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Band: Metalnews nach 'ShutterBlast' durchsuchen ShutterBlast
Interviewpartner: Audrey Dujardin

Das Musik-Business hält nicht nur mit seinen gefühlten drei Milliarden Bands einige interessante Gesprächspartner bereit – auch hinter den Kulissen gibt es immer wieder Personen, die viel zu sagen haben. Eine solche Person ist Audrey Dujardin, die wie Karla Kolumna von München aus Europa unsicher macht und die angesagtesten Bands für die großen Magazine ablichtet. Im ausführlichen Interview mit Metalnews packt die Mulit-Kulti-Begeisterte selbstsicher einige Fakten über ihren Job als Fotografin auf den Tisch, gibt lohnenswerte Tipps und gewährt einen Einblick in einen Bereich unserer Szene, den man sonst nur oberflächlich aus der ersten Reihe beobachten kann, wenn vor einem im Fotograben das Blitzlichtgewitter losgeht...



Hey Audrey, während Du meine Fragen beantwortest, weilst Du in Finnland – Urlaub oder schon wieder Arbeit?

Ein bisschen von beidem. Ich hab mir von meiner regulären Arbeit freigenommen und bin jetzt in Finnland, wo ich mit einigen Bands an Promo- und Endorsement-Bildern arbeite und ein paar Artikel schreibe. Bei mir bedeutet „Urlaub“ meist „rüberfliegen und auf Tour gehen oder einen Foto-Auftrag erledigen“.


Du bist eine französisch-amerikanische Frau, die nicht nur Bilder von Rock- und Metal-Bands schießt, sondern auch noch einen regulären Job in München hat, wo Du auch lebst. Was ist Deine Geschichte?

Ja, ich bin in Frankreich geboren und in verschiedenen französischen Städten aufgewachsen und reise jedes Jahr in die Staaten. Ich bin auf eine Handelsschule in Minneapolis gegangen, obwohl ich eher aus der Gegend um Princeton komme. Mit 15 Jahren habe ich angefangen, für eine Metal Radio Show in Frankreich zu arbeiten, wo ich Interviews führte und Übersetzungen gemacht habe. Als ich dann 2003 in die USA zog, um meinen BA zu machen, hat mich ein Freund in das Print-Millieu eingeführt, wo ich dann anfing, für verschiedene Webzines Shows und Platten zu rezensieren, bevor ich beim schwedischen Magazine Tartarean Desire angefangen habe. Seit 2006 wurden meine Arbeiten in so ziemlich allen großen Magazinen Europas, Kanadas und der USA abgedruckt. Die meisten kennen mich lediglich als Fotografin, aber ich bin auch Journalist. Wie gesagt, führe ich auch Radio- und TV-Interviews und war auch auf einigen Band-DVDs zu sehen. Was meinen Hauptjob angeht, so bin ich Junior Produktmanagerin bei einem der weltweit führenden Pharma-Konzerne – eine fantastische, sehr intensive Arbeit. 2006 bin ich wegen dieses Jobs nach München gezogen. So bin ich auch sehr nah am Metal Hammer-Büro [nach der Verlegung des Büros nach Berlin mittlerweile leider nicht mehr – der Verf.] und dem Flughafen. Normalerweise reise ich nach Österreich, UK, Frankreich, Schweiz, durch ganz Deutschland und natürlich nach Finnland – hauptsächlich, um Bands zu fotografieren.


Wie schaffst Du es, so viel zu reisen, massig Fotos zu schießen und auch noch Vollzeit zu arbeiten? Ist das nicht sehr stressig?

Nunja, ich habe ein Auto, was es mir erlaubt, mitsamt meinem ganzen Equipment, ein paar Gummistiefeln und einem Schlafsack für Konzerte und Festivals unterwegs zu sein. Somit bin ich nicht von öffentlichen Verkehrsmittlen abhängig und kann sehr flexibel sein – nachts reisen zum Beispiel. Ich bin außerdem in der glücklichen Situation, mit Kollegen zu arbeiten, die wissen, was ich tue, und dafür völlig offen sind. Sie bestärken mich sogar in meinen Aktivitäten. Es funktioniert alles ganz gut, weil ich versuche, meine Reisen auf Feiertage, Urlaub und Wochenenden zu legen, außerdem kosten mich die Reisen meist nicht mehr als drei Stunden meiner Zeit. Einen Laptop zu haben, hilft ebenfalls, weil ich dann schon auf dem Heimweg mit der Nachbearbeitung anfangen kann. Ich kann also am Freitag Nachmittag nach Helsinki fliegen, wo ich zum Abendessen ankomme, das Wochenende über bleiben, die erste Maschine zurück nehmen und am Montag Morgen um 9.00 Uhr in meinen Stuhl im Büro sitzen. Es ist verrückt, was man alles mit ein wenig Organisation schaffen kann. Der einzige wirkliche Stress ist nur, wenn die Fluggesellschaften streiken oder mein Gepäck verlieren...


Wann hast Du das erste Mal bemerkt, dass Du Dich für Fotografie begeisterst, und wann hast Du Dich entschieden, es professionell zu betreiben?

Ich habe schon immer gemalt, Wasserfarben, Pastell, Tinte, Stifte etc. und hatte schon immer ein künstlerisches Interesse an Fotografie. Als Journalist musste ich immer wieder auf Live-Shows Fotos schießen. Ich habe mit einem alten Camcorder angefangen, der nicht wirklich für Live-Fotografie taugte. Ich kaufte dann eine Nikon D50, die ich auf meiner ersten Tour mit NORTHER benutzte. Es war allerdings keine Planung dahinter; ich habe all das Potential der digitalen Fotografie durch „learning by doing“ erlernt. Nach ein paar Monaten überwog der künsterlische Aspekt den dokumentarischen, also lernte ich. Ich las jedes Buch über das Thema, das ich kriegen konnte, machte Tutorials, studierte, worum es bei anderen Musik-Fotografen geht, habe mich durchs Netz gegooglet und natürlich übte, übte, übte ich. Ich habe sehr viel Geld für ein neues Foto-Kit ausgegeben und mindestens vier bis fünf Stunden am Tag mit der Bearbeitung etc. verbracht. Als ich dann meine Website [www.shutterblast.net] startete, wurden viele auf meine Fotos aufmerksam und wollten sie kaufen. So sah ich meine Chance, dafür, was ich so gerne tun wollte, bezahlt zu werden. Es hat es mir ermöglicht, noch mehr zu reisen, besseres Equipment zu kaufen und meinen Traum zu leben!


Fiel Dir all das von Anfang an leicht oder war es eher schwierig für Dich?

Schwer zu sagen. Als Künstlerin liebte ich es, Landschaften zu zeichnen und zu malen, aber auch verschiedene Objekte oder Comics. Fotografieren ist eher eine Mischung aus Malen und Mathematik. So gesehen ist es also nicht unbedigt etwas Natürliches, Einfaches. Fotografieren zu lernen kann man ungefähr damit vergleichen, zu lernen, wie man einen Spaceshuttle wie einen Balletttänzer steuert. Während man knipst, muss man verschiedene Faktoren mit einberechnen, Blitz, Timing, die Tiefe der Umgebung etc. und das in Echtzeit berechnen. Du musst ein Bild vor Augen haben und wissen, was zu tun ist, bevor Du auf den Auslöser drückst. Es reicht nicht, ein guter Künstler zu sein, Du musst auch schnell und technisch denken können. Die linke und die rechte Gehirnhälfte müssen zusammenarbeiten, würde ich sagen...


Welchen Ratschlag gibst Du Leuten, die sich für Fotografie interessieren und eine Karriere starten möchten?

Wenn Du damit Musik-Fotografie meinst, dann folgendes: Regel Nummer 1 – Du bist Fotograf. Es gibt Millionen Fotografen. Du bist nicht hübsch und Du bist nichts Besonderes. Du wirst nur beauftragt, wenn Du gute Arbeit machst, nicht, wenn Du mit einem Foto-/Presse-Ausweis herumstolzierst; damit beeindruckst Du niemanden. Außerdem: Geh nicht los und kauf eine Kamera, weil sie groß ist und toll aussieht. Warum sollte man einen Ferrari fahren, wenn man nicht mal einen Führerschein hat? Ich empfehle, erst einmal wirklich etwas über Fotografie zu lernen, bevor man sich mit der Technik eindeckt. Eine Menge Leute machen das aus den falschen Gründen – es ist wichtig, wirklich hinter seiner Arbeit zu stehen. Zweitens – wenn Du weißt, wie man die Knöpfe bedient, kannst Du anfangen, Magnesiumkörper und Metallbajonetts fotografieren. Wenn Du nicht weißt, was das ist, wiederhole Schritt Nummer 1. Drittens – bei Musik-Fotografie geht es mehr um Deine Vision als um Dein Equipment, aber mit einer herkömmlichen Kamera kannst Du kaum etwas Taugliches für ein Poster schießen. Erweitere Dein Kit erst, wenn Du seine Grenzen erreicht hast, nicht vorher. Ansonsten entwickelst Du Dich nicht weiter. Viertens – Du bist nicht der Beste, also denk nicht, dass Du es bist. Stehe hinter Deiner Arbeit, aber bleib realistisch und bescheiden. Und lass mich noch eines sagen: Du wirst von Musik-Fotografie alleine nicht leben können, also bleib mit beiden Füßen auf dem Boden.




Du knipst meist für den Metal Hammer, Legacy und auch das englische Terrorizer Magazin. Wir bist Du mit denen in Kontakt gekommen und spürst Du einen gewissen Konkurrenzkampf mit anderen Fotografen? Wie ist das so?

Ich habe einige Aufträge für das Legacy erledigt, aber auch einiges für das Zillo, Decibel, Suosikki und viele andere Printmagazine in Europa, den USA und Kanada gemacht. Ich habe die AMON AMARTH-/WINTERSUN-Tour 2006 geschossen, so haben mich Nuclear Blast für das Feature im Legacy mit ihnen in Kontakt gebracht. Metal Hammer hat mich 2007 kontaktiert – sie sind über meine Website auf mich aufmerksam geworden und brauchten einige meiner Fotos. Da sie damit zufrieden waren, benutzen sie seitdem eigentlich in jeder Ausgabe Material von mir. Mittlerweile nutzen sie auch Video-Interviews und Dokus von mir. Terrorizer haben sich bei einer Ausstellung in Helsinki mit mir in Verbindung gesetzt, wo MOONSORROW mich ihnen empfohlen haben. Was die anderen Magazine angeht, so werden meine Beiträge meist als Untermalung, Illustration der Arbeit der anderen Journalisten genutzt. Ich arbeite aber auch sonst mit allen Publikationen, die sich über meine Homepage bei mir melden.
Was Deine zweite Frage angeht: Lass uns kein Geheimnis daraus machen – es gibt wirklich einen ganz schönen Konkurrenzkampf unter den Fotografen. Überraschenderweise benehmen sich meist die Webzine-Fotografen, die keinerlei Geld damit machen, am schlechtesten. Die Agentur-Fotografen sehen das alles mit wesentlich mehr Abstand. Eher als einen Job, der erledigt werden muss, als um etwas zu beweisen oder als Highlight auf ihrem MySpace-Profil. Professionelle Fotografen sind meist sowieso beauftragt, daher gibt es da keinen Grund, herumzuzicken. Außerdem läuft das ja alles in einer sehr kleinen, geschlossenen Szene ab, die es liebt, Tipps und Tricks auszutauschen und wie die Fachidioten über Farben und sowas redet. Was Fotosessions angeht, so gibt es eigentlich keine Rangeleien, da die Labels es sich nicht leisten können, Amateure zu engagieren, weil bestimmte Kriterien und Deadlines eingehalten werden müssen. Der Kreis der Leute, die für Derartiges engagiert werden, ist recht überschaubar.


Was hebt Deine Arbeit von anderen ab?

Ich arbeite im Marketing mit einem MBA in Pharmaceutical Management und einem BA in International Strategic Marketing. Ich bin außerdem Metal-Fan, seit ich 13 Jahre alt war. Das bedeutet, dass ich eine professionelle Vorstellung habe, sowohl auf kurze als auch lange Sicht: Ich kann mit einer Band und ihrem Management über eine Fotosession diskutieren – darüber, wie Fotos für Anzeigen, Poster, Albumartwork etc. benutzt werden soll, darüber, was das Format angeht, aber ich kann auch meine Meinung über das zukünftige Image der Band ausdrücken. Vor jedem Job rede ich gerne mit dem Label, der Band und dem Management darüber, was gemacht werden soll, was die Strategie und was das gewünschte Resultat ist. Im Marketing zu arbeiten, macht es einfacher, zu verstehen, wer im Endeffekt die Bilder nutzen wird, und eine Künstlerin und Musikenthusiast zu sein, macht es einfacher, der Vorstellung der Band zu entsprechen. Außerdem versuche ich, jede Fotosession so unterhaltsam wie möglich zu gestalten. Ich möchte, dass jeder eine gute Zeit hat, auch wenn die Arbeitsumstände manchmal schwierig sind. Ich habe sehr flexibles Equipment, um jeder verrückten Idee eine Band gerecht zu werden, vorausgesetzt, sie gehen mit der richtigen Einstellung an die Sache heran.
Was Live-Fotografie angeht, so gehe ich rein und habe bereits die Bilder, die ich will, im Kopf. Ich weiß vorher, welche Geschichte ich erzählen möchte, und dementsprechend fotografiere ich dann. Deshalb ist es so wichtig, die Theorie zu beherrschen und natürlich die Musik zu kennen.


Welche ist Erfahrung Deiner Karriere wirst Du nie vergessen?

Es gibt sogar drei besondere und lustige Erfahrungen, die aber nicht nur etwas mit Fotografie zu tun haben. Eine davon ist meine erste Tour, als ich für ein amerikanisches Magazin mit FINNTROLL und AMORAL nach Spanien gefahren bin. Dann, als ich 2006 mit NORTHER in Finnland unterwegs war, wo ich deren Teilnahme an einem finnischen Thriller dokumentierte, und natürlich, als ich an der Entwicklung der DVD „A Finnish Summer With TURISAS“ beteiligt war. Diese verschiedenen Projekte waren von journalistischer Sicht extrem interessant. Aus fotografischer Sicht war wohl eines der schönsten Projekte, als ich mit EMILIE AUTUMN sowohl auf als auch hinter der Bühne beschäftigt war. Auch sehr interessant waren die erst kürzlich abgehaltenen Sessions mit Bands wie BOON, ELUVEITIE oder FINNTROLL, wo ich mit einigen Belichtungstechniken experimentiert habe.


Wer war der nervtigste Kunde, mit dem Du bisher zusammengearbeitet hast?

Jede Band ist anders, jedes Individiuum tickt anders, wenn es um Routinen und Abläufe geht. Der Fotograf ist da gewöhnlicherweise der, der sich arrangieren muss. Allerdings muss ich zugeben, dass es die eine oder andere Session gab, bei der ich kurz davor war, den Set zu verlassen. Eine davon war in London: Ich sollte Bilder von einer erst kürzlich reformierten holländischen Death Metal-Band schießen. Ich musste echt kämpfen, um von denen irgendwelche Resultate zu bekommen, denn einer der Jungs kommentierte jede meiner Bewegungen oder, wenn ich sie bat, sich zu bewegen. Dieser fehlende Respekt hat mich wirklich angekotzt, und die Tatsache, dass ich das alles runterschlucken musste und meine Arbeit zu Ende bringen musste, war echt schwer für mein Ego. Aber ich dachte dann “Selbst wenn die es nicht sind, DU selbst musst professionell bleiben.”. Das habe ich dann auch getan, so gut ich konnte.


Mit welchem Künstler würdest Du gerne einmal zusammenarbeiten und warum?

Ich würde liebend gerne Bilder von NINE INCH NAILS, ROB ZOMBIE und ASHES DIVIDE machen. Ich bin ein riesen Fan ihrer Musik und ich hatte noch nie die Chance, sie zu fotografieren, da sie so gut wie nie in Europa touren. Es gibt außerdem eine französische Künstlerin namens Mylène Farmer, die ich auch sehr gerne ablichten würde. Sie ist quasi eine Hollywood-Version von EMILIE AUTUMN aus den 80ern. Unter den Bands, die ich bereits geknipst habe, sind DEATHSTARS, MASTODON und TURISAS meine Favoriten. Die DEATHSTARS, weil sie absolute Poser sind und die Kamera lieben, außerdem sehen sie auf Hochglanzpapier einfach super aus. MASTODON, weil sie die einzige Band sind, mit der alles in zehn Minuten abgehandelt ist, weil sie so professionell sind, dass man nur den Verschluss von der Kamera nehmen muss. Sie wissen ganz genau, was zu tun ist, bevor man es ihnen gesagt hat. TURISAS, weil mich bisher keine andere Band mit so viel Reaktionsvermögen und Professionalität überrascht hat, außerdem sind ihre Bühnenkostüme der Wahnsinn.


Gibt es etwas, das Du nicht machen würdest? Eine Band / Person / Umstand, mit dem Du niemals arbeiten würdest?

Ich knipse so ziemlich alles... Je verrückter, desto besser. Allerdings würde ich niemals etwas fotografieren, das Frauen degradiert. In dieser Szene gibt es genügend Männer, die die Frauen im Business als Stück Fleisch sehen, die nur für “Lippenbekenntnisse” gut sind. Es ist zu normal geworden, zu denken, dass die Frauen nur dafür da sind. Ich würde also nichts fotografieren, was in die Richtung der älteren DIMMU BORGIR-Cover geht, mit diesen Frauen in Ketten und so. Liebt die Musik, aber die Jungs sollten sich fragen, ob sie ihre Mutter oder Schwester so posieren sehen wollten. Wenn die Antwort “nein” ist, sollten sie es lassen.


Ich weiß, Du hast eine enge Beziehung zu AMORPHIS, ELUVEITIE und TURISAS – warum gerade diese Bands? Was verbindet Dich mit ihnen und wie hast Du sie kennengelernt?

Ich habe AMORPHIS getroffen, nachdem ich einigen Pressekram mit Jeff Walker von CARCASS gemacht hatte, als er sein Solo-Projekt JEFF WALKER UND DIE FLÜFFERS promotete. Ein Projekt, bei dem viele finnische Künstler wie Ville Valo von HIM, FINNTROLL oder Santeri Kallio von AMORPHIS mitgewirkt haben. Nach einem Interview mit Jeff lud er mich auf eine Paty ein, wo ich Sante von AMORPHIS traf. Ich kann nicht wirklich behaupten, sie super gut zu kennen, aber wir sind immer in Kontakt geblieben, wenn es um Endorsement- oder Live-Bilder ging, die sie brauchten. Was ELUVEITIE angeht, kann ich kaum sagen, wann ich sie kennengelernt habe. Ich glaube, es war auf dem Paganfest, als sie mit ENSIFERUM, TÝR und MOONSORROW unterwegs waren. Wenn ich mich recht erinnere, war es Ville Sorvali, der mich Anna Murphy und Chrigel vorgestellt hat, der auch ein großer EMILIE AUTUMN-Fan ist. Bei ihnen fühle ich mich immer wohl und ich bin mittlerweile mit einigen von ihnen eng befreundet. Seitdem haben wir gemeinsam an so ziemlich allen Fotos gearbeitet – Promo-, Live- oder auch Endorsement-Bilder. TURISAS habe ich einige Male getroffen, zum ersten Mal auf dem Wacken 2007. Ich hatte nie wirklich viel mit ihnen zu tun, bis ich 2008 u.a. für das Terrorizer Magazin mit ihnen durch Europa gereist bin. Danach suchte Mathias Nygård jemanden, der ihm helfen sollte, die Storyline der DVD „A Finnish Summer With TURISAS“ zusammenzustellen und das Ganze zu strukturieren. Er fragte mich, ob ich mitwirken wolle, und so haben wir den ganzen Sommer 2008 damit verbracht, Interviews in Finnland und auf den Sommer Festivals zu drehen. Seitdem sind wir gute Freund und ich bin auf jeder Europa-Tour dabei. Wir haben auch an allen möglichen Projekten zusammen gearbeitet, von Endorsement-Bildern zu Promo-Shots sowie Dokus und Videos.


Du fühlst Dich auch Finnland und der dortigen Metalszene sehr verbunden – warum gerade Finnland Wie kam das?

Der Hauptgrund ist wohl, weil aus Finnland der beste Metal überhaupt kommt. Ich glaube, der Moment, in dem es bei mir „Klick“ gemacht hat, war eine X-Mas Festival-Tour 2003 oder 2004. Ich wurde von NAPALM DEATH auf die Paris-Show eingeladen und traf dort FINNTROLL. Wir sind in Kontakt geblieben und sie haben mich nach Finnland eingeladen. Während ich dort war, hatten Spinefarm einige Interviews mit ihren Bands für mich angesetzt. Ich glaube, Lapin Kulta [finnishes Bier – der Verf.] und Salmiakki [finnischer Lakritzlikör – der Verf.] haben den Rest gemacht. Mittlerweile gehe ich ungefähr einmal im Monat nach Finnland, wo ich mich definitiv mehr zu Hause fühle als in München.


Das war's schon wieder! Danke für Deine Zeit und das Interview! Die letzten Worte sind die Deinen...

Ich möchte mich beim Terrorizer, Metal Hammer, Century Media und Nuclear Blast bedanken, die an mich glauben und mich so sehr bei dem, was ich tue unterstützen. Und natürlich auch an Dich einen Dank für die Chance, hier etwas sagen zu dürfen!




Fotos mit freundlicher Genehmigung von Aleksander Zec, Liina Juuna und Juliane John.

shilrak

Autor: Markus Jakob [shilrak] | 25.01.2010 | 23:34 Uhr

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