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Interviewpartner: Tomi Joutsen

Der neue AMORPHIS-Longplayer „Silent Waters“ steht in den Startlöchern und so laden Nuclear Blast und die Band zur großen Interviewrunde ein, an der sich natürlich auch Metalnews.de beteiligt. Aus dem fernen Finnland begrüßt uns am Telefon ein erfreulich gut gelaunter Tomi Joutsen, seines Zeichens Sänger der Band, und verrät uns einige Details zum neuen Album und zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von AMORPHIS…




Hi Tomi, schön, dass wir uns hören. Wie geht’s Dir?

Hi, mir geht’s prächtig, danke der Nachfrage. Hier ist alles toll und wir haben wirklich großartiges Wetter hier oben in Finnland. Die Sonne scheint, es ist richtig warm und… ja, einfach wunderschön.

Zunächst einmal vielen Dank für dieses Interview und dicke Gratulation zum neuen Album, wozu wir später noch kommen werden. Erzähl uns doch erst einmal, was momentan abgeht im Hause AMORPHIS.

Uns geht’s gut. Wir spielen nächste Woche hier in Finnland ein paar Shows und dann spielen wir ja auch bald in Wacken. Wir treffen uns momentan oft, um die neuen Songs zu proben und sind alle gerade ziemlich beschäftigt.

Also werdet Ihr neue Songs spielen, obwohl das Album erst nach dem Wacken-Gig veröffentlicht wird?

So genau weiß ich das ehrlich gesagt noch gar nicht, aber ich denke, wir werden wohl „Silent Waters“ von der Single spielen, aber wir sind halt noch nicht wirklich sicher.

Also wird es wohl bei nur einem Song bleiben?

[lacht] Lasst Euch einfach überraschen. Schauen wir mal, was passiert.

In der Vergangenheit war es traditionell immer Esa Holopainen [Lead Gitarre], der für Interviews Rede und Antwort stand. Hat Esa die Schnauze voll von der Presse oder machst Du es jetzt, weil Du einfach Bock darauf hast?

Eigentlich machen wir das im Moment – mich eingeschlossen – zu dritt. Niklas und Esa geben ebenfalls ihrerseits Interviews. Wir teilen das ein wenig auf, weil wir im Moment wirklich eine riesige Masse an Interviews geben. Wir freuen uns allerdings riesig darüber, weil es einfach toll ist, dass sich so viele Menschen für AMORPHIS interessieren. Eine gute Sache!
[lacht] Esa hat also ganz und gar nicht die Schnauze voll. Ich bin sogar sicher, dass er zeitgleich mit mir jetzt gerade ein Interview gibt.

OK, kommen wir zu den wichtigen Themen: „Silent Waters” steht nächsten Monat im Regal. Ich durfte das Album ja bereits hören, aber was sagst Du zu den Fans, wenn sie Dich fragen, was sie mit „Silent Waters“ erwartet?

Jeder, der „Eclipse“ mochte, wird auch „Silent Waters“ sehr mögen. Allerdings musst Du das Album schon mehrmals hören, weil es sehr, sehr vielseitig ist. Es ist weiß Gott keine Easy Listening Musik. Der Titeltrack „Silent Waters“, den es ja als Single gibt, ist vielleicht der eingängigste Song des Albums, aber den Rest des Albums muss man sich wirklich erst aufmerksam anhören. Ansonsten ist es ein klassisches AMORPHIS Album. Episch und melodiös und natürlich gibt es auch wieder eine Portion Traurigkeit. Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem Ergebnis, denn es ist ein klasse Album. Finde ich jedenfalls!

Du sagst es sei sehr vielseitig und da stimme ich Dir absolut zu. Wie war es denn für Dich während der Aufnahmen und Komposition des Albums? Immerhin warst Du ja nun – anders als noch bei „Eclipse“ - das erste Mal von Anfang an dabei. Konntest Du Deinen Teil beisteuern? Geht es immer noch traditionell um die finnische Kalevala?

Diesmal waren es sogar gleich fünf von uns, die alle ihren Teil beigetragen und komplette Songs komponiert haben. Selbst ich habe zwei der Songs beigesteuert und geschrieben, was mir sehr viel bedeutet hat, weil ich wirklich hoch motiviert war, in diese Band meine Kreativität einzubringen und einfach meinen Teil beizutragen. Es ist irgendwie schon witzig, wenn man sich das Album mal anhört. Trotz fünf verschiedener Songwriter klingt das gesamte Album dennoch absolut nach AMORPHIS.

Du bist also neben einem Sänger auch noch ein Songwriter?

Sagen wir so: Ich weiß, wie es funktioniert. Ich spiele ein wenig Gitarre. Natürlich bin ich kein STEVE VAI oder so, aber ich weiß halt einfach, wie man ein bisschen was spielt.
Die Lyrics wurden diesmal von einem guten Freund von mir namens Pekka Kainulainen verfasst. Er ist Lehrer an der hiesigen Kunsthochschule und ich kam irgendwann auf die Idee, ihn anzurufen und zu fragen, ob er nicht Bock hat, die Lyrics für das gesamte Album zu schreiben. Das tat er dann auch binnen drei Wochen und verfasste eine große Geschichte für uns, natürlich wieder basierend auf Kalevala.

Wenn man sich das Cover zum Album so anschaut, könnte man meinen, Ihr hättet in Sachen Design eine Zeitreise angetreten und die Düsternis der Vergangenheit mit den frischen Styles von heute verbunden. Würdest Du dem zustimmen und glaubst Du, dass dies auch musikalisch der Fall ist?

Oh, das ist eine interessante Aussage, die ich so bisher noch nicht gehört habe. Aber Du könntest Recht haben, denn da ist wirklich etwas dran. Wenn ich mir das Cover mal so anschaue, gibt es da wirklich Parallelen mit diesem sehr bedrohlich düsteren Hintergrund und dann auch diesem dunklen Fluss…

Vom Grundbild her dachte ich im ersten Moment „Hey, da fehlt nur der Hammer und schon sieht es aus wie „Tales From The Thousand Lakes“ in grau“.

[lacht] Ja, das stimmt! Aber diesmal haben wir statt des Hammers in der Mitte diesen Schwan, der wirklich sehr wichtig für das Layout des Covers ist, denn er ist ein wichtiger Bestandteil der Story auf „Silent Waters“. Ich finde das Cover wirklich schön, es gibt auf einen Blick ein tolles Bild über das Grundgefühl der Musik, die sich dahinter verbirgt.

Während der ersten beiden Songs auf “Silent Waters” gebt Ihr richtig Gas und vor allem den alten Fans genau das, was sie lieben, nämlich düstere Growls. Nach diesen beiden Tracks wird das Album immer sanfter und die Growls treten etwas in den Hintergrund. War das von Euch so beabsichtigt, dass Ihr mit einem großen Knall beginnt und dann ruhiger werdet?

Ja, wir haben wirklich lange am Verlauf des Albums gefeilt und sind zu dem Schluss gekommen, dass es einfach toll ist, wenn man ein Album auf diese Weise – also mit einem kräftigen Knall - beginnt. Ich glaube, wenn man es zum ersten Mal von Anfang an hört, wird man denken „Was?... Wie?... Wie gehen die denn ab?“ [lacht]. Es ist einfach geil mit einem so kraftvollen Anfang.

[Just in diesem Moment ist Kindergeschrei aus dem Hintergrund zu hören.]

Oh, Du hast Kinder?

Hehe ja, wir haben 2 Kinder und sind kurz davor, das Dritte zu bekommen.

Na dann, alles Gute und herzlichen Glückwunsch!

Hehe, danke, danke! Momentan ist das hier wirklich eine sehr interessante und aufregende Zeit.

Die Print-Presse hat ja bereits vor einiger Zeit einen Eindruck von „Silent Waters” bekommen. Wie sind die Kommentare der Kollegen bisher ausgefallen?

Ja, das ist richtig. Wir hatten vor ein paar Wochen eine Pre-Listening-Session im Nuclear Blast Büro und wir haben wirklich interessantes und viel versprechendes Feedback von den Leuten bekommen, die anwesend waren. Was klar rauszuhören war ist, dass die Meisten uns sagten, dass man das Album wirklich öfter hören müsse, um wirklich alles mitzubekommen. Sie konnten es aber nur einmal durchhören und so gab es auch Leute, die so was sagten wie „Wie jetzt? Was ist denn das alles?“ und daher nicht so recht wussten ob das Album nun geil oder absolute Scheiße ist [lacht]. Es war lustig. Die Mehrheit gab uns allerdings wie gesagt wirklich viel versprechendes Feedback und ihnen schienen vor allem die wieder häufiger eingesetzten Folk-Elemente zu gefallen.

Wie sieht’s mit neuem Videomaterial aus? Ist da schon etwas in Planung?

Ja, wir haben bereits ein Video gedreht, was auch demnächst fertig sein wird. Wann genau das sein wird, kann ich allerdings noch nicht sagen. Es ist ein Video zur Single „Silent Waters“ und ein eher traditionelles Musikvideo. Nicht wie ein Film oder so… Das Licht geht an, wir spielen unseren Song und gut [lacht]. Es ist sicher nicht unser aufwendigstes Video, aber um ehrlich zu sein… wir hatten einfach Bock drauf [lacht].

Lass uns doch mal ein wenig in der Zeit zurückgehen. AMORPHIS starten seinerzeit mit purem Death Metal [„The Privilege Of Evil“] und orientieren sich dann immer weiter an Melodien [„Tales From The Thousand Lakes“], um dann mit „Tuonela” oder „Far From The Sun” immer weiter vom Death Metal weg zu gehen und auch die Growls nicht mehr so oft zum Einsatz kommen zu lassen. Auf „Eclipse“ und vor allem nun auf „Silent Waters“ setzt Ihr wieder mehr auf Growls und es hat den Anschein, als würdet ihr sie mit viel Bedacht zur emotionalen Untermalung einsetzen. Was denkst Du darüber? Könntest Du Dir ein AMORPHIS Album komplett ohne Growls überhaupt vorstellen?

Ich als Sänger liebe die Growls und vor meiner Zeit bei AMORPHIS habe ich diese ja auch viele, viele Jahre zum Einsatz gebracht. Mir macht es einfach Spaß und ich nutze diese Art von Gesang wirklich gern. Es ebnet Dir einen Weg, Deine Gefühle besser zum Ausdruck zu bringen, wenn Du einfach mal kräftig grunzt. Ich mag es einfach, wenn wir das alles live spielen können. Keine Ahnung… ich liebe es.

Wie sieht es da denn in der Band aus? Gibt es bei Euch Mitglieder, die evtl. Dinge sagen wie „Tomi, sing das doch bitte normal, bitte hier keine Growls!“ oder liegt die Entscheidung bei Dir, wie Du es schlussendlich einsingst?

In erster Linie denke ich schon, dass es allein bei mir liegt, wie ich was singen möchte, aber wir reden natürlich sehr oft miteinander, wenn wir ins Studio gehen und arbeiten selbst dann noch weiter an den Songs. Ich muss auch dazu sagen, dass die Jungs mir gegenüber wirklich alle sehr offen waren, als ich zu AMORPHIS stieß. Am Anfang war es allerdings sehr witzig, ihre Skepsis zu sehen und ihnen ansehen zu können, dass sie sich fragten „Oh oh, ob das jetzt eine so gute Idee ist mit seinem Gesangstil?“. Aber dann hörten sie es, fanden es gut und es hieß nur noch „Geil! So machen wir’s.“

Könnte das vielleicht für die Zukunft bedeuten, dass AMORPHIS sich ein wenig zurück besinnen und evtl. wieder in die Gefilde einer Platte wie „Tales From The Thousand Lakes“ springen?

Nun, es ist wirklich unmöglich zu sagen, was uns die Zeit bringt. [lacht] Vor allem ist es unmöglich, zu wissen, wie ein neues Album klingen wird, weil nicht einmal wir das vorher so genau wissen. Das bedeutet natürlich auch immer für die Fans, dass sie nie wissen werden, was sie als nächstes erwartet, wenn AMORPHIS ein neues Album herausbringen.

Bleiben wir doch noch kurz bei den alten Zeiten. Heute hört man oft „Ich mochte AMORPHIS früher wirklich gern, aber die neuen Sachen? Nein danke, das muss nicht sein.“ Wie geht Ihr mit so etwas um?

Puuuh, einerseits ist das allein ihr Problem, andererseits kann ich diese Leute aber sehr gut verstehen. „Tales From The Thousand Lakes“ wurde zu einem wahren Klassiker des Melodic Death Metal. Ich meine… „Am Universum“ oder „Far From The Sun“ kann man damit nicht mehr im Geringsten vergleichen. Die Musik ist eben komplett verschieden. Wenn man jetzt nun mal ein reiner Death Metal Fan ist, kann ich das natürlich verstehen, wenn Menschen so etwas sagen, aber ich denke, dass der Großteil unserer Fans geschmacklich sehr offen und vielseitig ist und es sehr viele Menschen darunter gibt, die uns von Beginn an verfolgt haben, die uns immer noch mögen und gern hören. Jedenfalls sehe ich das so.

Nach über 15 Jahren Bandgeschichte und nach Deinen eigenen Erfahrungen: Was hat sich im Metal verändert, wenn Du von der Bühne aus ins Publikum schaust? Was ist anders als früher?

Ich kann da momentan nur für Finnland sprechen und hier ist es ganz einfach: Im Moment ist Metal in Finnland verdammt populär! Quasi ein Boom.

Ja, vor allem, wenn man sich mal die finnische Variante von “American Idol” anschaut, oder? [Anm.: Sieger wurde ein junger Mann, der in Finnland mit seinem Metal gefeiert wird wie ein Staatsheld.]

[lacht] Ja, aber das ist sehr gut für alle und vor allem für uns als eine Metalband. Ich habe keine Ahnung, wo dieser plötzliche Ruhm herkommt, aber ich will mich ja nicht beschweren. Wir können davon alle nur profitieren. Jedenfalls wird so was nie wieder so schnell passieren und passiert auch nirgends sonst.

In all den Jahren hat sich bei Euch eines nie geändert. Es gibt bei jedem Konzert den Moment, in dem Du das Publikum bei der Ankündigung eines ganz bestimmten Songs mit nur einem einzigen Wort voll bei der Stange hältst: Ich rede von dem Wort „Black“! „Black Winter Day“ ist Euer unumstrittener Klassiker und er wird immer wieder gespielt. Wird es das auch in Zukunft geben? Werdet Ihr Eure alten Songs weiterhin zum Besten geben?

[lacht] JA! „Black Winter Day“! Ich hoffe wirklich, dass wir diese Songs immer spielen werden. Schon bevor ich zu AMORPHIS kam, war ich ein Riesenfan der damaligen Platten. Als AMORPHIS blicken wir nun auf eine lange Geschichte zurück und deswegen ist es für uns als Band unumgänglich, dass wir uns stets unserer Vergangenheit bewusst sind und dass wir stets unsere Wurzeln vor Augen haben. Ich liebe es, diese alten Songs zu spielen und ich kann verdammt gut nachvollziehen, was diese Songs den Leuten im Publikum bedeuten. Natürlich möchten wir die Menschen unterhalten, aber wenn wir das wirklich gut hinbekommen wollen, dann müssen wir die alten Songs einfach spielen! Für die richtige Atmosphäre bei einem geilen AMORPHIS Konzert sind sie nun mal einfach ein Muss!

Wir können es natürlich alle kaum erwarten, Euch im Herbst auch in Deutschland live zu sehen. Hierfür habt Ihr Euch zwei tolle Melodic Death Metal Acts ins Boot geholt, die Euch supporten werden. Wie kam es zu der gemeinsamen Tour mit SWALLOW THE SUN und INSOMNIUM?

Wir wollten schon immer mal mit SWALLOW THE SUN zusammen spielen. Sie sind eine wirklich tolle Band und sehr gute Freunde. Wir lieben ihre Musik. Als dritte Band im Bunde haben wir INSOMIUM gefragt, was wirklich hervorragend zusammen passt. Die Fans von AMORPHIS werden die Konzerte lieben, das kann ich jetzt schon sagen, weil da drei wirklich coole Bands aus Finnland auf Euch zukommen.
INSOMNIUM habe ich übrigens erst vergangenen Samstag hier auf dem Tuska Festival gesehen und ich kann nur sagen, dass sie eine Riesenshow spielen.

Natürlich verdient ihr alle Millionen mit Euren Platten und Konzerten! Aber mal im Ernst: Was tun AMORPHIS, wenn sie nicht auf der Bühne oder im Studio stehen? Wie oft trifft man sich?

Bevor wir auf Tour gehen oder eine Platte aufnehmen, treffen wir uns natürlich sehr oft und studieren neues Material oder eben eine Setlist für Konzerte. Wenn aber nichts dergleichen ansteht, hängen wir halt mit unseren Freunden rum und verbringen viel Zeit mit unseren Familien. Ich selbst lebe nicht in Helsinki, also sehe ich die Jungs leider nicht so oft. Ich denke aber auch, dass es gut ist, wenn man nicht jeden Tag aufeinander hockt und Tag für Tag miteinander rumhängt und Musik macht.
Abseits der Musik gehen wir alle natürlich auch einem ganz normalen Job nach, weil wir eben keine Millionäre sind. Irgendwoher muss die Kohle ja kommen, nicht wahr? [lacht]

Wie sieht die Zukunft von AMORPHIS aus?

Im Moment sieht die Zukunft wirklich sehr viel versprechend aus und wir sind alle optimistisch. Einfach kollektiv ein gutes Gefühl. Ich persönlich hoffe, dass wir mit dieser Besetzung noch viele, viele AMORPHIS Alben machen werden, denn es passt einfach alles und wir pflegen eine hervorragende Freundschaft.

Was steht bei Dir persönlich momentan auf der musikalischen Speisekarte? Gibt es etwas Neues oder Altes, was Du evtl. empfehlen würdest?

Ich habe auf dem Tuska Festival ein interessantes T-Shirt gekauft [lacht]. Es handelt sich um eine Grindcoreband namens NOXA und die kommen aus Indonesien. Ich hab so was vorher wirklich noch nicht gehört. Ich bin gleich zu Hause auf ihre Homepage und hab mir deren Kram reingezogen und ich finde es sehr interessant.
Ich versuche generell immer, so viel Musik wie möglich zu hören und mich auch mit ihr zu befassen. Im Moment läuft bei mir oft AMY WINEHOUSE. Sie ist eine so tolle Sängerin und… öhm… ein sehr cooles Mädel obendrein [kichert].
Ansonsten warte ich momentan freudestrahlend auf die neue Platte von ENTOMBED, von der ich schon einen Song hören durfte. Das wird ein tolles Album, das weiß ich jetzt schon und ich freue mich schon riesig darauf.

Du hast einen wahren Interview-Marathon hinter Dir. Was war – außer „Wie geht’s Dir?“ - die am häufigsten gestellte Frage in diesen Tagen und was hast Du darauf geantwortet?

Am häufigsten? Hmmm… ich glaube es war “Erzähl doch mal etwas zum neuen Album.“

Nun ja, damit war ich also überraschenderweise nicht der Einzige.

Natürlich nicht [lacht], Aber das ist auch gut so. Wir wollen natürlich über das Album sprechen und den Leuten die Hintergründe erklären, ist doch klar.

Eine eher private Frage an Dich aus dem Lager der schwärmenden Frauen und neidischen Kerle: Wie lange hast Du für diese immense Masse an Dreadlocks gebraucht?

Oh, die Dreads habe ich nun seit ca. sieben Jahren, glaube ich. Irgendwann so um den Dreh habe ich damit angefangen, ja. Ich hatte natürlich schon vorher lange Haare. Das dürften inzwischen auch so um die zehn Jahre sein, schätze ich [lacht].

Gleich bist Du erlöst, denn hier kommt die letzte Frage: Was war die komischste Frage, der Du Dich in diesem Zeitraum stellen musstest?

Hmmmm, eigentlich ist es nicht wirklich eine Frage, aber ich fand es doch recht verwunderlich, dass die meisten Redakteure AMORPHIS dauernd als eine Goth-Band sehen. Verdammt noch mal, das verstehe ich einfach nicht! [lacht] Die kommen dann an und sagen Dinge wie „Also Du bist ja mit AMORPHIS inzwischen im Gothic Metal angekommen…“ und ich kann eigentlich nichts anderes dazu sagen als „… öhm… HÄ? Wovon sprichst Du da bitte???” [lacht]. OK, es gibt ein paar Klavierpassagen und so’n Kram, aber ich verstehe es dennoch nicht, warum wir auf einmal eine Goth-Band sein sollen?! Ich versuche es dennoch irgendwie zu beantworten.

Tja, selbst Schuld, denn jetzt hängen wir doch glatt noch eine Frage hinten dran: Wenn Ihr keine Goth-Band seid, was spielt ihr denn dann? Death Metal? Death Rock?

Ich habe keine Ahnung! [lacht] Es ist wirklich einfach unmöglich, das irgendwie einzuordnen. Ich würde es vielleicht als Emotional Metal oder so was bezeichnen. Ich weiß es wirklich nicht.

OK, dann war das nun wirklich die letzte Frage und ich danke Dir für Deine Zeit. Traditionell sind die letzten Worte die Deinen.

Ich danke Dir ebenfalls. Ich hoffe, dass wir uns irgendwo treffen. Vielleicht in Wacken oder so? Toll, dass Dir das Album gefällt und hoffen wir, dass es anderen Menschen ebenso gefallen wird, denn es ist einfach eine tolle CD. Weiterhin hoffe ich, dass wir auch in Zukunft in der Lage sein werden, unsere Fans immer wieder mit neuen Alben versorgen zu können.

Border

Autor: Patrick Franken [Border] | 29.07.2007 | 17:09 Uhr

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