BLIND GUARDIANTHE HIGH CONFESSIONS
31. Juli 2010  
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Necrodeath - Draculea
Cover von Necrodeath -- Draculea
Band: Necrodeath Homepage Metalnews nach 'Necrodeath' durchsuchenNecrodeath
Album:Draculea
Genre:Black/Thrash Metal, Melodic Black Metal, Thrash Metal
Label:Scarlet Records
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:15.10.07
CD kaufen:'Necrodeath - Draculea' bei amazon.de kaufen

"Das Biest mit dem goldenen Kelch"

NECRODEATH in der Metalszene vorzustellen, ist mittlerweise so, als wolle man Pizzarezepte nach Italien tragen. Überspringen wir dieses daher und wenden uns stattdessen direkt dem Album zu – „Draculea“. Gespiegelterweise zeigt uns eine nur mit Eigenhaar bekleidete, blasse Dame stolz ihren ausgeprägten Überbiss und signalisiert so auch Leuten, die nicht lesen können, dass es hier eindeutig um Vampire geht. Nun ist eine Beschäftigung mit dem Vlad Tepes – Mythos in der Metalszene wirklich nichts neues, aber bei einer Band, deren angeschwärzter, leicht technischer Thrashmetal mit einer wirklich herrlich-fiesen Kreischstimme verhöllenedelt wird, könnte da tatsächlich noch was spannendes bei rauskommen. Hören wir doch einfach mal rein.

Leider springt einem sogleich der erste Kritikpunkt ins Ohr – das mit dem Geburtsdatum des rumänischen Pfählers betitelte Intro erfüllt leider nicht die Rolle der knisternden Albumeinleitung, die des Höhrers Nackenhaare auf ein Maximum heraufkräuselt, sondern bastelt, relativ unspektakulär, Elemente wie akustisches Gitarrenspiel, die für NECRODEATH typische Mischung aus drohender Leadgitarre und atmosphärischem Schlagzeugspiel, sowie ein paar gesprochene Passagen zusammen, ohne dabei (auf das komplette Album betrachtet) weit über die Qualität eines Lückenfüllers hinauszukommen. Das gleiche gilt für das Outro am Schluss und das ist sehr schade, weil hier zwei Songs verschenkt werden, die die tatsächliche Trackanzahl auf 7 herunterschrauben, wenn man es denn genau nimmt. „Smell Of Blood“ (das man sich hier komplett anhören und herunterladen kann) zeigt sich hingegen wieder ganz so, wie man NECRODEATH hören möchte – toller Old School Black/Thrash mit lässig-raffinierter Instrumentalarbeit und dieser charakteristischen Stimme, die bei der richtigen Lautstärke auf angenehmste Weise durch Mark und Bein geht. Und leise sollte man diese Band ohnehin nicht hören. Nach dem etwas gebremsteren „Party In Tiqoviste“ gibt es mit „Fragments Of Insanity“ richtig fett auf die Mütze. Der Titeltrack „Draculea“ ist ein abwechslungsreicher Rocker, der nach einem atmosphärischen Anfang mit dem griffigen Refrain „Live to kill – kill to live!“ echt Laune macht. Dagegen wirkt die durchaus ordentlich umgesetzte VENOM-Coverversion “Countess Bathory” nun fast schon zweckmässig, was auch daran liegen kann, dass der Song vom Riffing und Ablauf her nicht verändert wurde und dadurch um einiges simpler wirkt, als das restliche Material. Was folgt ist mein persönliches Albumhighlight in Form des Quasi-Instrumentals „The Golden Cup“, auf dem sich die Band in Höchstform zeigt, alle Elemente so greifen, wie sie sollten und abschliessend auch richtig auf die Tube gedrückt wird. Da ganz am Ende der Scheibe ja das Outro kommt, ist nun der letzte tatsächliche Song „Impaler Prince“ dran, bei dem, nicht zuletzt wegen des praktischen Namens, alle Möglichkeiten gegeben sind, dem Album einen exzellenten Rausschmeisser zu verpassen. Da man allerdings davon absieht, richtig aufs Gaspedal zu gehen und dem Song auch stellenweise die Luft ausgeht, scheitert der Versuch und damit auch der Song, den selbst ein paar nette Gimmicks am Ende, wie der „I-want-your-blood“-Gesang nebst schrillem Frauengekreische, auch nicht mehr zum Hit machen.

„Draculea“ wird sicher nicht als bestes NECRODEATH-Album in die Bandgeschichte eingehen, allerdings sorgen die Klasse der Musiker, sowie einige fette Songs dafür, dass die Schwächen der Scheibe in einem Rahmen bleiben, der keinen davon abhalten sollte, sich der zähnefletschenden Furie in die tödlichen Arme zu werfen. Auch wenn ich mir oftmals ein bisschen mehr Gaspedal gewünscht hätte, bleibt unterm Strich trotzdem eine in vielen Momenten hochklassige CD, die jedem Metalfan gefallen sollte, in dessen Herz es irgendwo einen Platz für den eher finsteren Thrash der 80er gibt und der darauf einen guten Schluck aus dem goldenen Kelch der Bestie nehmen sollte.

Trackliste:
01. V.T.1431
02. Smell Of Blood
03. Party In Tirqoviste
04. Fragments Of Insanity
05. Draculea
06. Countess Bathory
07. The Golden Cup
08. Impaler Prince
09. V.T.1476
Spielzeit: 00:47:57

Line-Up:
Flegias (Vocals)
Maxx (Guitars)
John (Bass)
Peso (Drums)
Werner Heinz [sOULiON] | 01.11.2007 | 20:50

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