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"Die richtige Band zur falschen Zeit"
Cover von Nile -- Black Seeds Of Vengeance
Band: Nile Homepage Nile bei Facebook Metalnews nach 'Nile' durchsuchenNile
Album:Black Seeds Of Vengeance
Genre:Brutal Death, Death Metal
Label:Relapse Records
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:05.09.00
CD kaufen:'Nile - Black Seeds Of Vengeance' bei amazon.de kaufen
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"Die Hobby-Ägyptologen schlagen zu!"

Zwei Jahre nach ihrem Einstand, „Amongst The Catacombs Of Nephren-Ka“, legen die Hobby-Ägyptologen von NILE mit „Black Seeds Of Vengeance“ [2000] eine Scheibe nach, die das bisher ausgereifteste Songmaterial in der Geschichte der US-amerikanischen Band präsentiert und nebenbei einen Großteil der Konkurrenz in Sachen Originalität und spielerischem Können ganz alt aussehen lässt.

Doch immer der Reihe nach: Schon das Cover signalisiert wieder treffend, in welchen thematischen Bereichen sich die Band bewegt. Das alte Ägypten und seine Mythologie stehen wiederum im Mittelpunkt, was nach wie vor polarisiert, denn entweder man liebt NILE aufgrund ihres Konzepts oder kann mit den zahlreichen Querverweisen sowie dem Einsatz traditioneller Instrumente rein gar nichts anfangen. Fakt ist jedoch, dass die Truppe, die auf „Black Seeds Of Vengeance“ mit Dallas Toler-Wade vervollständigt wird, der sich sowohl an der Gitarre als auch gesanglich ausgezeichnet mit Karl Sanders ergänzt, eine völlig eigenständige und technisch durch die Bank weg hochklassige Leistung bietet. Sei es das treibend-hymnische Titelstück, das fiese und bedrohlich beginnende „Black Flame“, das vielschichtige „Masturbating The War God“ oder das epische „To Dream Of Ur“, das gleichzeitig das bisher längste Stück in der Geschichte der Band darstellt: NILE überzeugen auf ganzer Länge und verweisen etliche technische Brutal-Death-Bands auf die Ränge. Allein „To Dream Of Ur“ ist ein Song, in dem auch nach etlichen Durchläufen immer wieder zusätzliche Details auszumachen sind und der mit „Unas Slayer Of Gods“ auf dem Nachfolger, „In Their Darkened Shrines“, einen würdigen Konterpart finden sollte. Die beiden sehr experimentellen Stücke „The Nameless City Of The Accursed“, übrigens von H.P. Lovecraft inspiriert, sowie das rituell-beschwörende „Khetti Satha Shemsu“ beschließen letztlich „Black Seeds Of Vengeance“. Das geschieht zwar ohne harte Gitarrensounds, dafür jedoch mit einer düsteren und bedrohlichen Stimmung, die an Atmosphäre kaum zu überbieten sind, genauso wie sich durch die komplette Veröffentlichung immer wieder kleinere Klangexperimente und kurz Einsprengsel, oftmals akustischer Art, ziehen, die für ein vielfältiges, aber gleichzeitig sehr brutales Album sorgen.

„Black Seeds Of Vengeance“ zeigt eine Band, die ihren eigenen Weg konsequent beschreitet und zudem den eigenen Stil mit einer durch und durch überzeugenden Veröffentlichung weiter ausbaut, wie sich auf den Nachfolgern „In Their Darkened Shrines“ und vor allem „Annihilation Of The Wicked“ und „Ithyphallic“ noch wesentlich deutlicher zeigen sollte. Ungeachtet dessen, ob man mit dem Konzept und den musikalischen Experimenten von NILE nun etwas anfangen kann oder nicht, so lässt sich nicht verleugnen, dass wir es hier mit einer unglaublich talentierten und eigenständigen Band im Death-Metal-Bereich zu tun haben – und dass Relapse Records erneut das richtige Gespür für innovative Bands bewiesen haben! Daumen ganz weit nach oben!

Trackliste:
01. Invocation Of The Gate Of Aat-Ankh-Es-En-Amenti
02. Black Seeds Of Vengeance
03. Defiling The Gates Of Ishtar
04. The Black Flame
05. Libation Unto The Shades Who Lurk In The Shadows Of The Temple Of Anhur
06. Masturbating The War God
07. Multitude Of Foes
08. Chapter For Transforming Into A Snake
09. Nas Akhu Khan She En Asbiu
10. To Dream Of Ur
11. The Nameless City Of The Accursed
12. Khetti Satha Shemsu
Spielzeit: 00:42:55

Line-Up:
Karl Sanders – Guitar, Vocals
Dallas Toler-Wade – Guitar, Vocals
Chief Spires – Bass, Vocals
Derek Roddy – Drums, Vocals
Alexander Eitner [soulsatzero]
20.11.2009 | 17:14
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