 | | 06.07.10 |
So mancher Tag, an dem ich Monat für Monat für euch Jungs und Mädels meine Kolumne schrieb, war sehr hektisch – wie immer eigentlich im Leben [...mehr] |
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 | | Dawn Of Ashes | | Genocide Chapters | | Ambient, Black Metal, Death Metal | | 3 von 7 Punkten | | "Nichts Halbes und vor allem nichts Ganzes" |
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 | | Black Rainbows | | Carmina Diabolo | | Psychedelic, Stoner Rock | | 6 von 7 Punkten | "Funkenflieger" |
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 | | Saints Of Ruin | | Nightmare | | Gothic Rock | | 4 von 7 Punkten | | "Gute Ansätze, aber viel Stückwerk" |
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 | | Malevolent Creation | | Invidious Dominion | | Death Metal, Thrash Metal | | 6.5 von 7 Punkten | "So macht man das!" |
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 | | Oceansize | | Self Preserved While The Bodies Float Up | | Alternative, Progressive, Rock | | 6 von 7 Punkten | "Neuanfang?" |
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 | | The Red Shore | | The Avarice Of Man | | Brutal Death, Death Metal, Deathcore | | 4.5 von 7 Punkten | | "Brutal – und sonst?" |
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 | | Stonehelm | | Stonehelm | | Doom Metal, Stoner Rock | | 6.5 von 7 Punkten | "Die acht Gebote" |
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 | | Psycho Choke | | Unraveling Chaos | | Hardcore, Nu Metal, Thrash Metal | | 5.5 von 7 Punkten | | "Dicke Grooves aus Griechenland" |
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 | | Angantyr | | Svig | | Black Metal | | 6 von 7 Punkten | "H-E-R-R-L-I-C-H" |
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 | | Death Angel | | Relentless Retribution | | Thrash Metal | | 6 von 7 Punkten | "Thrash mit Hirn" |
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 | | The Lovecrave | | Soul Saliva | | Alternative, Gothic Metal, Gothic Rock | | 5.5 von 7 Punkten | | "Die Mischung aus Gothic und Alternativ" |
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| Interview mit Valder von One Master | Band: One Master | Interviewpartner: Valder | Aus dem Land der 50 vereinigten Staaten kommt nicht nur so ziemlich jede weltweit bekannte Band, sondern auch so Untergrundjuwelen wie ONE MASTER, welche vor allem auf ihrem zweiten Langläufer "The Quiet Eye Of Eternity" enorme Fortschritte vollzogen haben und nun zu den besten räudigen Combos der USA zählen. Hierzu und anderen Themen war Lord Valder willens, um uns auf den neuesten Stand zu bringen.
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Hails. Lass uns gleich zum Punkt kommen und die letzten, von euch bekanntgemachten Entwicklungen in der Band besprechen. Ihr habt bei einem Label aus Pennsylvania namens Peasant Magik Unterschlupf gefunden, welche nicht nur die Vinyl-Version eures zweiten Albums, sondern auch eine Split-Kasette mit einer Band mit Namen GLASS COFFIN herausbringen. Wie seid ihr in Kontakt mit Peasant Magik gekommen, als wie fruchtvoll hat sich die Zusammenarbeit bislang herausgestellt? Was waren die Hauptgründe dafür, sich dem Label anzuschließen? Und was kannst du uns über den konkreten Inhalt beider Releases erzählen, auf was darf sich der zahlende Kunde einstellen?
Ich bin schon seit einiger Zeit mit Sal von Peasant Magik befreundet. Das Label hat sich zwar auf Musik aus den Bereichen Noise und Experimental konzentriert, hat aber auch ein starkes Interesse an Untergrund-Black-Metal. Ich gab ihm ein Exemplar unserer ersten CD „Forsaking A Dead World“ und er war der Auffassung, dass sie es wert sei, auch auf Kassette zu erscheinen. Also fragte er, ob das ginge und es machte für uns einfach Sinn. Wir hatten zuvor schon einige Angebote von Labels aus dem Black-Metal-Untergrund, jedoch wurden diese meist von Leuten betrieben, die wir persönlich nicht kannten und die Gespräche daher sich als sinnlos entpuppten. Ich wollte mit einem Label arbeiten, von dem ich wusste, dass es hinter ihren veröffentlichten Scheiben steht und auf Sal traf das eben zu. Das Kassetten-Projekt verlief zufriedenstellend.
Als er herausfand, dass wir gerade dabei waren, ein neues Album aufzunehmen, hat er uns danach gefragt, ob er nicht die Vinyl-Version davon herausbringen könnte. Ich habe eine ausgeprägte Schwäche für Vinyl, also einigten wir uns recht schnell. Wir haben uns darauf geeinigt, diverse ausgewählte Gigs sowie eine kleine Tour zu spielen, um dieses Ereignis in der Welt kundzutun, aber unser Schlagzeuger hat letztendlich dann die Band verlassen, also konnten wir das nicht durchziehen. Peasant Magik sind ein großartiges Label für uns, das uns ferner verrückten Hirnen vorgestellt hat, die wir vielleicht anders nicht zu Gehör bekommen hätten. Die Vinyl-Variante von „'The Quiet Eye Of Eternity“ hat ein wenig mehr Atmosphäre zu bieten, was ich natürlich bevorzuge. Die Split-Kassette mit GLASS COFFIN beinhaltet unsere zwei neuesten Stücke, welche zueinander komplett gegensätzlich wirken.
Um auf die Split mit GLASS COFFIN zurück zu kommen: Welchen kreativen Hintergrund hatte diese Kollaboration? Wie seid ihr in Kontakt mit dem Mann hinter diesem Projekt geraten, was mochtet ihr an seiner Arbeit am meisten? Was euren Beitrag zu dieser Veröffentlichung betrifft: Aus welcher Zeit stammt das Material und inwieweit sind sie die Fortsetzung zu eurem früheren Schaffen?
Sal von Peasant Magik war derjenige, der die Idee, eine Split mit GLASS COFFIN zu realisieren. Er stand mit dem Typ hinter der Band in Kontakt – Josh Lay – der einiges von seinem Ambient/Noise-Zeug veröffentlichen wollte. Mr. Lay ist nämlich in allem Perversen interessiert und hat auch ein eigenes Black-Metal-Projekt namens GLASS COFFIN am Laufen, das Sal herausbringen wollte. GLASS COFFIN macht sehr primitive und rohe Musik. Es hat die gewisse Dunkelheit an sich, welche im „modernen“ Black Metalnicht mehr zu vernehmen ist. Die beiden Songs, die hier zu hören sind, wurden schon geschrieben, noch bevor „The Quiet Eye Of Eternity“ entstanden ist; diese beiden Beiträge konnten es aber letzten Endes nicht auf das Album schaffen. Wir haben beide Aufnahmen im Prinzip zur selben Zeit verwirklicht – wo das Album allerdings in einem Studio verewigt wurde, haben wir die beiden Tracks zu der Split ganz auf eigene Faust auf Band gebracht. Wir sind mit dem Ergebnis der Split-Songs zufrieden und versuchen, die zukünftigen Arbeiten in genau derselben Manier zu verewigen.
Die Split-Stücke waren dafür gedacht, ähnliche Ideen auf komplett unterschiedliche Weise zu interpretieren. Thematisch und lyrisch sind alle unsere Veröffentlichungen Teil unserer Entwicklung, jede von ihnen baut auf der Letzten auf. „Forsaking A Dead World“ sollte die Verherrlichung eines Idols und die Perfektion dessen bis ins Extreme darstellen. „The Quiet Eye Of Eternity“ hingegen sollte aufzeigen, dass man sich jenseits dieser einfachen Ebene bewegen und seinen eigenen Weg finden soll. Die Split-Kassette wird den Weg zu einem unserer nächsten Themen ebnen – Einsamkeit. Unsere nächste LP beschäftigt sich mit der Kraft des hermetischen Rituals.
Auf der anderen Seite habt ihr allerdings einige drastische Line-Up-Wechsel erleben müssen: Vonsignore ersetzte Wolfbiler am Viersaiter und vor kurzem ging auch Stabwound, der insbesondere auf dem aktuellen Album einen fabelhaften Job gemacht hat. Wie kam es zu diesen Entwicklungen und wie „instabil“ würdest du die momentane Personal-Situation beschreiben? Ich frage deswegen, weil ihr in eurem MySpace-Blog mitgeteilt habt, dass, wenn ihr keinen passenden Ersatz für Stabwound findet, ihr die Arbeiten zum nächsten Album mit einem Drumcomputer bestreiten werdet. Nach welchen Eigenschaften sucht ihr in einem Schlagzeuger, welche Voraussetzungen müssen jedenfalls mitgebracht werden, um überhaupt für die Position in Betracht zu kommen? Was braucht im Allgemeinen, um in ONE MASTER als Mitglied zu bestehen, sowohl individuell als auch hinsichtlich der Gruppendynamik?
Wolfbiter kam in die Band, um ein paar geplante Gigs sowie eine Tour zu spielen, welche später gecancelt wurde. Vonseniore spielte sowohl auf den beiden Alben als auch auf der Split-Kassette und war Bestandteil des Band-Gefüges für fünf Jahre. Wir hatten schon immer Schwierigkeiten, Gigs zu spielen, weil immer irgendetwas dazwischen kam. Vonseniore war nicht in der Lage, über einen längeren Zeitraum im letzten Jahr hinweg für uns tätig zu sein; daher kam Wolfbiter, damit wir keine Shows absagen mussten. Leider hat sich wiederum Stabwound dazu entschlossen, kurz danach die Band zu verlassen und wir konnten bislang keinen vernünftigen Ersatz finden. Wenn es darum geht, Mitglieder zu finden, ziehe ich jemanden vor, der die Atmosphäre und das Gefühl für diese Band verinnerlicht anstatt ein bloßer Roboter zu sein, der gut spielen kann. Aufgrund der Art und Weise, wie wir Songs schreiben, ist auch ein gewisses Maß an Fingerfertigkeit vonnöten, aber das entscheidet letzten Endes nicht über den Einstieg in die Truppe. Ich habe vor kurzem erst einen Drummer gefunden, der Interesse bekundet hat. Wir müssen erstmal sehen, um zu sehen, ob das überhaupt funktioniert. Sein flammendes Interesse für Filme über Vampire werden der Band sicherlich eine weitere Charakterfacette hinzufügen.
Nun zu eurem aktuellen Album: "The Quiet Eye Of Eternity" ist eine Platte, welche mich vorrangig wegen ihrer kompromisslosen, unpolierten, aber nichtsdestotrotz differenzierten Ausrichtung angesprochen hat. Die Songs werden durch diesen dichten Sound in unbeschreibliche Dunkelheit gehüllt. Wem kann man für diese herzeigbare Produktion die Hand schütteln, hattet ihr Referenz-Werke, nach denen ihr euer Material diesmal ausrichten wolltet? Welche Details am Gesamtklang gefallen hier besonders, wie definiert sich das Auftreten von ONE MASTER anno 2009 [und 2010,wenn du willst] deiner Meinung nach? Gibt es etwas, das du im Nachhinein vielleicht geändert hättest? Welche diesbezüglichen Aspekte willst du in Zukunft verbessern oder hast sie schon im Rahmen der Split mit GLASS COFFIN umsetzen können?
Die Aufnahmen zu „The Quiet Eye Of Eternity“ wurden von Brad Wallace gemanagt. Er wurde von einem Freund von uns empfohlen und es hat geklappt – er brachte Hintergrundwissen bezüglich Black Metal mit und verstand, dass wir einen sehr speziellen Stil anstrebten und er ließ uns daran arbeiten. Er fragte nach einem Muster, nach dem er sich während den Recordings orientieren könnte und ich gab ihm „Autumn Aurora“. Als wir die Pausen von den Aufnahmen einlegten, hörten wir uns wie HORNA an. Ich mag es, dass unsere Aufnahmen sehr gitarrenlastig klingen – Metal ist ja schließlich gitarrenorientierte Musik und so sollte es auch bleiben. Ich bin ein Perfektionist und versuche immer, Fehler in allem Möglichen zu finden – wir könnten wahrscheinlich für alle Zeiten einen Take mehr an unseren Instrumenten verbringen oder noch einen Tag mehr mit dem Abmischen verbringen. „The Quiet Eye Of Eternity“ hat mich während seiner Einspielung sogar zu einem noch größeren Perfektionisten gemacht. Obwohl sich das manchmal als nachteilig erweisen kann, empfinde ich es als vorzügliche Eigenschaft.
Die Aufnahmen zu den Songs von GLASS COFFIN waren dagegen ganz anders. Im Studio haben wir für die aktuelle Scheibe alles einzeln gemacht, was wiederum eine Menge Takes beanspruchte. Bei der Split-Sache haben wir das Schlagzeug und eine Gitarre live aufgenommen und den Rest als Overdub eingespielt - das ging glatter und einfacher. Die Songs entstanden in jeweils zwei Takes. Ich bevorzuge den Sound der Split. Ich denke, der Gesang ist dieses Mal viel besser ausgefallen. Wir werden versuchen, die nächste Platte genauso wieder anzugehen und versuchen, uns zu verbessern.
Was das textliche Konzept von ONE MASTER betrifft, so bezeichnen euch zum Beispiel die Metal Archives nur als „Occult“. Ich denke allerdings, da steckt mehr dahinter. Wie entstanden die Texte zur zweiten LP, wer zeichnete hauptsächlich für sie verantwortlich? Wann wisst ihr, ob ein Text zu einem gewissen Stück passt? Gibt es eine Art roten Faden, der sich durch euer gesamtes Schaffenswerk zieht und wenn ja, welche Botschaften wollt ihr denn in die Welt hinausposaunen? Gibt es ein Konzept zu den Lyrics in euren Stücken? Wie stellt ihr sicher, dass diese auch klar und deutlich durch die harschen Gesänge transponiert werden? Und wenn es um die perfekte Verbindung zwischen der Musik selbst sowie den Texten geht: Hast du da diesbezüglich einen Lieblingssong, besonders in Hinblick auf „The Quiet Eye Of Eternity“?
Ich schreibe alle Texte. Jede Veröffentlichung hat ein gewisses Thema als Schwerpunkt, welches die jeweils darauf befindlichen Stücke zusammenschweißt. Normalerweise handhaben wir es so, dass nach der endgültigen Fertigstellung der Arrangements ich an die Texte herangehe. Alle Releases bauen aufeinander auf – jede ist demnach die natürliche Steigerung der letzten Scheibe. Ich habe ein wachsendes Interesse in allem Okkulten und den Themen, die diese Sparte umgeben, jedoch haben die älteren Sachen weitaus mehr zu bieten als nur das. Die nächste Platte wird sich wie gesagt um die Kraft des hermetischen Rituals drehen und wird mehr okkulte Texte beinhalten als je zuvor. Die Texte sind mit dem Hintergedanken entstanden, einen Weg für mich darzustellen, meine Ideen miteinander zu verschmelzen, die sich in meinem Kopf die letzte Zeit über gebildet haben. Was den Hörer angeht, so bringt eine Zeile in „The Wanderer“ meine Intention am besten zum Ausdruck – 'Few are those who can hear these words, those are the few I seek to hear.' Vom aktuellen Material mag ich „Indifference“ und „Field of Ruins“ am meisten.
“The Quiet Eye Of Eternity” schließt mit einigen großartigen Tracks wie "Field Of Ruins" ab, welche die Energie der gesamten Platte auf gekonnte Weise zusammenfassen. Wie schwierig war es denn, ein Album von durchgehend hoher Qualität zu schreiben? Was war die herausfordernste oder fortschrittlichste Aufgabe, welche ihr mit diesem Werk bewältigt habt? Wie gut hat das Gemeinschaftsgefüge der Band hier funktioniert? Inwieweit habt ihr euch sowohl auf individueller wie auch gruppendynamischer Ebene entwickeln können?
Das alles hat sehr lange gedauert. Phlegethon und ich schreiben an einer Nummer jeweils einzeln und bringen sie dann zur Band im fast fertigen Zustand, wo sie dann auseinander genommen werden und die restliche Arbeit an ihnen aufgenommen wird. Das Schreiben an neuem Zeugs kann langsam und enervierend ausfallen – unsere Stücke durchlaufen mindestens fünf bis sechs verschiedene Phasen, bis sie ihre endgültige Gestalt annehmen. Ich bin ein kleiner Freak, wenn es um so etwas geht und versuche auch immer, die möglichst besten Arrangements heraus zu bekommen, um das bestmögliche Feeling hervor zu bringen. Als das Album Form annahm, haben wir normalerweise nur zwei- oder dreimal im Monat geprobt; also brauchte es auch Monate, bis ein Song schließlich finalisiert wurde. Mit jedem Song, den wir schreiben, kristallisiert sich unser Sound immer weiter aus. So wissen wir, was funktioniert und was nicht. Ich würde beim nächsten Album gerne an meinem Gesang arbeiten – ich bin der Meinung, er ist auf dem Split-Release besser geworden und dass noch eine Steigerung nach oben möglich ist.
Ich muss euch insbesondere zu dem wirklich gelungenen Artwork gratulieren, welches weder den üblichen Photoshop-Käse zitiert noch vom eigentlichen Inhalt der LP ablenken will. Wer kam mit der Idee dazu auf und wer hat es so verdammt toll hinbekommen?
Ich habe das Layout für das Album erschaffen. Ich denke, es bringt das Thema des Albums auf den Punkt und verstärkt die Stimmung zusätzlich. Die Ewigkeit wird immer auf dich starren, wirst du ihr entgegnen?
OK, nun zu allgemeineren Fragen: Wie funktioniert ihr Vier eigentlich, wenn es erstmal ans Songwriting geht? Gibt es gewisse Elemente, die jedem eurer Stücke immanent sein müssen? Wann fühlt sich ein Song fertig an, wann liegt ihr einen solchen lieber beiseite zwecks weiterer Arbeit daran oder wirft ihn sogar komplett weg? Und was ist der Reiz, für eine Band wie ONE MASTER zu schreiben, aufzutreten und Alben aufzunehmen?
Das Rückgrat der jeweiligen Songs wurde entweder von Phlegethon oder von mir selbst erschaffen. Ich finde, das Songwriting an sich ist ein sehr persönlicher Prozess, den ich nicht in einem Proberaum hinkriegen könnte. Wenn die Stücke dann zur Probe gebracht werden, haben wir normalerweise Ideen dafür, wie sich die anderen Instrumenten anhören sollen. Das Ganze verändert sich allerdings im Laufe der jeweiligen Proben ständig. Die Songs kommen aus dieser Bearbeitung als stärkere Einheiten heraus – sie verstärkt die Qualität des Materials.
Heutzutage veröffentlichen zahlreiche Combos DVDs... Habt ihr irgendwelche Pläne diesbezüglich? Eine Live-Show auf DVD wäre nicht übel. Wollt ihr sogar, dass ein einziges Konzert ONE MASTER als Live-Ensemble für immer repräsentieren soll oder würdet ihr über eine komplett andere Zugangsweise nachdenken? Zu welchem Zeitpunkt in der Karriere von ONE MASTER käme so eine Veröffentlichung überhaupt in Frage?
Wir haben derzeit keinerlei Pläne für eine DVD. Wir hatten schon Probleme, Gigs zu spielen. Wir haben wahrscheinlich schon mehr Absagen erteilt als tatsächlich gespielt, weil immer etwas dazwischen kam. Wir leben nicht alle in derselben Gegend und das macht das Reisen umso schwerer. Aber ich habe es lieber so, als jederzeit Angebote anzunehmen, dafür allerdings das richtige Gefühl für die Band zu verlieren. Wenn wir das richtige Konzert mit der richtigen Atmosphäre finden, dann wäre eine Videoaufnahme gar nicht mal so verkehrt.
Da ihr ja aus Connecticut stammt, der nicht gerade der Nabel der Welt ist, wäre es interessant, zu erfahren, in welchem Zustand sich die dortige Schwarzmetall-Szene befindet und ob es nennenswerte andere Truppen aus eurer Gegend gibt. Wo beziehungsweise in welchen Details machst du gewisse ununterscheidbare Trademarks der Metal-Musik dieses Staates aus, was trennt euch vom Rest der Metal-Welt? Fühlt ihr euch eigentlich als eine Band, die aus Connecticut kommt, als Teil einer Szene, in der ihr euch befinden wollt? Oder trifft das Gegenteil zu?
Es gibt zwar Black Metal in Connecticut, aber, wie überall sonst auch, ist er nicht immer großartig. Einige dieser tollen Bands schimpfen sich PROFANATICA [was sonst?], IPSISSIMUS und WEHWALT. Überall gibt es kaputte Leute und dort, wo sich der Black Metal ausbreitet, entstehen manchmal kleine Juwelen. Wir sind alle ziemliche Einsiedler, also empfinden wir nicht das Bedürfnis, uns irgendeiner Szene anzugehören.
Wenn ich eine Reise nach Connecticut machen würde, welche Plätze würdest du mir empfehlen wollen?
Vor ein paar Wochen ging ich nach New Hampshire, um dort einen 1500 Meter hohen Gipfel zu erklimmen. Von Connecticut aus ist das zwar ein weiter Weg, aber du kannst eben nicht so etwas wie das hier bei uns finden. Nichts kann mit diesem Gefühl verglichen werden. Connecticut ist die Heimat vieler Spielbetriebe, die das sündige Treiben jederzeit erhältlich machen.
Und wenn ONE MASTER die Zukunft des amerikanischen Black Metal wären, hättet ihr deiner Meinung nach das Zeug dazu, um all die Zweifler, Kritiker, schlechten Reviews und die Scheiße redenden Metalheads - welche sich nur im Metal-Genre befinden, um es offensichtlich neueren Bands schwer zu machen – die Stirn zu bieten und ihnen zu zeigen, wo der Hammer hängt?
Ich denke, wir werden das Ding schon schaukeln, da wir ja wie erwähnt ziemliche Einsiedler sind. Solange die Musik und Atmosphäre nach dem klingen, was uns vorschwebt, sind wir zufrieden.
Alsdann, danke für deine Antworten. Die letzten Worte gehören dir...
„Seine Verachtung für die Menschheit steigerte sich: nach einiger Zeit wurde ihm klar, dass die Welt zum Großteil aus Idioten und Schurken besteht.“ JK Huysmans, „Gegen den Strich“
Micha | |
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