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09. September 2010  
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06.07.10 So mancher Tag, an dem ich Monat für Monat für euch Jungs und Mädels meine Kolumne schrieb, war sehr hektisch – wie immer eigentlich im Leben [...mehr]
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Pathfinder -- Beyond The Space Beyond Time
Pathfinder
Beyond The Space Beyond Time
Melodic Speed Metal, Power Metal, Symphonic / Epic Metal
6.5 von 7 Punkten
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(Diese CD hat eine höhere Bewertung als 5.5 erhalten) "Sie kamen und überrollten…"
Stone Sour -- Audio Secrecy
Stone Sour
Audio Secrecy
Alternative, Hard Rock, Modern Metal
5.5 von 7 Punkten
"Das dritte Bein in der Hose!"
Disturbed -- Asylum
Disturbed
Asylum
Modern Metal
5.5 von 7 Punkten
"Rückschritt - juhu!"
Sahg -- III
Sahg
III
Doom Metal, Heavy Metal
6 von 7 Punkten
:: CD-Tipp :: 
(Diese CD hat eine höhere Bewertung als 5.5 erhalten) "Schwer und mitreißend!"
The Absence -- Enemy Unbound
The Absence
Enemy Unbound
Melodic Death Metal, Thrash Metal
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Terror -- Keepers Of The Faith
Terror
Keepers Of The Faith
Hardcore
5 von 7 Punkten
"Endlich wieder Terror!"
System Divide -- The Conscious Sedation
System Divide
The Conscious Sedation
Gothic Metal, Hardcore, Melodic Death Metal
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"Die Schöne und das Biest..."
Ion Dissonance -- Cursed
Ion Dissonance
Cursed
Mathcore, Progressive
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"Schwerer Brocken"
Reactive Black -- A New Dawn
Reactive Black
A New Dawn
Gothic Rock
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"Schief gelaufen"
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Pop, Rock
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Grenzgänger
Black Metal
7 von 7 Punkten
:: CD-Tipp :: 
(Diese CD hat eine höhere Bewertung als 5.5 erhalten) "Unerhört genial!"
Up To No Good -- A Glimpse Of Truth
Up To No Good
A Glimpse Of Truth
Alternative, Rock
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"Hoffnungsvoll, aber noch deutlich verbesserungswürdig"
Dawn Of Ashes -- Genocide Chapters
Dawn Of Ashes
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Ambient, Black Metal, Death Metal
3 von 7 Punkten
"Nichts Halbes und vor allem nichts Ganzes"
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Sleepytime Gorilla Museum - In Glorious Times
Cover von Sleepytime Gorilla Museum -- In Glorious Times
Band: Sleepytime Gorilla Museum Homepage Metalnews nach 'Sleepytime Gorilla Museum' durchsuchenSleepytime Gorilla Museum
Album:In Glorious Times
Genre:Avantgarde/Electronica, Progressive, Psychedelic
Label:Equilibre Music
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:29.05.07
CD kaufen:'Sleepytime Gorilla Museum - In Glorious Times' bei amazon.de kaufen

"Verdammt schwere Kost für Frickel-Fans!"

Es ist gar nicht einmal so lange her, als ich mich während eines Reviews fragte, was eine Plattenfirma dazu veranlasst, die Metal-Presse damit zu beauftragen, eine Platte zu bewerten, die mit Metal im Groben rein gar nichts zu tun hat. Nun, die Rückkehr dieser Frage sollte wohl schneller gefeiert werden, als erwartet, denn mit „In Glorious Times“ von SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM ereilt mich dieses Gefühl erneut. Zwar wäre Rock als Genre nicht so weit entfernt vom Metal - die Band bezeichnet ihren Stil nämlich gar selbst als „avantgardistischen Rock gegen Rock“ - aber auch mit jeglichen Arten des Rock hat das hier Gebotene wenig zu tun. Würde man es sich nun extrem vereinfachen, würde man den fünf Musikern einfach den allseits beliebten „Progressiv!“-Stempel aufs Haupt ballern und damit hat’s sich. Schublade auf, Band rein, fertig! Hach ja, … wenn das nur so einfach wäre…

SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM sind seit jeher bekannt als die personifizierte Komplikation, als eine Art eigene Mathematik innerhalb ihrer Musik. Die Wörter Eingängigkeit und Geradlinigkeit sind im Wortschatz der Kalifornier schlicht und einfach non-existent und so tun sie sich völlig absichtlich schwer, eben jene Wörter in ihrer Musik umzusetzen. Beim ersten Durchhören des Albums lag mir ein Vergleich auf der Zunge, der immer mehr an beschreibender Deutlichkeit gewann: Diese Gruppe klingt verdammt heftig nach Mike Pattons Projekt FANTÔMAS, wenn man sie auf halber Geschwindigkeit abspielt, den Metal an sich subtrahiert und hier und da ein paar Pfannen, Töpfe und evtl. schräge instrumentale Eigenkreationen addiert. Jedenfalls hätte [oder vielleicht hat] der musikalisch experimentierfreudige Ex-FAITH NO MORE Frontmann seine wahre Freude an diesem auditiven Wahnsinn. Warum sich mein anfänglich vorsichtiger Vergleich immer mehr manifestierte, liegt übrigens an der unglaublichen Tatsache, dass ich bei meinen Recherchen in der Tat darauf stieß, dass man nicht nur die angesprochenen Instrumente der Marke Eigenbau kreiert und davon ab und zu Gebrauch macht, sondern wirklich sämtliche Küchenutensilien zugunsten der Percussions zusammensammelte.

Da Wahnsinn und Genie bekanntlich sehr nah beieinander liegen können, werde ich einen Teufel tun und dieses Album, geschweige denn dieser Band etwas wirklich Schlechtes nachsagen. Auf rein musikalischer Ebene wird uns hier ein durchdachter, bis ins letzte Detail geplanter und vor allem taktlich geradezu hochmathematisch berechneter und unzugänglicher Soundberg präsentiert, für dessen Erklimmung [sprich: Verständnis, Wahrnehmung und Verarbeitung] Voraussetzungen vergleichbar mit denen des Mount Everest gelten. Das Basiscamp erreichen wir wohl alle irgendwie, aber was liegt darüber hinaus? Findet es selbst heraus, denn das ist es meist, was Künstler vom Kunstliebhaber verlangen: verschafft Euch eigene Erkenntnisse, eigene Interpretationen und vor allem Euren eigenen Eindruck von diesem theatralmusikalischen Gesamtkunstwerk. Am besten vielleicht vorab auf der bandeigenen MySpace-Seite, die auch aktuelle Tracks präsentiert. Auch wenn diese nun folgenden Acts jeweils extrem weit voneinander entfernt liegen: wer Bands wie MR. BUNGLE, MESHUGGAH, KING CRIMSON oder FANTÔMAS mag, sollte hier wirklich ein Ohr riskieren.

Für mich sind SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM jedenfalls einerseits die perfekte Untermalung beim Lesen eines Psychothrillers und auf anderer Seite Inspiration zu stimmungsvollem Schreiben. Sie sind oft alles auf einmal und dann wieder minimalistisch wie der Dalai Lama persönlich, aber sie sind vor allem eines: geniale, in dieser Konstellation absolut nicht massentaugliche Musiker aus Leidenschaft mit Hang zu Dramatik und Spannung im künstlerischen Sinne. Meine tiefste Verneigung vor dieser musikalisch geradezu dadaistischen Arbeit, die sich wirklich danach anhört.

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Das soll es bis hier hin in Sachen Review zu „In Glorious Times“ gewesen sein. Ich dachte mir, diese Band etwas näher zu beleuchten, sei eine gute Idee und vielleicht eine nette Zusatzinformation für jene Leser, die nun evtl. neugierig sind. Mit diesem Review allein vermag man doch relativ wenig anfangen zu können.

Der Bandname ist übrigens inspiriert durch eine kleine Gruppe von Künstlern, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts ebenfalls diesen Namen geben und das so genannte „Museum der Zukunft” führen, welches sie selbst als “Anti-Artefakt, non-historisch und geschlossen” beschreiben. Das Museum wird am 22. Juni 1916 nicht nur eröffnet, sondern auch geschlossen, denn einziger „Ausstellungsgegenstand“ war ein riesiges Feuer, welches alles verwüstet und für Verwirrung sorgt. Genau 83 Jahre später, am 22. Juni 1999, präsentiert die Band ihr erstes Album namens „The Grand Opening And Closing“. Allerdings glücklicherweise ohne großes Feuer…

Man sollte nicht glauben, dass sich SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM rein auf Studioarbeiten einschießen. Man gibt durchaus aufwändig arrangierte Konzerte, die einem Besuch im Improvisationstheater in nichts nachstehen. So spielt man mit Überraschungseffekten, gibt Puppenspiele zum Besten oder lädt gar die experimentelle Ausdruckstanzgruppe inkBoat als Bühnenbegleitung ein, der drei der Bandmitglieder selbst angehören. Alles in allem also nicht nur musikalisch voll auf Kunst ausgerichtet.

Die angesprochenen, hausgemachten Instrumente: das Slide-Piano Log, die Percussion-Gitarre, die Elektrische Bauchspeicheldrüse, der Vatikan, der Pedal-Wackler. Als rare Instrumente bezeichnet die Band die Auto-Harfe, ein Glockenspiel, ein Spielzeug-Piano und ein Wikinger Langboot. [allesamt übrigens hauptsächlich gebaut von Produzent, Bassist und Mechaniker Dan Rathbun]

Genau so abgefahren, wie diese Namen klingen, so abgefahren ist auch deren Umsetzung. Eines der Instrumente (das Slide-Piano Log) ist z.B. ein komplett selbst gebautes Bassinstrument, das auf über zwei Metern Länge mit Klaviersaiten bespannt wird und mit zwei Streichbögen gleichzeitig gespielt werden muss. Ein Bogen dient dabei in der Linken Hand als Griffhilfe für die Bünde, während mit dem zweiten Bogen die Saiten gestrichen werden, wodurch die Basstöne erklingen.

Wer neugierig auf die Live-Performance der Band ist, möge sich dieses Video zu Gemüte führen.

Trackliste:
01. The Companions
02. Helpless Corpses Enactment
03. Puppet Show
04. Formicary
05. Angle Of Repose
06. Ossuary
07. The Salt Crown
08. The Only Dance
09. The Greenless Wreath
10. The Widening Eye
11. The Putrid Refrain


Patrick Franken [Border] | 27.06.2007 | 06:06

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