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Band: Angantyr Homepage Metalnews nach 'Angantyr' durchsuchen Angantyr
Interviewpartner: Ynleborgaz

Wer über Jahre hinweg hochqualitative Ware abliefert und nie zu enttäuschen weiß, hat alle Aufmerksamkeit der [Metal-]Welt verdient. ANGANTYR sind seit Jahren eine Institution des UG-Black Metal, deren Siegeszug bis dato nur durch Formalitäten und Missverständnisse aufgehalten wurde. “Svig”, zu Deutsch “Betrug”, rechnet unter anderem mit dieser scheinbar permanenten Behinderung Außenstehender ab. Chefzerstörer Ynleborgaz machte kurz Halt, um METALNEWS.DE auf den neuesten Stand des Schlachtplanes zu bringen.



Grüße dich, Ynleborgaz und Danke für deine Teilnahme an diesem Gespräch! ANGANTYR sind seit mehr als einer Dekade unterwegs. Was ist es, das dich noch immer an deinen musikalischen Bemühungen in diesem Projekt begeistert? Oder anders ausgedrückt: Was ist das Geheimnis deiner andauernden Passion für dieses Unterfangen?

Ich bin in der Nähe der Wälder und Seen im Norden von Seeland in Dänemark aufgewachsen und diese Gegend war für mich von jeher ein Quell der Inspiration. Jedes Mal, wenn ich von einer Reise hierher heimkehre, weiß ich, warum ich nie aufhören werden, Melodien für ANGANTYR hervor zu bringen. Das Geflüster der alten Zeiten hallt in den Wäldern wieder und füllen mich mit Leben, wenn ich die Stadt satt habe.


Was fasziniert dich am Schaffen von Musik, die im weitesten Sinne mit Black Metal assoziiert werden kann? Was bedeutet sie dir? Ist es mehr die martialische Ästhetik, die generelle Haltung oder dessen Inhalte, die dich an diesem Genre festhalten lassen?

Es ist die Geschwindigkeit, die Rohheit und der melodische Riff-Fundus, die mich in diesen Musikstil treiben. Ich spüre, dass Black Metal über unendlich viele Möglichkeiten verfügt. Wenn eine Band einen historischen Ansatz in ihrem Konzept einbaut, dann steigt mein Interesse [an ihr] umso mehr.


Du hast in der Vergangenheit zu Protokoll gegeben, dass Angantyr ein dänischer König war, der im achten Jahrhundert nach Christi gelebt hat und die italienische Bischöfe sowie die holländischen Apostel erfolgreich aus seinem Land vertreiben konnte. Inwieweit sind seine Taten ein Einfluss auf dein Schaffen? Würdest du sogar sagen, dass ein Teil deiner Arbeit als direkte Huldigung auf ihn gelten kann?

Das erste Demo sowie das Debüt-Album können sicherlich als Tribut an Angantyr bezeichnet werden. Das allgemeine Thema der Geschichten der späteren Alben handelt davon, das Christentum von der Übernahme [der Länder] abzuhalten.


Leider gibt es da draußen noch immer Leute, die nach wie vor Patriotismus mit den abscheulichen Taten des Nationalsozialismus verwechseln. . Du wirst seit geraumer Zeit schon dahingehend beschuldigt, irgendwelche Beziehungen zu NSBM-Labels und -Bands zu pflegen, weswegen einige Konzerte der letzten Tour abgesagt wurden. Warum missversteht dich diese Randgruppe immer noch? Hast du das Gefühl, sie WOLLEN von der Aura deiner Band fehlgeleitet werden oder spürst du einen persönlichen Groll dieser Gruppen dir gegenüber?

Es ist natürlich sehr einfach, den Nazi-Stempel auf eine Band zu drücken, wenn du dir die Texte zuvor noch nicht durchgelesen hast, weil du sie nicht lesen kannst. Ich denke, das war auch einer der Gründe, warum uns diverse Gigs durch die Lappen gegangen sind, da diese Menschen doch wirklich glauben, alle Black-Metal-Bands seien von Haus aus Nazis. Ich spüre daher keinen persönlichen Groll mir gegenüber; ich glaube, sie hegen diese Vorstellung gegenüber der gesamten Szene.


Nun zu dem, was mich in letzter Zeit mitgerissen hat: Dein neues Album namens "Svig", zu Deutsch “Betrug”. Warum hast du dich für diesen Titel entscheiden? Beinhaltet das Titelstück die Essenz des Albums oder hat deine Wahl einen höheren, universelleren Sinn, der zum Beispiel dem echten Leben entstammt?

Die Texte drehen sich vorrangig um Betrug, aber der Titel verweist ebenso auf den Betrug, den wir im täglichen Leben ausgesetzt sind, egal in welcher Form.


Da ich kaum Informationen zu der Entstehung des Albums bekommen habe, stellt sich natürlich die Frage, ob du wieder im Alleingang alles geschrieben, aufgenommen und abgemischt hast. Wenn dem so ist, verrate uns doch, welchen Reiz du hinter dieser Arbeitsweise siehst.

Ich habe auch dieses Mal alles selbst geschrieben, gespielt, aufgenommen, abgemischt und gemastert. ANGANTYR waren von Anfang an meine eigene musikalische Vision und ich fühle mich einfach nicht wohl darin, jemand anderen die Entscheidung in die Hand zu geben oder jemanden in eine Lage zu versetzen, bei der ich Kompromisse eingehen müsste.


Wenn du all die kompositorischen Machenschaften deinerseits Revue passieren lässt, die nicht nur dieses Projekt betreffen: Was hast du dieses Mal anders gemacht? Gab es irgendeinen Ansatz, den du schon seit langer Zeit im Studio ausprobieren wolltest, ihn aber bis heute nicht realisieren konntest?

Ich habe bei “Svig” nicht wirklich etwas anders als zuvor gemacht, außer dass ich einen Künstler das Konzept-Layout für das neue Album und die drei Wiederveröffentlichungen [die drei Alben werden mit den Demos zusammen auf CD via Northern Silence Productions neu aufgelegt – Anm.] zeichnen ließ. Das ist etwas, das ich zuvor noch nie getan habe.



Die Veränderungen, welche für deine Fans evident wirken, können zum Beispiel in "Ni Lange Nætter"gefunden werden, der der kürzeste ANGANTYR-Song seit langem ist. Ist es schwieriger, kürzere Stücke zu schreiben?

Ich finde es wesentlich schwieriger, kürzere Songs zu verfassen, weil eine Melodie immer in eine andere Form verwandelt werden kann und manchmal ist es knifflig, einen Abschluss zu finden. Aber hier hat es sich einfach natürlich angefühlt, die Nummer nach so kurzer Zeit zu beenden und die Lyrics sind im Gegensatz zu den anderen Beiträgen auf der Platte ebenfalls sehr kurz ausgefallen.


"Svig" ist ein gut ausbalancierter, aber nichtsdestotrotz jederzeit draufkloppender Langläufer, der von melancholischer und nostalgischer Arrangements zusammengehalten wird. Wie lange hast du gebraucht, um die Stücke fertig zu stellen, wie viele Tracks wurden eigentlich für "Svig" geschrieben? Sind sogar irgendwelche Nummern übrig geblieben, die wir in Zukunft vernehmen könnten?

Es wurden nur sechs Stücke für “Svig” geschrieben und es dauerte sechs Monate, bis sie alle komplett fertiggestellt wurden.


Als größte Errungenschaft dieser LP würde ich die Tatsache bezeichnen, dass sie es fertig bringt, Black Metal Marke Mittneunziger in seiner dynamischsten Form zu zeigen. Ist es nicht manchmal schwer, nicht nur mit genug originellen Ideen daher zu kommen, die diesen sowieso schon fast zu Tode geprügelten Stil-Leichnam neues Leben einhauchen, sondern jene auch noch richtig aufregend zu gestalten? Hast du vielleicht eine Box voller Kassetten mit guten Riffs drauf, die aus dieser Zeit stammen und nie ihren Weg in die Öffentlichkeit schafften?

Ich kann jederzeit inspiriert werden, weswegen ich all meine Ideen aufnehme, wenn sie erst einmal im Gehirn verankert sind. Deswegen habe ich immer ein Aufnahmegerät dabei, wenn es wieder soweit ist. Und ja, ich habe noch eine Menge alter Kassetten sowie CDs herumliegen, auf denen eine Menge nicht verwendete Riffs zu hören sind. Auf meinem Computer sind auch noch sehr viele unveröffentlichter Ideen gespeichert.


Du hast auf dem “Under The Black Sun”-Festival nahe Berlin schon zwei neue Beiträge des neuen Albums gespielt. Wie sind die Reaktionen zum Neuzugang im Gegensatz zu den bekannten Klassikern ausgefallen? Wie fühlen sie sich live mit einer Band an? Welche neue Schlachthymnen haben das Potenzial dazu, einen permanenten Platz in den künftigen Setlists zu ergattern?

Es war großartig, diese Lieder live aufzuführen, da sie für mich jetzt sogar noch toller klingen als noch zu Zeiten der Aufnahme. Es ist spitze zu sehen, wie die Leute für ein paar Minuten innehalten und den Inhalt des neuen Materials in sich aufsaugen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass “Svig” und “Ni Lange Nætter” bei zukünftigen Gigs Verwendung finden wird.


Planst du eine Promo-Tour oder einzelne Shows für das neue Werk?

Die Tour mit TAAKE, HORNA und BLACKSHORE im März diesen Jahres war als Promo-Tour gedacht, auch wenn das Album zu dem Zeitpunkt noch nicht draußen war. Bislang gibt es keine weiteren Gig-Pläne, aber wer weiß. Möglichkeiten können sich offenbaren, wenn du es am wenigsten erwartest.


Zuletzt hätte ich noch gerne von dir gewusst, ob du Musik als einen Weg zur Selbsterkenntnis oder als eine Erweiterung deines Ichs wahrnimmst.

Für mich ist es beides. Ich mache und spiele als Individuum Musik, die ich gerne selbst hören würde.


Danke für deine Antworten, Ynleborgaz. Wenn du willst, kannst du entweder mit einem Zitat oder Reim abschließen, der die Essenz von ANGANTYR perfekt umschreibt.

Der Freund soll dem Freunde Freundschaft bewähren,
Ihm selbst und seinen Freunden.
Aber des Feindes Freunde soll niemand
Sich gewogen erweisen.

[43. Vers, Hávamál]

Micha

Autor: Michael Bambas [Micha] | 14.09.2010 | 20:21 Uhr

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