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Cover von Amorphis -- Tales From The Thousand Lakes
Band: Amorphis Homepage Amorphis bei Facebook Metalnews nach 'Amorphis' durchsuchenAmorphis
Album:Tales From The Thousand Lakes
Genre:Death Metal, Psychedelic
Label:Relapse Records
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:12.07.94
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"Magie"

Ab 1994 steckte der Death Metal in einer echten Krise. Viele der in den letzten fünf Jahren bejubelten Bands hatten ihr kreatives Pulver längst verschossen. Während amerikanische Größen wie MORBID ANGEL, CANNIBAL CORPSE oder IMMOLATION ihrem Brutalo-Sound weitgehend treu blieben, mischten sich in Europa zunehmend rockig-melodische Parts in die blutverklebte Unterwäsche des Death Metal. ENTOMBED gaben sich dem rockigeren Genre hin, das man später als Death ’n’ Roll kennen sollte, DISMEMBER veröffentlichten mit „Massive Killing Capacity“ das wohl langsamste Album ihrer Karriere, DESULTORY flochten auf „Bitterness“ gleich reihenweise schaurig schöne Melodien ein, CEMETARY nervten mit damals noch relativ frisch klingenden Gothic-Schnipseln, während MASSACRA sich nicht entblödeten, auf dem grauenvollen „Sick“ sogar US-Country-Anleihen zu verwursten und dafür von „Death-Metal-Experten“ wie Frank Albrecht vom Rock Hard in den höchsten Tönen gepriesen wurden. Ebenso wie die britischen Vorzeige-Grinder von NAPALM DEATH, die sich mit dem lahmen „Diatribes“ in die Bedeutungslosigkeit schossen und von den Mainstream-Medien dafür bejubelt wurden. PARADISE LOST, die führenden Langsam-Deather der ersten Generation, brachten Ende ’93 mit „Icon“ zwar einen späteren Klassiker auf den Markt, distanzierten sich aber deutlich von ihren todesmetallischen Wurzeln.

Mit einem Wort: Die Szene erschlaffte. Man war auf der Suche nach mehr Melodik, ohne sein Gesicht zu verlieren.

Dann kam der 12. Juli 1994.

Von der jungen finnischen Band AMORPHIS hatte man bislang noch nicht viel gehört. Ihr Full-Length-Debüt „The Karelian Isthmus“ bot grundsätzlich guten und düsteren Midtempo-Death Metal, der allerdings auch nicht über Gebühr aufhorchen ließ. Niemand hätte der Truppe zum damaligen Zeitpunkt zugetraut, die Musiklandschaft dermaßen zu revolutionieren wie sie dies an jenem 12. Juli des Jahres 1994 fertig brachten.
Schon das wunderschöne Covermotiv mit der den Thorshammer umspielenden Seenlandschaft ist in seiner schlichten Erhabenheit kaum je wieder erreicht worden. CD in den Schacht, die ersten, später weltberühmten, Pianofolgen ertönen und stimmen melancholisch und gleichzeitig siegesgewiss auf das ein, was nun kommt: nicht weniger als eine Ansammlung von Jahrhundert-Riffs und -Melodien, die schweren Stoff transportieren – englische Übersetzungen verschiedener Episoden des finnischen Nationalepos „Kalevala“, die von einsamen Helden, nordischer Schwermut und schicksalhaften Wendungen berichten. Sofort wird der Hörer in uralte Zeiten versetzt. Dafür sorgen nicht nur die folklastigen und oft orientalisch angehauchten Gitarrenläufe, die einer stählernen Härtung ehemaliger THE DOORS/Hippie-Weisen gleichen, sondern auch der völlig abgefahrene Moog-Synthie-Sound von Keyboarder und Vorzeige-Babyface Kasper Martenson sowie die erstmals vernünftig funktionierende Abwechslung von cleanen Gesängen und Death-Metal-Vocals. Damit haben AMORPHIS den Weg für alle späteren Formationen geebnet, die dieses Stilmittel noch einsetzen sollten – und heute wissen wir, wie viele Bands Wechselgesang für eine gute Idee halten.

Die spätgeborene Nachwelt denkt in erster Linie an die in den Klubs immer wieder durchgenudelten Klassiker „Into Hiding“, „The Castaway“ sowie natürlich an das unsterbliche „Black Winter Day“, wenn von „Tales…“ die Rede ist. Aber in Wahrheit sind alle Songs auf dieser Platte Klassiker. Das fängt bei „Into Hiding“ mit seinen seltsamen und scheinbar sinnlosen Anfangs-Riffs sowie dem später beinahe aus dem Dickicht brechenden und die höchsten Hügel erstürmenden Klargesang an, geht über das mystische „The Castaway“, das pure, böse Melancholie verströmende „First Doom“, den Melodiegiganten „Black Winter Day“ mit dem fragil, ja, beinahe naiv holprig gespielten und daher doppelt hypnotischen Lick, das zunächst als PARADISE LOST-Rip Off erscheinende und dann in ein großartiges, orchestrales Inferno mündende „Drowned Maid“, das erhaben thronende und mit hymnischen Frage-Antwort-Gesängen ausgestattete „In The Beginning“, bis hin zum nie enden wollenden Melodic-Meilenstein „Forgotten Sunrise“, dem umständlich aufgebauten und den Hörer im Innersten aufwühlenden „To Father’s Cabin“ und dem abschließenden und mit Techno-Versatzstücken ausgestattete Crossover-Experiment „Magic And Mayhem“.
Jeder Song auf dieser Scheibe ist groß, seiner Zeit um Jahre voraus, die Härte abgrundtief böse und kalt, die Melodien zum Kleiderzerreißen großartig, tief und extrem. Kein Vergleich also zu den austauschbaren Aldi-Melodien heutiger Göteborg-Truppen. Auf den anschließenden Tourneen der Truppe wurde klar, dass man auf das Neue dieser Band gar nicht vorbereitet war. Kein Soundmann schaffte es, die Mucke vernünftig zu übertragen.

„Tales From The Thousand Lakes“ ist eine der wenigen Platten im Metal-Universum, die wirkliche Magie verbreiten. Sie steht im Death-Metal-Bereich in einer Reihe mit Alben wie „Altars Of Madness“, „Gothic“, „Spiritual Healing“, „Like An Everflowing Stream“, „Tomb Of The Mutilated“ oder „Left Hand Path“. Alleine bis 2002 konnten weit über 250.000 Kopien abgesetzt werden. AMORPHIS sollten nie wieder an ihre Form auf diesem Album anknüpfen können. Nuclear Blast schnappte sich damals von Relapse die Vertriebsrechte und dürfte es bis heute nicht bereut haben.

Mattaru


Trackliste:
01. Thousand Lakes
02. Into Hiding
03. The Castaway
04. First Doom
05. Black Winter Day
06. Drowned Maid
07. In the Beginning
08. Forgotten Sunrise
09. To Father's Cabin
10. Magic and Mayhem
Spielzeit: 00:40:18

Line-Up:
Tomi Koivusaari -– Vocals & Rhythm Guitars
Esa Holopainen – Lead Guitars
Olli - Pekka Laine – Bass
Jan Rechberger – Drums
Kasper Martenson – Keyboards, Moog
Ville Tuomi – Clean Vocals
Alexander Eitner [soulsatzero]
20.11.2009 | 17:27
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