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Dirge - And Shall The Sky Descend [Re-Release]
Cover von Dirge -- And Shall The Sky Descend [Re-Release]
Band: Dirge Homepage Metalnews nach 'Dirge' durchsuchenDirge
Album:And Shall The Sky Descend [Re-Release]
Genre:Ambient, Doomcore, Post Hardcore
Label:Equilibre Music
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:01.06.07

"Definitiv kein 'Pelirosis Of Isisspeed'-Klon!"

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir DIRGE aus Paris noch kein Begriff waren. Das Re-Release ihrer Scheibe „And Shall The Sky Descend“, die ursprünglich 2004 über Blight Records veröffentlicht wurde, ändert dies jedoch zum Glück, denn auch wenn das Album schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, handelt es sich bei DIRGE eben nicht um einen der zahllosen Klone, die sich mittlerweile im Postcore-Genre tümmeln und sich munter mit den Lorbeeren von ISIS, NEUROSIS und PELICAN schmücken.

DIRGE gibt es nämlich schon seit dreizehn Jahren und „And Shall The Sky Descend“ stellt immerhin auch schon das dritte Album der Franzosen dar. Geboten werden vier Songs mit absoluter Überlänge, da unter zwölf Minuten schon mal gar nichts geht. Lange, elegische Sounds und Klangwelten, die gelegentlich durch Ambient-Flächen und akustische Gitarren unterstützt werden, nur um dann wieder mit aller Gewalt und einem zähen Lavastrom gleich über dem Hörer hereinzubrechen, bestimmen das Gesamtbild von DIRGE. Alle Songs sind extrem sperrig und funktionieren selten nach den gängigen Mustern, schweifen oft ab, kehren aber stets rechtzeitig wieder zum Ursprung zurück, wobei sowohl Ausflüge in Richtung alte NEUROSIS als auch GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR zu verzeichnen sind. Letzteres wird besonders zum Ende des ersten und des letzten Songs deutlich, bei dem es sich fast so anhört, als habe BJÖRKs kleine Schwester mal eben ausgeholfen. Experimentell, unkonventionell, dynamisch, schleppend und brachial – das sind in etwa die Adjektive, die die Musik von DIRGE ausmachen. Somit wird auch vor dem Gebrauch von Trompete, Violine und Didgeridoo nicht zurückgeschreckt – daher auch der Vergleich mit beispielsweise „Through Silver In Blood“ von NEUROSIS, die dort ähnlich vielschichtig zu Werke gingen. Aber wie gesagt: DIRGE agieren hier eigenständig und kompetent, wobei – genau wie bei anderen Veröffentlichungen dieses Genres – deutlich darauf hingewiesen werden muss, dass die Mucke so einige Durchläufe benötigt, um sich dem Hörer zu erschließen. Ist dies geschehen, dann lässt einen diese so schnell jedoch nicht wieder los. Dafür sorgen allein schon die wuchtigen Mammut-Riffs in der zweiten Hälfte von „The Endless“ und ab Minute 7 in „Glaring Light“, die einen in Verbindung mit den zweistimmig herausgebrüllten Vocals schonungslos in Grund und Boden stampfen.

„And Shall The Sky Descend“ ist ein tolles Album, das allerdings alles andere als eingängig ist, sich viel Zeit lässt und vor allem auch viel Zeit sowie die nötige Stimmung benötigt. Eine Hit-Single werden DIRGE ganz sicher niemals abliefern, aber wer braucht das schon im Postcore-Genre? Eben, niemand! Mal schauen, ob sich die Franzosen auf ihrer im Oktober erscheinenden neuen Scheibe über das neue Label Equilibre Music, die aus genau diesem Grund das Album von 2004 im schmucken Digipack als kleine Gedächtnisstütze erneut veröffentlicht haben, noch steigern können. Eine unkonventionelle und interessante Band, die sich in ihrer kleinen Nische wohnlich einrichtet hat, eine Bereicherung für die Szene darstellt und ruhig öfter dafür sorgen kann, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt!

Trackliste:
01. And Shall The Sky Descend
02. The Birdies Wheel
03. The Endless
04. Glaring Light


Alexander Eitner [soulsatzero] | 02.06.2007 | 17:27

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