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Reviews von Mahatma
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Band: Metalnews nach 'Mahatma' durchsuchen Mahatma
Interviewpartner: Ex

Wie so oft im Leben kommt es auf Details, auf oberflächlich unscheinbar wirkende Nebenprozesse an, wenn es darum geht, ob ganze Projekte durchgezogen oder fallen gelassen werden. MAHATMA haben mich davon überzeugt, ihnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, da sie sich in genau der Schnittmenge zwischen Psychedelic Stoner Rock und Doom Metal befinden, die mir persönlich sehr zusagt. Anbei ein Gespräch mit Saitendrescher Ex.



Grüß dich Ex! Da Biographien meist sehr langweilig zu lesen sind, lass uns einfach diesen Teil überspringen. Erzähle mir lieber, wie ihr als band euren Stil beziehungsweise die einzelnen Mitglieder zueinander gefunden haben.

Ciao Amikkus! MAHATMA wurden 2007 in Bologna gegründet. Wir kommen zwar alle jeweils aus unterschiedlichen Gegenden, teilen aber in diesem Projekt unsere Leidenschaft für langsame, heruntergestimmte Klänge sowie heftige, hypnotische Rhythmen. Die grundlegende Idee lautet „weniger ist mehr“: Die Fokussierung auf wenige Klänge erzeugt tiefgreifendere Einwirkungen auf die Psyche derjenigen, die unsere Mucke hören. Sogar uns selbst beeinflussen wir!


Ihr stammt aus Bologna in Italien – einem Land, das in letzter Zeit einige sehr interessante Stoner/Doom-Projekte wie zum Beispiel BLACK RAINBOWS hervorgebracht hat. Inwieweit kann man die Mentalität eures Landes beziehungsweise eurer unmittelbaren Umgebung in eurer Musik heraushören?

Die italienische Szene ist der Hammer. Es dreht sich alles einzig darum, abwechslungsreich vorzugehen. Wir schätzen es besonders, wenn Heavy-Psych-Projekte wie L'IRA DEL BACCANO aus Rom [wie BLACK RAINBOWS], SQUADRA OMEGA, EKESKOG; DA CAPTAIN TRIPS, KING BONG und MANTHRA DEI mit ihrem rein instrumentalen Dasein [also ohne Gesang] herumexperimentieren. Die erste Welle der italienischen Bands zwischen 1995 und 2000 war mit Sicherheit die kreativste von allen und wir hören uns sehr gerne HOGWASH, THAT'S ALL FOLKS! And ACAJOU an. Heutzutage spielen eine Menge Bands live und bringen Alben heraus. Um stets auf dem neuesten Stand zu sein, kannst du dir ja das italienische Stoner/Doom-Portal Perkele reinziehen.
Wir wollen nicht unerwähnt lassen, dass wir die Courage haben, unsere Band auf der Halbinsel herumzuführen, die in kultureller Hinsicht taub zu sein scheint. Und wir wollen an dieser Stelle auch einen Gruß an die mythische, aufgelöste Band EXP richten, die mit ihrem Album "Pachamama" noch immer unerreicht bleibt.


Wurde der Bandname einem gewissen Herrn Gandhi entliehen und wenn nicht, welchen anderen Ursprung hat dieser Name? Welche Elemente in eurer Musik will der Name denn hervorheben?

Der Name MAHATMA ist eine Verbindung zu unserer Musik. Er ist der Geist unseres Schaffens. Der Sound hat eine natürliche, heraufbeschwörende Kraft, welcher der Realität entweicht und es dir erlaubt, alles hinter dir zu hinterlassen. Das Ziel MAHATMAs ist es, eine Reise in das innere Selbst durchzuführen. Ein weiterer Grund für die Geburt dieses Projektes war des Weiteren natürlich das Werk von BLACK SABBATH!


Was braucht es, um ein Mitglied von MAHATMA zu sein, warum ist es deiner Meinung nach wichtig, an der Band festzuhalten? Angenommen, du müsstest neue Männer rekrutieren – mit welchen Eigenschaften müssen sie gesegnet sein, um überhaupt in Erwägung für die jeweilige Position gezogen zu werden? Verfügt diese Gemeinschaft hier über Eigenschaften, die es nirgendwo sonst zu bestaunen gibt?

Du kannst es meiner Meinung nach an dem gesamten Erscheinungsbild einer Person einschätzen: Wie sie sich verhält, was sie mag oder nicht mag. Um ein Mitglied von MAHATMA zu werden, kommt es nicht einmal darauf an, ob man professionell Musik spielt oder einen hervorragenden Studienabschluss vorweisen kann, sondern darauf, ob man einfach gut zur vorherrschenden Atmosphäre in der Band passt oder nicht. Zusammenfassend kann man sagen, wir sind mehr an der Qualität der Leute als ihren musikalischen Fähigkeiten interessiert.



Wer sind deine größten Einflüsse, wenn es um das Songwriting geht?

Ich liebe es, meiner Gitarre sehr rohe Töne zu entlocken! Dafür suche ich weniger nach Lösungen in anderen Stücken, sondern orientiere mich nach meiner persönlichen Gefühlslage.. Ich muss jedoch zugeben, dass mich vor allem Legenden wie Jimi Hendrix, Tony Iommi, Leigh Stephens [BLUE CHEER!] und, wenn auch indirekt, Robert Smith sowie Thurston Moore am meisten beeinflusst haben.


Würdest du sagen, dass ihr als Kollektiv an euren Stücken arbeitet oder ist es in eurem Fall mehr eine Arbeit von ein oder zwei Individuen innerhalb der Truppe? Ändert sich der Songwriting-Vorgang von Track zu Track oder geht ihr nach einer „Formel“ vor?

Es mag zwar banal klingen, aber MAHATMA sind ein Power-Trio, das Musik als Power-Trio schreibt. Es ist nicht einmal vorgekommen, dass ein Mitglied in den Proberaum mit einem fertigen Riff gekommen ist. Alles fängt bei den Power-Amps sowie dem anfänglichen Buzz an. Danach wird Schicht für Schicht an diesem Sound aufgebautr: das macht unsere Musik letztendlich aus. Wir nehmen alles auf, was wir tun. Es ist aber mühselig, diese magische Atmosphäre, welche zu Anfang vorherrschte, zu reproduzieren, wenn man sich an die Wiederaufnahmen zum jeweiligen Stück schmeißt.


2009 habt ihr euer Debüt "Omonimo" auf den Markt gebracht. Wie hast du den Songwriting-Prozess in Erinnerung? Gibt es irgendetwas, das du heutzutage an der Scheibe anders machen würdest? Welche Stücke werden deinen heutigen qualitativen Standards gerecht und hätten es theoretisch auch auf "Gilgamesh" geschafft?

Unser erstes Album fühlt sich ein Baby an, das seine ersten Schritte macht. Den Spaß, sich selbst musikalisch zu finden, die Neugier und Befriedigung, Musik zu erschaffen, die bislang nur in unseren Köpfen existierte. Bei „Gilgamesh“ sind wir erwachsen geworden. Wir sind uns unseren Möglichkeiten und unserer Richtung bewusst geworden. Das ist das Schöne am kontinuierlichen Wachstum, an der ewigen Veränderung. MAHATMA ist nicht der Typ Band, die ein großartiges Debüt aufnehmen und sich dann in Selbstgefälligkeit verlieren. Im Gegenteil. Genauso wie die BEATLES übrigens! :-)


Wie sind bislang die Reaktionen auf eure Live-Shows ausgefallen? Was mögen eure Anhänger am meisten an euch? Gab es sogar irgendein bizarres Erlebnis mit einem Fan?

Es ist seltsam, wie groß das Engagement bei unseren Konzerten ist – vor allem deswegen, weil wir „nur“ eine rein instrumentale Band sind. Es gibt keine Refrains, die man laut mitsingen kann! Die Kids werfen ihre Pommesgabeln in die Höhe und werden vom psychedelischen Sog in die Tiefe gezogen.
Wir haben eine bizarre Erfahrung während eines Gigs in Bologna im Lazzaretto gemacht – ein winziger Club, in dem wir mit anderen Truppen ein Festival veranstalteten. Wir spielten um 4 Uhr früh. Nach dem vierten Song kam ein wirklich zugedröhntes Mädchen auf die Bühne und hat das Mikrofon an sich gerissen, um improvisierten Gesang zu unseren Arrangements zum Besten zu geben. Das Ergebnis klang wie die Experimente auf JOHN LENNONs & YOKO ONOs „Wedding Album“ - scheiße!



Weiter nun zu "Gilgamesh". Was war die Prämisse für diese Platte? Einfach nur in jeder Belange besser abzuschneiden als letztes Mal?

Die Idee hinter „Gilgamesh“ ist, den Mythos der Zwölf Tafeln in Form von Musik wiederzugeben. Die Geschichte hat sehr viele Apsekte, die ungemein interessant sind: sie handelt von Freundschaft, der Absage an Verpflichtungen, Reisen und Forschung.
Über all diese Elemente stolpern wir im Laufe unseres Lebens drüber. Wir hoffen, dass wir diesbezüglich eine gute Arbeit leisten und dass sich jemand mit unserer Musik identifizieren kann und immer noch sehr viel zu erzählen weiß.


Wie lange habt ihr an "Gilgamesh" geschraubt? Welche Ideen nahmen am längsten beziehungsweise kürzesten Gestalt an?

Der Zugang zum Material war einfach: Wir dachten lange über das Konzept und spielten das gesamte Album in zwei Sessions ein. Die besten Dinge im Leben folgen diesem Muster.
Danach schmissen wir uns an das Mixing und Mastering, das unserem Bassisten Tommy fast ein Jahr lang beschäftigte. Tom, weil du das getan hast, bist du ein wahrer Bruder!


Was braucht es generell, damit ein Titel Teil eines eurer Alben wird? Welches Feeling muss es während seiner gesamten Länge ausstrahlen? Wann „wisst“ ihr, ob ein Song gut genug ist oder noch einer gründlicheren Bearbeitung unterzogen werden muss?

Wenn deine Songs deinen jeweiligen Stimmungen Rechnung tragen, dann klingen sie ehrlich und funktionieren! Man soll sich nicht davor fürchten, Traurigkeit, Angst und deine inneren Dämonen in das Songwriting einfließen zu lassen. Das ist unsere Regel! Wenn du 15 Minuten brauchst, um diese Gefühle, die sich in dir befinden, zum Ausdruck zu bringen, hab keine Angst! Es wird immer einen Zuhörer geben, der deinem Weg folgen wird, weil es auch sein oder ihr Weg ist!


Gab es irgendwelche Argumente hinsichtlich des Platzierens von Arrangements, wer am lautesten im Mix zu hören sein wird und dergleichen oder seid ihr eine wirkliche Einheit, die eine einzige Richtung geschlossen ansteuert?

In instrumentaler Hinsicht gibt es bei uns keinen Star, der mit seinem Instrument den Ton angibt, weil bei uns jeder zum Gesamtbild beiträgt. Jeder hat die Wichtigkeit und die Essenz der jeweils anderen Teile im Verlauf des Abmischens verstanden, weil jeder seinen eigenen Teil in die Musik einbringt. Es gibt keine Diskussion! MAHATMA gehört niemandem von uns! Der Geist der Band befindet sich auf einem höheren Level!


Wie entstand das Artwork zu "Gilgamesh"?

Ich bin ein professioneller Grafiker, deswegen habe ich bis auf das Debüt [das ein Leinwandbild von unserem Bruder Alberto Badas aka Spaiderino ist] an allen Zeichnungen für die Band gearbeitet. Es war einfach, die Suche nach einem Motiv aufzunehmen, sobald die ungefähre Richtung festgelegt wurde. Als ein Fan der „Heavy Psych Doom“-Szene sowie dessen Ästhetik war für mich das Bild eines Mythos, der in Blut und obskurem Schicksal geschrieben wurde, einfach die beste Wahl.


Wie hoch stehen die Chancen, euch demnächst live zu sehen? Erzähle potenziellen Bookern da draußen, was ihr generell braucht oder verlangt, um irgendwo einen Gig zu spielen. Mit welchen Bands würdet ihr gerne auftreten?

Wir würden gerne mit den fantastischen COLOUR HAZE auftreten, weil wir dieselbe Einstellung hinsichtlich Musik und Atmosphäre haben. Ein paar Shows in ganz Europa wären nett, vielleicht mit den Brüdern des Stoner Doom. Wir bräuchten im Prinzip nicht viel: Ein paar Bier, ein Bett und MAHATMA spielen stundenlang laute, psychedelische Musik!


Danke für deine Zeit und alles Gute mit euren zukünftigen .

Danke für dein Interesse und die Möglichkeit, auf diesem Wege zum deutschen Publikum sprechen zu können. You have always been very careful about what we call fucking Rock 'n Roll! Stay Doom bros!

Micha

Autor: Michael Bambas [Micha] | 16.12.2010 | 15:22 Uhr

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