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Minsk Security - Rebornation
Cover von Minsk Security -- Rebornation
Band: Minsk Security Homepage Metalnews nach 'Minsk Security' durchsuchenMinsk Security
Album:Rebornation
Genre:Modern Metal, Thrash Metal
Label:Quam Libet Records
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:11.01.08

"Mach den Hetfield!"

Bei einem Bandnamen wie MINSK SECURITY würde es nahe liegen, dass die in Frage stehende Formation auch hinter dem ehemals eisernen Vorhang, genauer eben in Minsk in Weißrussland, ansässig ist. MINSK SECURITY kommen jedoch aus der Schweiz und klingen, als wären sie aus Kalifornien.

Das einzig Russische, was sich bei MINSK SECURITY außer der namensgebenden Metropole finden lässt, ist der gesprochene Text im Intro „Exordium“, dessen Übersetzung sich im Booklet befindet. Gleich der erste Song macht klar, womit es die geneigte Hörerschaft bei "Rebornation", dem Debüt der Newcomer aus dem Eidgenössischen, zu tun hat: Tiefer gestimmter, fetter Thrash-Galopp leitet „Born To Lead“ stimmungsvoll ein und spätestens, wenn nach einer Minute Vorlauf dann Sänger Marc Reichen einsetzt, besteht kein Zweifel mehr, welche Band sich die fünf Schweizer eindeutig zum Vorbild nahmen: METALLICA. Gerade durch die gekonnte Hetfield-Imitation ihres Fronters gehen MINSK SECURITY in die gleiche Richtung, die bereits im vergangenen Jahr von ihren österreichischen Kollegen WOLFPACK UNLEASHED eingeschlagen wurde und sorgen bereits mit dem Refrain des Openers für Gänsehaut. Natürlich ist die Band deshalb noch lange kein Abklatsch der Bay-Area-Legende, alleine schon, weil Reichen in seiner Stimme eine gehörige Portion mehr Rotz aufweist als sein kalifornisches Vorbild und zudem auch nicht vor New Metal-typischen Shouts zurückschreckt. Im Punkto Songwriting haben MINSK SECURITY schon einiges zu bieten, was beispielsweise das coole, zweistimmige Solo im Eröffnungstrack, der eingängige Groove von „Safe In Minsk“ oder der gefühlvolle und von perlenden, unverzerrten Gitarren getragene Titeltrack „Rebornation“ beweisen. Letzterer erinnert zudem stark an das Intro zu METALLICAs „Fade To Black“. Auch das von klassischem Metal beeinflusste „Revenge“ weiß zu begeistern. Technisch hat das Quintett definitiv seine Hausaufgaben gemacht: Die Riffs und Soli der Gitarristen Michael Suter und Oliver Schneider sind präzise und auf den Punkt gespielt und zeugen von enormer Spielfreude und auch Schlagzeuger Simon Burkhardt stellt seine Fähigkeiten sowohl durch diverse Schnörkel sowie rhythmische Finessen unter Beweis. Allerdings merkt man der Band auf „Rebornation“ durchaus noch an, dass es sich um ihr Erstlingswerk handelt. Reichens Hetfield-Gesang passt zwar durchaus gut zu den ultrafetten, „St. Anger“-typischen Riffs, allerdings bekommt der Hörer bisweilen das Gefühl, dass der Sänger bei schwierigeren Passagen leicht daneben liegt. Dies wird z.B. im Refrain von „Despair“ hörbar. Zudem befinden sich neben den genannten Highlights auch noch diverse Platzhalter auf dem Album, wie z.B. die Halb-Ballade „No Cure“. Abschließend sei noch erwähnt, dass die Band ihr Debüt komplett in Eigenregie produziert hat. Das verdient zweifelsohne den allergrößten Respekt, allerdings erklärt es auch, warum sich das Klangbild doch leicht von „professionelleren“ Produktionen unterscheidet. Ein erfahrener Produzent hätte aus dem über weite Strecken soliden Songmaterial sicher noch mehr herausholen können, doch so wirkt das klangliche Gesamtbild etwas unausgewogen und lässt eine gewisse Einheit vermissen.

MINSK SECURITY haben mit ihrem Debüt ein durchaus anständiges, modernes Thrash-Album geschaffen. Allerdings würden den fünf Schweizern etwas mehr Eigenständigkeit im Songwriting und vor Allem eine professionelle Produktion gut zu Gesicht stehen. Nichtsdestotrotz können [und sollten] Fans von technisch versiertem, zeitgemäßem Thrash Metal guten Gewissens zugreifen, denn von MINSK SECURITY wird sicher noch Einiges kommen. Wer’s nicht glaubt überzeugt sich anhand von „Born To Lead“, „Safe In Minsk“ und „Rebornation“.

Trackliste:
01. Exordium
02. Born To Lead
03. Despair
04. Naissance De La Haine
05. For A Lonely Generation
06. Fear Of The Black Hole
07. Schilophate
08. Guide Me
09. No Cure
10. 1349 Dead End
11. Funeral Marches
12. Safe In Minsk
13. Revenge
14. Rebornation
Spielzeit: 00:56:44

Line-Up:
Marc Reichen - Vocals
Michael Suter - Guitar
Oliver Schneider - Guitar, Backing Vocals
Simon Burkhard - Drums
Pat Gass - Bass
Thomas Meyns [Metalviech] | 10.02.2008 | 02:26

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