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Album:World Painted Blood
Genre:Thrash Metal
Label:American Recordings
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:30.10.09
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"Schmaler Grat"

Die Legende ist zurück. Neues Album, neues Glück? In der Tat, denn statt ein weiteres Oldschool-Werk einzuprügeln, tastet man sich wieder an einige Experimente heran. Zwar eher zaghaft, anstatt radikal wie noch vor zehn Jahren, aber deutlich hörbar. Eins ist doch klar: Der Bonus, den „Christ Illusion“ 2006 noch innehatte, ist mittlerweile nicht mehr gültig. Die aktuelle Thrash-Welle fordert von den Innovatoren Innovationen. „World Painted Blood“ muss daher auf eigenen Füßen stehen.

Und da könnte der neue Longplayer durchaus Probleme bekommen. Besticht der lange Titeltrack noch durch ein unauffälliges Grundriff, aber eine famose und für SLAYER-Verhältnisse verdammt modern tönende Vollendung des Themas, so laufen die folgenden zwei Songs als zwar durchaus gefällige, aber auch austauschbare Thrash-Nummern von der SLAYER-Stange etwas unspektakulär durch. Die Riffs hat man fast durch die Bank bei sich selbst geklaut und in den Zwischenteilen fragt man sich eigentlich ständig, wie viel Jahre Kerry King die Hörerschaft noch warten lassen will, bevor er endlich sein zweites Solo auspackt. Aber egal: SLAYER sind SLAYER sind SLAYER. Deshalb – und weil ab „Beauty Through Order“ der Innovations-Prozess bei dem legendären Vierer einsetzt - ist „World Painted Blood“ doch noch ein gutes, wenn auch kein überragendes SLAYER-Album geworden. Besagtes „Beauty Through Order“ ist wahrscheinlich der melodischste Song, den SLAYER jemals fabriziert haben [sieht man von dem überraschenden und daher noch cooler wirkenden, chaotischen Zwischenteil ab] und erinnert ein wenig an die „Diabolus In Musica“-Phase. Das gleiche Schicksal teilt auch das mit allerlei Effekten aufgepeppte „Playing With Dolls.“ Unbestrittenes Highlight der Scheibe und meiner Meinung nach der einzige Song mit einem wirklichen Ansatz von Klassiker-Potenzial ist „Hate Worldwide“, einer eingängigen Abrissbirne vor dem Gehörnten. „Public Display Of Dismemberment“ besticht vor allem durch seinen geilen Moshpart, der aber leider viel zu schnell wieder endet. „Human Strain“ ist auf Platte für SLAYER-Verhältnisse schon fast Alternative-Rock, könnte aber live zum guten Stampfer werden. Dennoch ein schwächerer Track. Ganz anders „Americon“, das aufgrund seiner rockigen Eingängigkeit und seines lässigen Grooves schon wieder zum MTV-Hit werden könnte. „Psychopathy Red“ war zuvor schon bekannt und zeigt die Totschläger in Sachen Brutalität wieder von ihrer Schokoladenseite – sieht man von den erneut bei sich selbst gemopsten Zwischenteilen ab. Der Rausschmeißer „Not Of This God“ kommt mit seiner Aggro-Stimmung alten Glanztaten aber noch näher und lässt schon aufgrund einiger ungewohnter Harmonien im Solo-Teil aufhorchen.

Ein wenig zwiespältig ist das Thrash-Vergnügen also dieses Mal angelegt. Man merkt, dass SLAYER wohl um ihre Unfähigkeit wissen, neue Klassiker der Marke „Die By The Sword“, „Hell Awaits“, Angel Of Death“, South Of Heaven“ oder „Dead Skin Mask“ zu schreiben. Daher stößt man zaghaft zu neuen Ufern vor und kann damit durchaus Erfolge verbuchen. Ob’s am Ende für die Ewigkeit reicht, wird die Zeit zeigen – einige Perlen sind definitiv auf „World Painted Blood“ vertreten.

Trackliste:
01. World Painted Blood
02. Unit 731
03. Snuff
04. Beauty Through Order
05. Hate Worldwide
06. Public Display Of Dismemberment
07. Human Strain
08. Americon
09. Psychopathy Red
10. Playing With Dolls
11. Not Of This God
Spielzeit: 00:37:57

Line-Up:
Tom Araya – Vocals, Bass
Kerry King – Guitar
Jeff Hannemann – Guitar
Dave Lombardo – Drums
Marcus Italiani [Mattaru]
30.10.2009 | 14:25
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