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Album:Lost In Retrospect [Best Of]
Genre:Prog-Metal, Symphonic / Epic Metal
Label:Femme Metal Records
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:20.02.09
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"Retrospektive des Unbekannten"

In Zeiten, in denen es der Musikbranche nicht sonderlich rosig geht, ist es nicht mehr allzu häufig der Fall, dass ein neues Label auf der Bildfläche erscheint. Femme Metal [was für ein köstliches Wortspiel] heißt die neu gegründete Firma, die den Schritt wagt und – der Name lässt es erahnen – sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, hoffnungsvollen Metalbands mit weiblichen Mitgliedern eine Plattform zu bieten.

Der erste Release auf Femme Metal ist die CD „Lost In Retrospect“ der hierzulande bislang weitgehend unbekannten amerikanischen Truppe BRAVE. Etwas obskur mutet die Tatsache an, dass es sich bei „Lost In Retrospect“ [der Titel lässt es erahnen] um eine Art „Best Of“ [!] jener Kapelle handelt. Um das Ganze noch verwirrender zu machen, befinden sich auf der CD auch noch vier Titel von ARISE FROM THORNS, der Vorgängerband von BRAVE. Lässt man die kuriosen Begleitumstände dieser Veröffentlichung einfach mal außer Acht, offenbaren sich einem aber eine ganze Menge famoser und wundervoller Kleinode, die die berechtigte Frage aufwerfen, warum die Musik dieses außergewöhnlichen Sextetts zumindest in unseren Gefilden bislang nahezu keine Beachtung finden konnten. Musikalisch lässt sich das Gehörte nur recht schwer kategorisieren, da BRAVE aber einiges an opulenten Melodiebögen und glorreichen Instrumentalpassagen aufbieten, trifft das Etikett „epischer Progressive Metal mit Gothic-Versatzstücken“ vielleicht noch am ehesten zu. Es fällt auch unheimlich schwer, die Songs auf „Lost In Retrospect“ mit anderen Bands zu vergleichen. Was den Gesang von Michelle Loose betrifft, da kommt einem hier und da Anneke van Giersbergen [AGUA DE ANNIQUE, Ex-THE GATHERING] in den Sinn, das markante und überaus effektive Violinenspiel von Suvo Sur ruft einem zudem immer wieder die fantastischen SKYCLAD in Erinnerung. Dazu kommen dann noch die bereits angesprochenen unzähligen tollen Melodien, die an progressive Rockbands wie PINK FLOYD oder ELOY denken lassen.

Auch wenn das merkwürdige Gefühl, eine Retrospektive einer Band zu besprechen, von der man nie zuvor gehört hat, nicht gänzlich weichen will, lohnt es sich doch auf jeden Fall, sich einmal mit BRAVE zu befassen. Als Höhepunkte einer durchweg begeisternden Scheibe seien „Hold On“, "Before Nightfall" und „To Dance By Moonlight“ genannt. Empfehlenswerte Angelegenheit!

Trackliste:
01. Something To This
02. Driven
03. Hold On
04. Words
05. Before Nightfall
06. Trapped Inside
07. Candle In The Dark
08. Dark Waters
09. To Dream Again
10. Surrender
11. To Dance By Moonlight
12. Remember The Stars
13. Blue Skies
14. Passages
Spielzeit: 01:09:34

Line-Up:
Michelle Loose - Vocals, Keys
Scott Loose - Guitars
Trevor Schrotz - Drums
Ben Kelly - Bass
Suvo Sur - Violin, Keys
Matt Kozar - Guitars
Timo Beisel [kaamos]
18.02.2009 | 22:03
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