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Album:Til Death Do Us Apart
Genre:Melodic Death Metal, Modern Metal
Label:Dockyard1
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:25.01.08
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"Ein Ritterschlag ist auch nicht mehr, was er mal war"

Also 2007 muss für DEGRADAED ja ein sensationelles Jahr gewesen sein. Da verschreibt man sich stilistisch einem boomenden Subgenre des Metal-Zirkus und wird prompt von einem der Pioniere dieser Szene unter die Fittiche genommen. Kein Geringerer als Jesper Strömblad [IN FLAMES, DIMENSION ZERO], der wohl den Melodic Death Metal wie kaum ein anderer geprägt hat, tituliert die fünf Herren aus Stockholm als „Zukunft des Heavy Metals“. Früher hätte man das wohl einen Ritterschlag genannt!

Die Zuneigung ging noch um einiges weiter, als bloß den ein oder anderen Superlativ über die Band zu posaunen, denn das Debüt-Album „Til Death Do Us Apart“ wurde nämlich in den brandneuen IF-Studios aufgenommen, in denen bisher wohl nur die Besitzer selbst an ihrer aktuellen Platte schrauben durften. Für den Mix der Platte war übrigens eine Truppe namens H.O.R.D.E. verantwortlich. Hinter diesem Synonym versteckt sich Herr Strömblad zusammen mit zwei seiner Bandkollegen, Björn Gelotte und Daniel Svensson. Für die [moderne] Klangqualität des Erstlings ist also selbstredend gesorgt.

Setzt man sich aber dann mit den Liedern von DEGREDEAD auseinander, ist wohl die ein oder andere Enttäuschung nicht zu vermeiden. Irgendwie verwundert es aber auch nicht weiter, dass sich der blonde Gitarrist so für den Sound der Stockholmer begeistern kann, klingt das Ganze doch wie eine Schnittmenge aus neueren IN FLAMES [Surprise!] und DIMENSION ZERO [Wer hätte das gedacht?], eine Prise SOILWORK vielleicht auch noch... Sänger Mikal Sehlin keift sich wacker, wenn auch etwas gesichtslos durch die ersten zehn Songs und gibt auch mal den ein oder anderen gesungenen Refrain zum Besten. In der Art schon x-mal gehört, meist sogar besser! Der Rest der Band ballert ein Schwedenriff nach dem anderen raus und macht seine Sache nicht schlecht, der Pfad der Vorhersehbarkeit wird aber zu keinem Zeitpunkt verlassen. Hier ein harter Teil, jetzt’n Refrain und wenn nicht mehr viel gesteigert werden kann, dann halt mal einen Groove-Part zur Auflockerung. Die Struktur der Riffs? Schema F! So geht das die ersten 38 Minuten dahin, bis dann mit dem Titeltrack an letzter Stelle eine, man wird es kaum glauben, herrje wie innovativ, eine Akustik-Instrumentalnummer geboten wird. Die klimpert aber so was von uninspiriert dahin, das man sie sich wirklich hätte sparen können! Aber dann hätte das Album ja auch keinen Namen mehr…

Ja, die Produktion erfüllt alle Standards, ja, Handwerklich gibt sich das Quintett keine Blöße und ja, vor ein paar Jahren hätte mich das sicherlich weggeblasen aber anno 2008 erwarte ich mir da einfach mehr vom „gewissen Etwas“. Aber ok, das hier ist ein Debüt-Album und die Band hat noch jede Menge Zeit ihren eigenen Stil zu finden und am Songwriting zu feilen. So lange „die Zukunft des Heavy Metals“ aber so klingt, können von mir aus auch noch die Björler- und Amott-Brüder ihre Hände für diese Truppe ins Feuer legen, die Scheibe wird sich trotzdem nicht mehr so schnell in meinen CD-Player verirren!

Trackliste:
01. Genetic Waste
02. Take Control
03. Burned
04. Pass Away
05. Relations To The Humanity
06. The Bloodchain
07. The Fallen
08. Day Of The Dead
09. Resemblace Of The Past
10. Reborn
11. Til Death Do Us Apart
Spielzeit: 00:41:06

Line-Up:
Mikael Schlin - Vocals
Anders Nyström - Guitar
David Szües - Guitar
Michel Bärzen - Bass
Kenneth Helgesson - Drums
Amadeus Mader [Ammosarier]
25.01.2008 | 18:13
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