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09. September 2010  
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06.07.10 So mancher Tag, an dem ich Monat für Monat für euch Jungs und Mädels meine Kolumne schrieb, war sehr hektisch – wie immer eigentlich im Leben [...mehr]
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 .: REVIEWS

Swallow The Sun - Plague Of Butterflies [EP]
Cover von Swallow The Sun -- Plague Of Butterflies [EP]
Band: Swallow The Sun Homepage Metalnews nach 'Swallow The Sun' durchsuchenSwallow The Sun
Album:Plague Of Butterflies [EP]
Genre:Doom Metal
Label:Spinefarm Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:19.09.08
CD kaufen:'Swallow The Sun - Plague Of Butterflies [EP]' bei amazon.de kaufen

"Auf schicksalschwangeren Schmetterlingsschwingen"

Wie oft als Aufhänger für die Rezension von Kapellen aus Finnland die Phrase „aus dem Land der tausend Seen“ bzw. „Land der Mitternachtssonne“ herhalten musste, will ich an dieser Stelle weder näher beleuchten, noch so genau wissen.
A propos beleuchten, bei SWALLOW THE SUN ist man ohnehin bereits nach den ersten Takten eher geneigt, dem Verdunkelung implizierenden Bandnamen schleunigst nachzukommen, allzu helle Beleuchtung zu dimmen und nur noch schwach flackernden Kerzenschein zuzulassen, so sehr erliegt man den großartig-elegischen Melodien, den zahllosen, schwarzen Schmetterlinge [aus dem Plattentitel], die einen in bitter-süsser Melancholie umflattern, den vermittelten, überwältigenden und alles verschlingenden großen Gefühlen von Schmerz und Trauer, dass sich eigentlich sämtliche Pop-Gothic-Wannadies wie Ville Vallo nur noch schamhaft verbergen können, denn das hier ist der echte Finnensound, ergreifend, mitreißend, schlicht großes Gefühlskino für die Ohren.

Alles beginnt mit einer dieser hinterhältigen, einschmeichelnden, finnischen Melodien [Ihr wisst schon, was ich meine], nimmt einen sofort gefangen, läßt einen nicht mehr los und vor dem geistigen Auge Bilder von tiefen, dunklen Wäldern, Nebelfeldern, fallenden Blättern und Abschiednehmen [ohne allzu große Hoffnung auf ein Wiedersehen] entstehen, so dass man sich ohne größere Gegenwehr schwelgerisch schönster Hoffnungslosigkeit bzw. der Geschichte von „Plague Of Butterflies“ hingibt, der Geschichte eines alten Eremiten, von Einsamkeit und der Pest, gewandet in einen atmosphärischen, warmen Sound, der so etwas wie die fast perfekte Symbiose aus MY DYING BRIDE, MOONSORROW, OPETH und vielleicht etwas alten PARADISE LOST und noch älteren ANATHEMA verkörpert.

Geplant war „Plague Of Butterflies“ ursprünglich als musikalische Untermalung eines Ballettprojekts [sowas gibt’s wohl auch nur in Skandinavien, siehe auch die ebenfalls finnischen WALTARI und ihre Death Metal-Oper oder die Schweden von ENTOMBED mit ihrem „Unreal Estate“-Ballett-Werk], was aber aus unterschiedlichen Gründen scheiterte, weswegen der aus drei Teilen bestehende Monumentalsong nun als schlichte Audioveröffentlichung und eigentlich als EP daherkommt, die allerdings zusätzlich durch die bislang nur schwer erhältlichen Songs des 2003er „Out Of This Gloomy Light“-Demos [das den Herren aus Jyväskylä damals den verdienten Plattenvertrag bescherte] aufgewertet [und somit sogar auf Überlänge gebracht] wird, die allesamt den beinahe beängstigend hohen Qualitätsstandard mühelos halten und von den bereits damals beeindruckenden, songschreiberischen Fähigkeiten des finnischen Sechsers künden.

Absolute Pflichtscheibe für Liebhaber o.g. Klänge, die von harmonischen, cleanen Gesängen bis kehligen Grunts, von fragilen Melodien bis wuchtigen Death-Doom-Riffs alles beinhaltet, was man an einsamen Herbstabenden braucht, um die Sinnlosigkeit irdischen Seins mit dem passenden Soundtrack zu zelebrieren.



Trackliste:
01. Plague Of Butterflies
I. Losing The Sunsets
II. Plague Of Butterflies
III. Evael 10:00
02.Through Her Silvery Body
03. Out Of This Gloomy Light
04. Swallow [Horror Pt. I]
05. Under The Waves
Spielzeit: 01:00:25

Line-Up:
Mikko Kotamäki - Vocals
Juha Raivio - Guitars
Markus Jämsen - Guitars
Matti Honkonen - Bass
Aleksi Munter - Keyboards
Pasi Pasanen - Drums
Dirk Konz [dkay] | 19.09.2008 | 20:18

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