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09. September 2010  
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06.07.10 So mancher Tag, an dem ich Monat für Monat für euch Jungs und Mädels meine Kolumne schrieb, war sehr hektisch – wie immer eigentlich im Leben [...mehr]
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Darkthrone - Frostland Tapes
Cover von Darkthrone -- Frostland Tapes
Band: Darkthrone Homepage Metalnews nach 'Darkthrone' durchsuchenDarkthrone
Album:Frostland Tapes
Genre:Black/Death Metal, Death Metal, Death/Thrash Metal
Label:Peaceville Records
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:27.06.08
CD kaufen:'Darkthrone - Frostland Tapes' bei amazon.de kaufen

"Was einst war"

Wir schreiben das Jahr 1988 [übrigens auch mein Geburtsjahr]. Ein Jugendlicher namens Gylve „Fenriz“ Nagell beschließt eine Band zu gründen, um sein musikalisches Interesse auszuleben. Ob er damals wohl schon ahnte, dass er bald eine der wichtigsten und umstrittensten [Black] Metal Bands der Welt, namentlich DARKTHRONE, ins Leben gerufen hat, lässt sich nicht mehr nachprüfen. Nach 21 Jahren Bandgeschichte beschließen nun Fenriz und Nocturno eine Compilation mit dem Titel „Frostland Tapes“ zu veröffentlichen, um der guten, alten Zeit zu huldigen.

Halten wir kurz inne und überlegen uns, was um diese Zeit in Norwegen los war. Die norwegische Black Metal Szene steckte in den Kinderschuhen und das einzige Zeichen, dass sich etwas anbahnen könnte, war die Kult-EP „Deathcrush“ von MAYHEM. DARKTHRONE hatten zu dieser Zeit noch keine Ahnung von Black Metal und sahen sich eher als Death/Thrash Metal Band. Der Leser kann sich nun wahrscheinlich ungefähr vorstellen, was für einen Sound man auf dem neuesten Release von DARKTHRONE erwarten darf.

„Frostland Tapes“ ist in insgesamt drei CDs aufgespalten und enthält alle vier Demos der Kult-Band, eine Live-Aufnahme von einem der wenigen Auftritte der Band und zu guter Letzt, die [rare] instrumentale Aufnahme des Full-lenght Albums „Goatlord“. Anders gesagt, alles, was man auf diesen drei CDs findet, hat eine sehr schlechte Produktion, ist kalt wie der nordische Winter und rau wie eine Nacht auf dem Ozean.

Das erste Demo „Land Of Frost“ beinhaltet insgesamt fünf Songs und Fenriz hat darauf sowohl die Drums, wie auch die Vocals übernommen. Wie bereits erwähnt, ist das KEIN Black Metal, sondern ein Death/Thrash Metal Demo. Was einem hier geboten wird, sind fünf Tracks einer jungen, motivierten Band, die wirklich Musik machen wollte. Die Produktion und die Perfektion waren zu dieser Zeit noch nicht von Bedeutung, es ging nur um das Feeling. Speziell zu erwähnen ist unbedingt der kurze, aber unglaublich atmosphärische Zwischenpart im Lied „Land Of Frost“. Totaler Kvlt!

Weiter geht es mit dem bekanntesten DARKTHRONE Song aus dieser Zeit – nämlich „Snowfall“. Dieser ist stolze neun Minuten lang und mit dem kurze Intro bildet er das zweite Demo „A New Dimension“. „Snowfall“ ist einer der längsten DARKTHRONE Songs und schafft es, trotz seiner Länge und seiner miesen Produktion, niemals langweilig zu werden.

Über die restlichen zwei Demos „Thulcandra“ und „Cromlech“ will ich eher weniger Worte verlieren. Nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil sie ähnlich zu bewerten wären wie „Land Of Frost“ oder „A New Dimension“. DARKTHRONE haben auf allen vier Demos gezeigt, dass sie spielen können und bereit sind für große Taten!

Interessanter wird es, wenn man sich die Live-Aufnahmen aus Dänemark anhört. Ich würde das Ganze als experimentell und „cool as fuck“ bezeichnen. Der Sound ist natürlich eine ziemliche Katastrophe und die Ansage wirken irgendwie witzig. Aber es macht Spaß die verschiedenen Songs anzuhören und seine Helden auch mal live genießen zu können. Die Jungs kriegen die Lieder gut rüber und ich finde es immer noch sehr schade, dass sich Fenriz weigert, heutzutage aufzutreten.

Was noch bleibt, ist die sperrige Version von „Goatlord“. Als DARKTHRONE beschlossen Black Metal zu machen, verschwand diese CD in der Schublade und wurde später wieder ausgegraben und mit Vocals veröffentlicht. Hier haben wir also 12 instrumentale Death Metal Tracks – klingt irgendwie schon merkwürdig, nicht? Aber es wäre wohl nicht DARKTHRONE, wenn es nicht merkwürdig wäre. Die Scheibe ist auch ganz sicher nicht schlecht, nur dient sie wohl wirklich mehr der Geschichte als dem musikalischen Genuss. Eine gewisse Ähnlichkeit besteht auf jeden Fall mit „Soulside Journey“ – nur viel rauer und räudiger, weil es sich ja um ein Rehearsal handelt. Das Coolste an dieser CD ist für mich auf jeden Fall das Drum-Solo von Fenriz. Es zeigt, dass Fenriz ein unterschätzter Drummer ist und er durchaus einiges auf dem Kasten hat.

DARKTHRONEs „Frostland Tapes“ ist eine Compilation-Scheibe geworden, die vor allem für DARKTHRONE-Fans und Historiker interessant ist. Wer sich dieses Album kauft, hält ein Stück Geschichte in der Hand. DARKTHRONE haben in den vergangenen 21 Jahren eine Vielzahl von Meisterwerken veröffentlicht und waren immer eine Band, die durch Leidenschaft und „Liebe“ zur Musik überzeugt haben. Alle Leute, die glauben, dass DARKTHRONE nur drei gute Alben erschaffen haben, brauchen diese CDs wohl nicht. Auch Personen, die auf sauberen und „schönen“ Black Metal stehen, werden hier höchstens Ohrenschmerzen erfahren. Diejenigen allerdings, die einen gewissen Flair und jugendlichen Mut zu schätzen wissen, werden ihre helle Freude daran haben. Mir persönlich bleibt nur noch zu sagen: Hail Fenriz, Hail Nocturno, Hail DARKTHRONE! True to the Max!

P.S.: Zu erwähnen wäre noch das tolle Booklet, welches ein Interview mit Fenriz und Nocturno über die damalige Zeit enthält!

Trackliste:
CD 1:

[Demo: Land Of Frost]
01. Land Of Frost
02. Winds Of Triton
03. Forest Of Darkness
04. Odyssey Of Freedom
05. Day Of The Dead
[Demo: A New Dimension]
06. Intro: Twilight Dimension
07. Snowfall
[Demo: Thulcandra]
08. Eon
09. Thulcandra
10. Archipelago
11. Extra Track: Soria Moria

CD 2:

[Demo: Cromlech]
01. The Watchtower
02. Accumulation Of Generalization
03. Sempiternal Past/Presence View Sepulchrality
04. Extra Track: Iconoclasm Sweeps Cappadocia
[Live from Denmark]
05. Cromlech
06. Sunrise Over Locus Mortis
07. Soulside Journey
08. Accumulation Of Generalization
09. Sempiternal Past/Presence View Sepulchrality
10. Iconoclasm Sweeps Cappadocia
11. Neptune Towers

CD 3:

[Goatlord]
01. Rex
02. Pure Demoniac Blessing
03. (The) Grimness Of Which Shepherds Mourn
04. Sadomasochistic Rites
05. As Desertshadows
06. In His Lovely Kingdom
07. Black Daimon
08. Toward(s) The Thornfields
09. (Birth Of Evil) Virgin Sin
10. Green Cave Float
11. A Blaze In The Northern Sky
12. Fenriz Drum Solo
Spielzeit: 02:18:00

Line-Up:
Fenriz – Drums, Vocals, Guitar
Zephyrous - Guitar
Anders Risberget – Guitar
Dag Nilsen - Bass
Nocturno Culto – Vocals, Guitar, Bass
Jonathan Jancsary [Squiggofant] | 22.07.2008 | 00:31

Durchschnittliche Leserwertung: 5.5 / 7 Punkten

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Kommentar von: Squiggofant | Wertung: 6/7 | 22.07.2008 - 13:06
"Soulside Journey" ist ein gutes Album! Aber "Transilvanian Hunger" und "Panzerfaust" werden für immer Black Metal Meisterwerke sein. Keine andere Scheibe kommt an diese zwei Kracher heran! Höchstens noch Immortal und Gorgoroth mit ihren Kvlt-Alben!

Kommentar von: Border | Wertung: 5/7 | 22.07.2008 - 11:37
Hm, würde mich ja schon interessieren, zumal ich einer der wenigen sein dürfte, die die Soulside Journey als eines der besten Alben ansehen, was Darkthrone je gemacht haben. Black Metal steht ihnen nicht. Provokant, provokant :D


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