Master auch verworfen und sind nochmals zum Mixen in das Studio, um dann das endgültige Master anfertigen zu lassen. Das ergab zwar das Doppelte an Produktionskosten, aber für mich haben sich diese Investitionen auf alle Fälle gelohnt.

Bei den früheren Veröffentlichungen war ich nie absolut zufrieden mit dem Klang. „Stolz schürt unsere Kraft“ und „Sturm in die Anderswelt“ sagten mir direkt nach den Aufnahmen noch am meisten zu und besitzen ihren eigenen Charme. Die anderen Veröffentlichungen konnten leider nie das Potenzial entfalten, da der Klang zu verwaschen und zu kraftlos war. „Nocebo“ ist in diesen Belangen schon sehr dicht an dem dran, was ich als Idealklang im Kopf habe. Persönlich hat man immer ein bis zwei Kritikpunkte im Hinterkopf, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Der Ansporn, diese bei der nächsten Aufnahme anders umzusetzen. Der Umstand, dass der Klang von „Nocebo“ so oft als perfekt für dieses Genre beschrieben wird, zeigt aber, dass wir es richtig gemacht haben.


Erst vor kurzem konntet ihr "Nocebo" auch im Rahmen von Live-Darbietungen zum Besten geben. Wie nahm das Publikum euren Einsatz auf der Bühne bislang an, worauf fuhr es "am meisten ab"? Nimmt es die zahlende Kundschaft von heute noch wahr, wenn sie mit Qualität nahezu bombardiert wird?

Die Atmosphäre der neuen Lieder packt mich und das Publikum sehr schnell. So berichtete mir ein Gitarrist von ASCENSION, dass ihn ein neues Lied sofort umgeblasen hat. Mit dem älteren Material kann er hingegen nichts anfangen. Andere Personen wollen dagegen am liebsten alte Demolieder oder Stücke vom ersten Album hören.
Da ich bei einem Konzert nicht viele Eindrücke vor der Bühne aufnehme, ist es nicht möglich, mich ausführlich dazu zu äußern. Jene, die ich sammeln konnte, bestätigten mir, dass die neuen Lieder sehr gut auf das Publikum übergreifen. Man sah viele dazu ausrasten.



Wie sind die Reaktionen in deinem unmittelbaren Umfeld ausgefallen, als du es mit "Nocebo" beschallt hast? Wie bewertest du im Allgemeinen die Meinungen der Print- als auch Online-Magazine und Anhänger deiner Band? Verfolgst du emsig den Pressespiegel oder interessiert dich nur peripher, wie dein Schaffen bei der Menge ankommt?

Die Reaktionen im unmittelbaren Umfeld fallen ebenso euphorisch aus wie jene, die von Fremden an mich heran getragen werden. Viele haben wohl schlichtweg nicht damit gerechnet, dass wir solch ein Album veröffentlichen würden.

Sicher ist man daran interessiert, was Personen zu dem Album sagen, doch ändert dies auch nicht den persönlichen Bezug. Auch wenn wir bisher fast nur sehr gute Kritiken bekommen haben – Äußerungen wie „Album des Jahres“, „Pflichtkauf“ etc. waren öfters der Fall – so würde ich auch genauso hinter dem Album stehen, wenn es jemand in den Dreck zieht. Allgemein sehe ich die Rolle der Medien auch kritisch an, da diese nicht wirklich meinungswiderspiegelnd, sondern meinungsmachend sind. Ich habe genug Alben auf meiner persönlichen Topliste, welche in Magazinen als Schund bezeichnet wurden. Wenn man sich dem gegenüber jene Veröffentlichungen anhört, welche dort als Meisterstücke angepriesen werden, dann frage ich mich, ob persönlicher Nutzen aus diesen Lobliedern gezogen wurde oder ob die Schreiberlinge schlichtweg befangen waren.


Nun mögen vielleicht einige halbstarke Internet-Weichkekse auf die Idee kommen, euch aufgrund von Demo-Titeln wie "Weiße Reinheit" in der rechten Ecke zu vermuten. Könntest du bitte an dieser Stelle eine klare Absage an das Arschloch aus Österreich sowie seiner Ideologie erteilen und des Weiteren die Noch-Unwissenden dahingehend belehren, für welche Werte sich KRATER stark machen?

Die Vergangenheit hat mich gelehrt, dass man zu diesem Thema nichts sagen muss. Die Worte werden überhört oder so gedreht, wie es die Internet-Helden brauchen. Allgemein langweilt mich diese Diskussion nur noch und ich kann den Begriff NS-Black Metal schon gar nicht mehr hören.

Rassismus ist für mich Zeitverschwendung, da es in jedem Land, in jeder Bevölkerungsgruppe immer auch wenige patente Personen gibt und dennoch verdienen auch diese, ebenso wie jeder Andere, zu sterben.

Wer einem Führer [in welcher gearteten Form auch immer] folgen will, soll ihm folgen. Wer sich versklaven lassen will, soll dies mit sich machen lassen. All jene werden im Unheil jämmerlich verrecken und ich habe je nach Tageslaune nicht mehr als Ignoranz, ein müdes Lächeln oder vielleicht ein wenig Schadenfreude für sie übrig.


Zum Abschluss sei uns noch ein Blick in deine derzeitige Playlist gewährt: Welche Platten bewegen dich derzeit?

Stand September 2011:

AZARATH – Praise the Beast
ORIGIN – Entity
ASCENSION – Consolamentum
CRAFT – Void
NACHTFALKE – Wotan's Return

Vielen Dank für deine Teilnahme an diesem Gespräch! Wenn du willst, kannst du unseren Lesern Hilfestellung zum Erstehen ihres eigenen Exemplars von "Nocebo" geben.

Über Eternity Records sowie über unsere Seite kann man alle noch erhältlichen Veröffentlichungen erstehen.


Micha

Autor: Michael Bambas [Micha] | 14.10.2011 | 15:18 Uhr

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