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CD Review: Carnivore - Retaliation [RE-ISSUE]

Carnivore
Retaliation [RE-ISSUE]


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Cover von Carnivore -- Carnivore [RE-ISSUE]
Band: Carnivore Homepage Carnivore bei Facebook Metalnews nach 'Carnivore' durchsuchenCarnivore
Album:Carnivore [RE-ISSUE]
Genre:Hardcore, Punk, Thrash Metal
Label:Metal Mind
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:04.07.08
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"Peterchens apokalyptische Mondfahrt"

Als ein gewisser Peter Ratajczyk unter dem biblisch-manowaresken Pseudonym Petrus T. Steele anno 1982 die Gruppe CARNIVORE gründete, konnte freilich noch niemand ahnen, dass der aus Brooklyn stammende Musiker über eine Dekade später durch seine Band TYPE O NEGATIVE für feuchte Höschen im Milieu erotisierter Endzeitromantiker/innen sorgen sollte. Weit weniger sentimental als bei Letztgenannten sollten sich indes die frühen musikalischen Gehversuche des mittlerweile passionierten Rotweintrinkers gestalten. Denn gemeinsam mit seinen beiden Mitstreitern Louie Beateaux und dem 2005 verstorbenen Keith Alexander spann sich Steele – auch optisch bei Konzerten und Bandfotos unverkennbar von den dystopischen ‚Mad Max’-Filmen mit Mel Gibson inspiriert – seine eigene kleine Welt irgendwo in einer Jahrhunderte entfernten Zukunft nach einem Atomkrieg apokalyptischen Ausmaßes zusammen. Dieses fiktive Szenario eignete sich für den Sänger/Bassisten hervorragend dazu, seinem postpubertären Drang nach Zurschaustellung männlicher Aggressions- und Allmachtsphantasien nachzukommen. Doch damit genug der spöttischen Kritik – über diese ist das Werk CARNIVOREs auch trotz bzw. gerade wegen auf den ersten Blick politisch höchst inkorrekter Liedtexte über alle Maße erhaben.

Musikalisch unterlegt werden die kontroversen Lyrics durch ein interessantes Konglomerat aus 1980er Ami-Thrash und Speed Metal, Hardcore Punk der Marke S.O.D. und vereinzelten Doom-Momenten, die retrospektiv den Bogen zur erfolgreichen Nachfolgeband TYPE O NEGATIVE spannen. Hinzu gesellt sich Steeles markantes Organ, das kaum variabler hätte ausfallen können. Hauptsächlich zeichnet dieses sich zwar durch sinister-prophetisches Geschrei aus, doch auch für klaren Gesang konnte sich der spätere Playgirl-Hase schon begeistern [z.B. in der ansonsten äußerst maskulinen Hymne „Male Supremacy“]. Besonderes Lob gebührt Steele zudem für seine Performance in den schnelleren Parts von Stücken wie „Armageddon“, in denen sich seine Stimme – Hitparaden-Dampfplauderer Dieter Thomas Heck ist seinerzeit sicher vor Neid erblasst – schier überschlägt. Abgerundet wird das Ganze durch die Hardcore-typischen Background-Screams seiner beiden Mitstreiter. Besonderen Flair versprühen die Songs nicht nur durch den ausdrücklichen Ohrwurmcharakter samt hohem Mitgrölfaktor in den Refrains, sondern auch – wie erwähnt – durch die trashigen Lyrics irgendwo zwischen B-Movie-Action und Ray Bradburys finsterem Zukunftsszenario ‚Fahrenheit 451’. In einer nuklear verwüsteten Welt ohne Gewaltmonopol rotten sich dabei die von ihren niederen Instinkten getriebenen Überlebenden in der „Legion Of Doom“ zusammen, um gemeinsam als [Menschen-]fleischfressende Prädatoren ihre männliche Überlegenheit zu zelebrieren. Aktivitäten wie plündern, brandschatzen und Feinde töten stehen einzig und allein unter dem Zeichen von – mit Verlaub – fressen und ficken. Damit nicht genug, scheinen CARNIVORE doch mit „World Wars III And IV“ die Segel all ihrer Kritiker aus dem Lager der Antikriegsbewegung mit frischem Wind zu versorgen. Dass es sich beim krönenden Abschluss des Albums jedoch keineswegs um ein kriegsverherrlichendes Lied handelt, wird nicht nur anhand der typisch nihilistisch-ironischen Lyrics deutlich, sondern auch durch das Outro. Hierbei wurde nämlich in bester Jimi Hendrix-Manier die US-amerikanische Nationalhymne „The Star-Spangled Banner“ unterlegt mit allerhand düsteren Klangcollagen samt Bombeneinschlag. Außerdem dürfte ein bekennender Sowjet-Fan wie Pete Steele mit Dingen wie US-Patriotismus eh nicht sonderlich viel am Hut haben.

Lange Rede, kurzer Sinn: Für „Carnivore“ muss zum Schluss die uneingeschränkte und streng obligatorische Kaufempfehlung ausgesprochen werden. Wer die bereits 1990 neu aufgelegte Scheibe noch nicht seiner Sammlung einverleibt hat, sollte spätestens jetzt in der schicken, von Metal Mind Productions veröffentlichten Digipak-Version zugreifen. Das Teil ist nicht nur [maschinell] nummeriert und auf lediglich 2.000 Einheiten limitiert, sondern kommt auch noch mit drei Bonustracks in Demoform daher, die allesamt noch rotziger klingen als die offiziell bekannten Versionen.
Bevor CARNIVORE aufnahmetechnisch auf Eis gelegt wurden, folgte dem grandiosen Debüt mit dem Album „Retaliation“ ein nicht minder hörenswertes Zweitwerk.

Trackliste:
01. Predator
02. Carnivore
03. Male Supremacy
04. Armageddon
05. Legion Of Doom
06. God Is Dead
07. Thermonuclear Warrior
08. World Wars III And IV
09. U.S.A For U.S.A [Demo] *
10. S.M.D. [Demo] *
11. Sex And Violence [Demo] *

* Bonustracks
Spielzeit: 00:54:19

Line-Up:
Petrus T. Steele – Gesang, Bass
Louie Beateaux – Schlagzeug, Gesang
Keith Alexander – Gitarre, Gesang
Sebastian König [sk]
26.07.2008 | 18:46
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