 | | 06.07.10 |
So mancher Tag, an dem ich Monat für Monat für euch Jungs und Mädels meine Kolumne schrieb, war sehr hektisch – wie immer eigentlich im Leben [...mehr] |
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 | | Dawn Of Ashes | | Genocide Chapters | | Ambient, Black Metal, Death Metal | | 3 von 7 Punkten | | "Nichts Halbes und vor allem nichts Ganzes" |
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 | | Black Rainbows | | Carmina Diabolo | | Psychedelic, Stoner Rock | | 6 von 7 Punkten | "Funkenflieger" |
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 | | Saints Of Ruin | | Nightmare | | Gothic Rock | | 4 von 7 Punkten | | "Gute Ansätze, aber viel Stückwerk" |
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 | | Malevolent Creation | | Invidious Dominion | | Death Metal, Thrash Metal | | 6.5 von 7 Punkten | "So macht man das!" |
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 | | Oceansize | | Self Preserved While The Bodies Float Up | | Alternative, Progressive, Rock | | 6 von 7 Punkten | "Neuanfang?" |
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 | | The Red Shore | | The Avarice Of Man | | Brutal Death, Death Metal, Deathcore | | 4.5 von 7 Punkten | | "Brutal – und sonst?" |
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 | | Stonehelm | | Stonehelm | | Doom Metal, Stoner Rock | | 6.5 von 7 Punkten | "Die acht Gebote" |
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 | | Psycho Choke | | Unraveling Chaos | | Hardcore, Nu Metal, Thrash Metal | | 5.5 von 7 Punkten | | "Dicke Grooves aus Griechenland" |
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 | | Angantyr | | Svig | | Black Metal | | 6 von 7 Punkten | "H-E-R-R-L-I-C-H" |
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 | | Death Angel | | Relentless Retribution | | Thrash Metal | | 6 von 7 Punkten | "Thrash mit Hirn" |
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 | | The Lovecrave | | Soul Saliva | | Alternative, Gothic Metal, Gothic Rock | | 5.5 von 7 Punkten | | "Die Mischung aus Gothic und Alternativ" |
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| Interview mit Markus Eck von Metalmessage | Band: Metalmessage | Interviewpartner: Markus Eck | Egal ob Pagan/Folk/Viking/Black/Humpa Metal, er kennt sie alle. Markus Eck ist schon seit Jahren in diesem Metal-Sektor aktiv und veröffentlicht Sampler, um euch dies verschiedenen Genres und Bands nahezubringen. Jetzt hat er seine fünfte Compilation veröffentlicht und da wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, ihn ein bisschen auszufragen. Herausgekommen ist ein sehr interessantes Interview, in welchem nicht nur über Metal, sondern auch über die Probleme der Welt und der Szene gesprochen wurde.
Hallo Markus! Grüße nach Deutschland. Wie ist denn das Wetter so?
Hallo Jonathan, schön von dir zu lesen! Besten Gruß nach Österreich zurück! Die Wetterverhältnisse sind hier leider noch immer anhaltend grau in grau, mit dunklen Wolken verhangen, regnerisch nasskalt und scheinbar andauernd eiswindig – wie schon seit fast einem halben Jahr. Die massenmedial so viel zitierte und immer mirakulöser heraufbeschworene Klimakatastrophe beziehungsweise Erderwärmung hat sich wohl allem Anschein nach Urlaub genommen. Daher lesen beziehungsweise sehen und hören die Menschen seit einiger Zeit auch relativ wenig davon in den Medien. Anstelle dessen ist ja jetzt die ach so furchtbar schlimme und wahrlich wirklich total überraschend dahergekommene globale „Finanzkrise“ gerückt, sowie all die damit verbundenen apokalyptischen Menetekel-artigen Prognosen und Untergangsprophezeiungen unzähliger so genannter Experten. Na, ich denke, allerspätestens mit dem Einsetzen der ersten mildwarmen Frühlingstage wird das Schreckens- und Angstmachthema „Global Warming“ ja erwartungsgemäß wieder im wahrsten Sinne aufgewärmt. Noch was dazu: Ich hatte mir vor einiger Zeit im Kino mal den Film „Eine unbequeme Wahrheit“ von Al Gore angeschaut. Ein vom Grundthema her zwar uneingeschränkt löblicher, aber leider recht billig zusammen geschusterter Pseudostreifen mit einem Al Gore als Chefankläger der Weltverschmutzer in absoluter Hochform. Und er, der ehemalige Vizepräsident der USA, verdient nicht gerade schlecht mit der Hysterie um die Erderwärmung und die damit drohenden Gefahren für uns alle. Großkapitalist Gore betreibt nicht nur verdammt gut laufende Investmentfirma, mit welcher er und seine Mitarbeiter jüngst das angestrebte „Fünf Billionen [!] Dollar-Ziel“ erreichten. Das ist mehr Geld als sich die meisten Menschen überhaupt nur vorstellen können. Trotzdem ist Mr. Gore noch mit seinem Climate Solutions Fund, von welchem er Vorstand und größter Anteilseigner zugleich ist, rege zugange. Vor nicht allzu langer Zeit betrug dessen Wert 638 Millionen Dollar. Das mag alles ja so furchtbar schlimm nicht sein, mögen sich einige Naivlinge nun denken, doch wer wie ich den erwähnten Film aufmerksam angesehen hat, dem muss aufgefallen sein, dass bei allem [An]Klagen, Erwähnen, Ermahnen, Anprangern, Auflisten, Vorher- & Nachher-Vergleichen etc. etc. glatt einer der größten Schadstoffemissionsverursacher auf dieser Welt überhaupt glatt darin vergessen wurde: Nämlich der internationale Flugverkehr!
Danke erstmals, dass du dir Zeit für ein Interview nimmst. Vielleicht kannst du dich unseren Lesern kurz vorstellen, damit sie wissen, mit wem sie es hier zu tun haben.
Ich heiße… Quatsch, das gehe ich doch gleich ganz anders an: Als ich mit zwölf Jahren das erste Mal mit Metal in Berührung kam, war es gleich um mich geschehen. Ich hörte bei einem Kumpel die „Killers“-LP von Iron Maiden, welche ich mir sofort auf Tape zog. Das habe ich heute noch, und es läuft noch immer prächtig. Stark geprägt von einer wohl „klassischen“ Hardrock- und Metal-Laufbahn, begann ich aber sowieso so früh als möglich, den frühen Helden diverser Stilistiken begeistert zu lauschen. Dabei blieb es natürlich nicht. So kamen über die Jahre Tausende von Bands und eine stetig gesteigerte Begeisterung für harte und manchmal weniger harte Musik in mein Leben, welches gerade durch Metal – und Musik an sich – ein sehr bewusstes geworden ist. Erfreut beobachtete ich an mir die ständige eigene musikalische Weiterentwicklung, was Stilistiken und Inhalte meiner Lieblingsmusik anbelangte. Heute höre ich mir eigentlich alles an, was mich positiv berührt und habe schon längst aufgehört, Bands mein Interesse nicht in gebührender Weise zukommen zu lassen, nur weil sie in einem Genre agieren, welches mich nicht so sehr auf den Plan ruft. Simultan zu dieser Passion registrierte ich – mit ständig wachsendem Unmut – die stellenweise erschreckende Unkenntnis bei einigen Teilen der Metal-Presse sowie einen mitunter schier beängstigend anmutenden Dilettantismus, mit welchem manche Artikel oder auch gerade Kritiken über „meine“ Bands verfasst wurden und werden. Auch reicht der Wahrheitsgehalt der Berichterstattungen oftmals nicht annähernd an die Realität heran und auch der lyrische Anspruch erfüllt nur sehr selten mein ästhetisches Empfinden. Irgendwann fing ich daher an, mir meinen Enthusiasmus von der Seele zu schreiben; zuerst nur für mich und für Freunde, dann in zunehmendem Maße professioneller. Ich bemühe mich, es immer etwas anders zu machen als der Großteil der Zunft; also primär etwas mehr Begeisterung und Emotionalität in meine Artikel zu transformieren, da der Leser an sich meiner Meinung nach so zu mehr Interesse zu bewegen ist. Ich habe als Schwermetaller jedenfalls schon manche Überraschung erlebt, die mir bewies, dass die wertvollsten Perlen oft aus sehr großen Tiefen gefischt werden müssen.
Du hast jetzt deinen fünften Sampler, der einfach auf den Namen „V“ hört und sich hauptsächlich mit heidnischer Musik beschäftigt, veröffentlicht. Was ist deine Hauptmotivation immer wieder solche Sampler auf die Menschheit loszulassen?
Neben der Musik haben mich die oftmals prächtig und detailliert gemalten Frontcover beziehungsweise grafischen Gestaltungen der Veröffentlichungen aus dem Metal-Bereich schon seit jeher vollauf fasziniert. Nicht selten kaufte ich Platten nur wegen dem Cover, obwohl die Musik darauf mir selbst gar nicht so gut gefiel. Irre. Aber so sind sie eben, die Großsammler - mit Hingabe am Werk. Im Zuge dessen störte es mich auch schon immer sehr, dass so mancher wirklich geniale Coverzeichner im Gegensatz zur jeweiligen Band fast nichts von all dem Ruhm abbekam, welcher so manchen Metal-Releases heftig zuteil wurde. Eines Tages hatte ich die konstruktive und ergiebige Idee, selbst Sampler zu kreieren, welche sowohl Bands als auch den beteiligten Covermalern eine probate Supportmöglichkeit bieten sollten. So ist an jeder Metalmessage-Kompilation auch ein Pinselkünstler beteiligt, welcher das Frontcover nach meinen zugrunde liegenden Ideen dazu gestaltet. Ich versende ja immer haufenweise Review-Exemplare an viele einschlägige Metal-Medien, wobei ich nicht müde werde, die Rezensenten vorab immer wieder drauf hinzuweisen, bitte auch etwas übers Frontcover etc. zu schreiben.
Denkst du, dass es wichtig ist, dass man in der heutigen Zeit einen Gegenpol zum Internet wieder aufleben lässt? Ich meine damit, dass aufgrund von MySpace, Hörproben etc. Compilation-CDs vielleicht etwas an Attraktivität einbüßen mussten, aber sie eigentlich essentiell für den Underground sein sollten. Wie denkst du darüber?
Also, da mache ich mir wirklich keinerlei Illusionen: Meine Sampler sind primär reine Liebhaberstücke. „Gebraucht“ werden sie im eigentlichen Sinne nicht. Andererseits, ich mache dabei, was ich eben meine machen zu müssen. Es müssen ja nicht alle Metal-Fans nur noch den ganzen Tag über ihre lieb- und identitätslosen überfüllten MP3-Dateiordner hin und her hasten, und sich mit Mausklicks ihre Player abfüttern. Ich hingegen liebe die gute alte Schule des Genres, also, beim Hören von persönlich aus ehrlichen Motiven favorisierter Musik immer auch einen realen Tonträger in den Händen halten zu wollen. Wenn ich manchmal in ein Gespräch über Spartenmusik verwickelt werde, höre ich leider immer öfter das hilflose Statement: „Der Song war ja so geil! Aber keine Ahnung, wie die Band oder der Song hieß oder was das Frontcover des Albums war, ich hab’ den Track halt als MP3 halt bei mir auf dem Rechner in irgendeinem meiner vielen Ordner. Hab’ da ja sowieso schon keinen Überblick mehr drüber.“ (…) Also, Leidenschaft, Tiefgang und Hingabe definiere ich persönlich im Metal jedenfalls anders.

Sprechen wir etwas genauer über deinen neuesten Sampler. Die Bandauswahl ist, wie eigentlich auf allen deinen Veröffentlichungen bis jetzt, ziemlich Underground[lastig] ausgefallen. Wie entscheidest du denn, welche Bands es auf deinen Sampler schaffen beziehungsweise wie läuft der Prozess der Auswahl ab?
Zuallererst mal muss mich das musikalische sowie optische und ideelle Gesamtbild einer Band 100%ig ansprechen. Nach den ersten Anläufen in der gegenseitigen Kommunikation muss mir die Band dann auch unbedingt positive Eigenschaften wie beispielsweise Seriosität, Korrektheit, Aufrichtigkeit, Souveränität und Zuverlässigkeit zu vermitteln wissen. Ja, und hochgradig leidenschaftlich sollten sie hinter ihrer Kunst stehen. Manche Gruppen schreiben beziehungsweise antworten ja nur alle paar Wochen mal, mit solcherlei halbherzigen Metierakteuren will beziehungsweise kann ich nicht kooperieren. Über die Jahre meiner bisherigen Kompilationsveröffentlichungen habe ich selbst natürlich auch nicht wenig auf diesem Sektor dazugelernt. Doch war ich von Anfang an glücklicherweise höchst vorsichtig, wen ich mir da ins Sampler-Boot holte, was mir viel Ärger und Enttäuschungen erspart hat.
Du hast dir dieses Mal mit dem Herrn Ed Repka, der das Cover gestaltet hat, so etwas wie eine kleine Berühmtheit ins Boot geholt. Wie kam denn die Zusammenarbeit mit ihm zustande? Bist du zufrieden mit dem Ergebnis seiner Zeichnung?
Kleine Berühmtheit ist gut; den Mann beziehungsweise einige seiner Bilder kennt beinahe jeder, der sich auch nur ansatzweise mit dem Thema auseinandersetzt. Wer kennt nicht „Peace Sells…“ oder „Rust In Peace“ von MEGADETH beispielsweise oder „Spiritual Healing“ von DEATH? Ich bin absoluter Fan seiner Werke. Dem guten Ed habe ich über die Jahre immer wieder meine riesige Begeisterung über seine wirklich wunderbaren Arbeiten geschrieben, von daher kennen wir uns schon länger. Sein bewundernswert zeitloser Stil ist absolut unnachahmlich, so wie er weiß wahrlich keiner mit den Präsenzgewichtungen von leuchtenden Kolorierungen umzugehen. Mit dem Frontcover von „V“ bin ich mehr als zufrieden, er hat besonders die beiden Höhlentrolle genau nach meinen Vorstellungen umgesetzt. Ich will für meine Sampler stets Frontcover haben, die ich mir auch in 20, 30 Jahren noch verdammt gerne ansehen werde. Diesmal wollte ich gar ein wenig weg von all den mittlerweile so fest in der Coverszene eingefahrenen Gestaltungsklischees, die ganzen Wikinger beziehungsweise die Szenarien darum herum sehen ja schon seit einiger Zeit immer ähnlicher aus. Mordsdüster muss es da überwiegend unbedingt sein, und farblich möglichst desolat. Das ist aber nicht so sehr mein Ding. Ich dachte mir, „warum nicht mal ein typisches Heavy Metal-Frontcover?“ Ich wollte diesmal weg von den mittlerweile üblichen grafischen Stereotypen beziehungsweise der ärgerlich uniformen Pagan- und Viking Metal-Vereinsmeierei.
Wenn ich mich nicht täusche dann ist das dein erster Sampler, welcher im A5-Format veröffentlicht wurde. Hat das einen bestimmten Grund?
Zum einen ist die Nummer Fünf eine Art kleines Jubiläum, zu dem ich etwas ganz Besonderes machen wollte, zum anderen malt Ed Repka seine Bilder immer im hochkantigen Vertikalformat. Außerdem wollte ich schon länger mal ein richtig dickes und prächtig bebildertes Begleitbüchlein dabei haben – flugs war die Idee zu diesem Format geboren. Es hat sich gelohnt, denn so konnte ich meine allerbesten Naturfotografien bestens darin zwischen den Bandinfoseiten platzieren.
Ganz besonders interessant sind auch die vielen Naturaufnahmen, welche du in dein Booklet aufgenommen hast. Sehe ich das richtig, dass sie zyklisch angeordnet sind – von Frühling nach Winter? Wenn ja, hatte das auf die Positionen der Bands bzw. Songs einen Einfluss? VINTERNATT bilden ja zum Beispiel den Abschluss der Scheibe.
Genau richtig, die Naturbilder sind zyklisch, also den Jahreszeiten entsprechend chronologisiert angeordnet. Ich habe die Bilder abschließend ausgewählt, als die Tracklist für „V“ bereits fest stand. Ich selbst liebe die Wetterextreme der jeweiligen Jahreszeiten, also frostklirrende und schneereiche Winter sowie den alles erweckenden Frühling als auch mörderisch heiße Sommer und einen farbenprächtigen und laubduftreichen Herbst. Leider kann ich meiner Liebe zu diesen geschilderten Zuständen nicht immer ausreichend frönen, denn extrem heiße und lange Sommer als auch extrem schneereiche Winter werden ja immer seltener. In der Natur läuft das Ganze eben auch zyklisch ab, das wechselt seit Anbeginn der Erde ja immer wieder. Eiszeiten, Warmzeiten – für fundierte Geologen beispielsweise ist das ein rein natürlich ablaufender klimatischer Prozess. Ob der Mensch selbst wirklich Einfluss darauf hat, ist noch immer nicht komplett bewiesen.
Vielleicht können wir gleich etwas beim Thema Natur bleiben. Was bedeutet für dich Natur? Würdest du sagen, dass sie ein essentieller Teil deines Lebens ist?
Auf jeden Fall. Ich bin sooft es geht, draußen in abgelegenen und stillen Regionen, wo ich Ruhe finde und mentale Kraft tanken kann. Wenn ich in schöner natürlicher Umgebung bin, beispielsweise in den Bergen, fehlt mir nichts. Ich vermisse darin dann rein gar nichts. Immer und immer wieder überwältigt mich die gigantische Schönheit und Reinheit unberührter Natur so sehr, dass ich meine Kamera hervorholen und die Eindrücke festhalten muss. Ich war schon als Kind ein ausgesprochener Naturverehrer, daher wurde ich mit Aufkommen der Subkategorie auch schlagartig Pagan Metal-Anhänger.

Ich nehme an, wir sind uns einig, dass die heutige Zeit die Natur nicht sehr vorteilhaft [milde ausgedrückt] behandelt. Glaubst du, dass die Rückkehr zu mehr Natürlichkeit auf lange Sicht wieder zu einem besseren Leben für alle Menschen führen würde?
Da liegt die Antwort schon in der Frage. Der Mensch kommt ja, nicht nur paläontologisch betrachtet, direkt aus der Gebärmutter von Mutter Natur – doch ist ihm mittlerweile der größte Teil der Natürlichkeit bedauerlicherweise abhanden gekommen. Was sich beispielsweise in einer Unzahl der verschiedensten Allergien bemerkbar macht. Alles wird ja beispielsweise den ganzen lieben langen Tag nur noch desinfiziert, jeder noch so kleine menschliche Duft wird weggesprüht mit synthetischen Duftstoffen, manche duschen gar dreimal am Tag mit Überdosen von Duschgels, in aller Hast reingestopft wird zum Großteil wertloser und zuckerreicher Fabrikfraß, etc. etc. Ich könnte dazu seitenlang weiter aufzählen. Ich will hier aber auch nicht immer nur reale Negativismen vom Stapel lassen. Aber solange die profitgierige Pharmaindustrie prächtig an den neuen „Zivilisationskrankheiten“ mitverdient, werden die Lebensumstände für die Menschen global immer noch naturferner und artfremder werden. Ist ja auch so viel bequemer. Nur darum funktioniert der große Plan der ganzen Lobbyisten mit der Spezis Homo Sapiens ja überhaupt erst. Irgendwann werden wir allesamt aus Tuben unsere genetisch ausoptimierten „Lebensmittel“ nuckeln und das auch noch lecker finden. Eine grausige Vision. Aber wenn das mit den immer mächtiger werdenden Monopolisten auf diesem Sektor so weitergeht, werden sie über kurz oder länger alles an Firmen schlucken, was kleiner ist als sie. Ein sehr interessanter und aufschlussreicher, aber auch immens bestürzender Dokumentarfilm zu diesem leidigen Kontext ist „We Feed The World“ von Erwin Wagenhofer. Nachdem man den gesehen hat, überlegt man sich zweimal, welche Nahrung man wo genau einkauft. Der antike griechische Philosoph Platon aus Athen sagte: „Nur die Toten haben das Ende des Kriegs gesehen.“ Stimmt genau, und diese zeitlose Weisheit lässt sich auch auf den vorherigen Themenkontext anwenden, denn die weltweiten findigen Food-Designer der mächtigen Lebensmittelkonzerne werden wohl niemals damit aufhören, an den Ernährungsgrundlagen der Menschheit manipulierend herum zu basteln.
Generell spielt die Natur im heidnischen Metal eine durchaus tragende Rolle. Würdest du, von deiner Erfahrung her, sagen, dass es sich dabei oftmals um echte Liebe zu Natur handelt, welche die Bands besingen, oder, dass die Bands nur dieses bestimmte Image pflegen wollen?
Zum überwiegenden Teil geht es den Bands im heidnischen Schwermetall lediglich um ein ganz bestimmtes Image. Rühmliche Ausnahmen bestätigen diese Regel. Ich werde hier natürlich keine Namen nennen, ganz gleich von welcher der beiden Seiten. Ich in meiner Leidenschaft schrieb jedenfalls schon so manche Gruppe zu dieser Thematik voller Enthusiasmus an, doch die Reaktionen waren schon allzu oft sehr ernüchternd. Die meisten sitzen eben lieber vor ihren Spielkonsolen oder saufend in der Kneipe herum, anstatt Bäume zu umarmen, so könnte man es schelmisch ausdrücken. Doch muss ich sagen, dass diejenigen positiv heraus stechenden Bands der Natur in sehr aufrichtiger und leidenschaftlicher Weise zu huldigen wissen. Darüber bin ich sehr froh.
Auch in anderen Genres nimmt die Liebe zur Natur beziehungsweise zu Tieren zu. So erklärte zum Beispiel Mille von KREATOR, dass er Vegetarier ist und viele Metalcore Bands unterstützen „PETA 2“. Wie denkst du über diese Entwicklung?
Ich kann sie nur ganz herzlich begrüßen, denn, wie bereits zuvor von mir erwähnt, sind Großtierzuchtbetriebe beziehungsweise sämtliche Tierindustrien jedweder Art – ein echt abstoßender Terminus! – überhaupt ein absolutes Horrorgrauen für mich. Ich kann die Bilder von all den gequälten Kreaturen nicht sehen, ohne tagelang, ja manchmal wochenlang seelisch massiv davon gepeinigt zu werden. Wenn ich in der unsäglichen Bordstein- und Boulevardpresse mit ansehen muss, wie jetzt beispielsweise wieder diverse „schicke“ Hollywood-Filmstardamen das Tragen von echten Pelzen für sich entdeckt haben, kann ich den Mageninhalt nur schwer in mir behalten.
Kommen wir zu einer eher unangenehmen Frage. Wie siehst du die momentane Problematik der [rechten] Politik im Pagan Metal. Musstest du darauf aufpassen, als du die Songs für den Sampler ausgesucht hast oder sind diese Bands doch noch stark in der Minderheit?
As „momentan“ ist diese Problematik beileibe nicht zu bezeichnen, denn gewisse extreme Kreise mit einem ganz gewissen Aufmerksamkeitsdefizit drängen schon seit längerer Zeit in den heidnisch orientierten Metal. Das Problem an sich liegt in der Verwendung von altheidnischen beziehungsweise altnordischen Symboliken und der Runenschrift beziehungsweise deren -Zeichen, wie man als Informierter weiß. Diese wurden im bislang dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte für machthungrige Zwecke auf perfide Weise missbraucht. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis Rechtsrockgruppen und deren nebulöse Hintermänner im Pagan Metal ein neues Betätigungsfeld beziehungsweise Rekrutierungspotenzial erkannten und erwartungsgemäß entsprechend für ihre gefährlichen Ziele und Ansichten nutzen wollten. Dies führte bekanntlich dazu, dass einige Provokateure in den Reihen der Metal-Szene auch schnell von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch machten, trotz mangelndem Talent sehr viel Popularität zu erlangen. Eine Art traurige kausale Logik. Früher war es „Satan“, mit dem man sich breiten- und gewinnträchtig im extremen Metal inszenieren konnte, doch „Satan“ in Bild, Bedeutung und letztlich Wort prangt heutzutage mittlerweile ja schon auf Kaffeetassen, Regenschirmen, Plastikbadelatschen, Unterhosen, Baseballmützen, Autoaufklebern etc. etc. etc. Damit kann also niemand mehr erschreckt werden, geschweige denn für irgendein Aufsehen bei den Scharen der Metal-Fans gesorgt werden. Heute sind es daher eben verbotene beziehungsweise geächtete Symboliken, Zeichen und Liedertexte aus dem rechten Lager. Ich selbst bin absoluter Vernunftmensch und halte daher gar nichts von extremem Gedankengut jedweder Art, denn das macht den Menschen immer zu einem Hassklumpen, der anders Denkende nicht akzeptiert beziehungsweise respektiert. So entstehen Kriege.
Nach diesen vielen schwierigen Fragen kommen wir jetzt zu ein paar leichteren. Gibt es für dich so etwas wie einen Lieblingssong auf deinem eigenen Sampler?
Nein, ich liebe sie wirklich alle gleich, sonst hätte ich sie nicht individuell für „V“ ausgewählt. Ich bin da sehr pingelig, und wenn ein Lied mich nicht vollkommen begeistert, nehme ich es nicht mit auf eine Kompilation.
Stimmt es, dass noch ein paar Exemplare deines Samplers Nummer IV übrig sind und diese auf neue Besitzer warten?
In der Tat, ich habe gegenwärtig noch circa zehn Stück davon hier.
Gibt es irgendeine Band, die du unseren Lesern speziell ans Herz legen kannst?
Da gibt es so viele, die mich immer wieder glücklich machen und mein Dasein ungemein bereichern. Aber als zeitlos schöne musikalische Perlen erachte ich die jeweiligen Edelwerke von hochklassigen Repräsentanten wie beispielsweise RIVENDELL, THURISAZ, VRANI VOLOSA, UARAL, NEST, THROES OF DAWN, ZEPHYRUS, SEAR BLISS, BISHOP OF HEXEN, PRIMORDIAL, OATHEAN, SAD LEGEND, RINGNEVOND, WINDIR, ALKONOST, MOLOT VEDIM, DEKADENT, IRMINSUL, MOLOTVEDIM, ISTAPP UND AGALLOCH. Auf meiner Magazinseite habe ich extra für solche Hochkaräter eine Rubrikseite eingerichtet, die sich „Honour“ nennt. Dort sind meine persönlichen Favoriten nach Ländern aufgelistet. Ein Almanach zum Nachschlagen sozusagen.
Auf zur letzten Frage. Was sind deine Wünsche für das Jahr 2009?
Ich habe nur einen: Frieden und Gesundheit für die ganze Welt. Da steckt alles Gute drin.
Das war’s auch schon Markus. Danke dir noch einmal sehr herzlich für deine Mühen. Alles Gute für deinen Sampler und deine Seite. Hast du noch irgendwelche Worte an unsere Leser?
Viel Dank geht im Gegenzug von Herzen von mir an dich für die Möglichkeit, mich hier ein klein wenig äußern zu können beziehungsweise für die willkommene Möglichkeit, meine Ansichten und Empfindungen darlegen zu können. Ich wünsche allen Lesern, die bis hierher durchgehalten beziehungsweise ihre Aufmerksamkeit bis zum Schluss dieses Interviews aufrecht hielten, alles Gute sowie viel Glück und Erfolg in ihren Leben. Denn aufgrund des Umstandes ihres Interesses für meine Worte sind sie wohl zweifelsohne angehende oder bereits weiter gekommene Freidenker und Individualisten.
Squiggofant | |
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