.: SUCHE
    Erweiterte Suche
Mehr aus den Genres
CD Review: Revolting Cocks - Sex-O Olympic-O

Revolting Cocks
Sex-O Olympic-O


Electro, Experimental, Industrial
5.5 von 7 Punkten
"Papa Al wird zum Porno-Onkel"
CD Review: Columns - Please Explode

Columns
Please Explode


Death Metal, Grindcore, Hardcore
5 von 7 Punkten
"Gelungener Einstand"
CD Review: Today Forever - Relationshipwrecks

Today Forever
Relationshipwrecks


Hardcore, Punk
5 von 7 Punkten
"Hardcore geht doch mit Melodie"
CD Review: Coilguns / Kunz - Split-CD

Coilguns / Kunz
Split-CD


Hardcore, Noise Rock
3 von 7 Punkten
"Vom Durchschnitt zum Totalausfall"
CD Review: Job For A Cowboy - Doom

Job For A Cowboy
Doom


Death Metal, Grindcore, Metalcore
5.5 von 7 Punkten
"Harte Kost und derbe Grunts"
CD Review: Kadavar - Rough Times

Kadavar
Rough Times


Doom Rock, Hard Rock
6 von 7 Punkten
"Bleiben sich treu!"
CD Review: Arch Enemy - Will To Power

Arch Enemy
Will To Power


Melodic Death Metal
5 von 7 Punkten
"Alles wie immer: Alles gut."
CD Review: Revolution Saints - Light In The Dark

Revolution Saints
Light In The Dark


Hard Rock, Melodic Metal
4 von 7 Punkten
"Del Vecchios neue Platte"
CD Review: L.A. Guns - The Missing Peace

L.A. Guns
The Missing Peace


Sleaze Rock
5 von 7 Punkten
"Rückkehr des Ballermanns"
CD Review: Evil Invaders - Feed Me Violence

Evil Invaders
Feed Me Violence


Heavy Metal, Thrash Metal
6 von 7 Punkten
"Voll auf den Punkt"
Cover von Today Is The Day -- Sadness Will Prevail
Band: Today Is The Day bei Facebook Metalnews nach 'Today Is The Day' durchsuchenToday Is The Day
Album:Sadness Will Prevail
Genre:Experimental, Grindcore, Hardcore
Label:Relapse Records
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:09.10.02
Share:

"Wahnsinn"

„Sadness Will Prevail“ ist eines der anstrengendsten, forderndsten und ambitioniertesten Werke, die je auf CD gepresst wurden. Drei Jahre arbeitete TODAY IS THE DAY-Mastermind Steve Austin an diesem Koloss. Und wenn man das Album hört, ist sofort klar, dass die im Zusammenhang mit dieser Scheibe erwähnten mentalen Zusammenbrüche von Steve während der Aufnahmen kein dummes Promogewäsch sind, sondern Realität. Aus diesem Album trieft der Wahnsinn, Wut und unglaublich viel selbstzerstörerische Kraft. Da verwundert das Foto mit dem blutüberströmten, ekstatischen Steve im Booklet auch nicht weiter.

Das Doppel-Album ist mit einer Spielzeit von knapp zweieinhalb Stunden gesegnet. Abendfüllend. Und kaum bezwingbar. Allein nach dem 23-minütigen Noise-Inferno „Never Answer The Phone“ [mit zahlreichen Samples aus dem Film „Memento“ gespickt] würden die Meisten schon nach Luft japsend die Segel streichen, aber im Albumkontext ist das aber nur ein kleines Puzzlestück. Es ist kaum zu erfassen, welche Gewalt, Bedrohlichkeit und Bösartigkeit von diesem Album ausgeht. Auch nach Jahren offenbart „Sadness Will Prevail“ immer neue Wege in die Abgründe der menschlichen Psyche. Das trostlose Cover könnte nicht passender gewählt sein, während des Hörens wird man zwangsläufig zu der abgebildeten Person. Das grobe Fundament des Albums fußt auf früheren TODAY IS THE DAY-Alben wie „Temple Of The Morning Star“ und dem direkten Vorgänger „In The Eyes Of God“ [mit den jetzigen MASTODON-Recken Bill Kelliher und Brann Dailor im Line-Up], öffnet sich aber erstmals auch anderen Elementen und vor allem unerwarteterweise auch der Schönheit. Neben dem verzerrten, Hardcore-lastigen und breakversetzen Grind spielt vor allem die Violine von Kris Force [AMBER ASYLUM, NEUROSIS] eine tragende Rolle. Auch atmosphärische Keyboards und viele Piano-Parts tragen ihren Teil zum Monolithen bei. Wirklich ruhig oder entspannend lassen es TODAY IS THE DAY trotzdem nie angehen: Ein pianolastiger Song wie „Death Requiem“ klingt anfangs ähnlich besonnen und traurig wie sein Titel, schlägt gegen Ende allerdings in jazziges Chaos um. Und wenn ein Song mal nicht eskaliert, dann ist es die klaustrophobische Stimmung, die einen nicht entspannen lässt. Steve Austin versucht sich gar immer wieder erfolgreich an beschwörendem Gesang, anstatt die gesamte Spielzeit über geisteskrank zu kreischen. Die Produktion ist TODAY IS THE DAY-typisch eher Lo-Fi gehalten und somit gewöhnungsbedürftig, passt aber wunderbar zum dargebotenen Songmaterial. Vor allem Wunderdrummer Marshall Kilpatric [THE ESOTERIC, BLACK LIGHT BURNS] drückt den Tracks seinen verschrobenen, verschachtelten Stempel auf, doch natürlich bleibt die Scheibe auch so die One Man Show von Steve Austin.

Man kann „Sadness Will Prevail“ beim besten Willen nicht in würdige Worte packen. Man muss dieses Album selbst gelebt, gespürt und gehasst haben, um wirklich zu verstehen, welch unglaubliche Faszination dieses Werk entfalten kann. Nicht nur ein Meilenstein in der Geschichte von TODAY IS THE DAY oder Relapse Records, sondern auch ein Meilenstein der Musikgeschichte. Ein wahnsinnig packender Alptraum, den man oft erleben will. Und irgendwann auch muss.

nnnon


Trackliste:
Disc 1 [X]:
01. Maggots and Riots
02. Criminal
03. Distortion of Nature
04. Crooked
05. Butterflies
06. Unearthed
07. The Descent
08. Death Requiem
09. Christianized Magick
10. Voice of Reason: Vicious Barker
11. Face After the Shot
12. The Ivory of Self-Hate
13. The Nailing
14. Mistake
15. Invincible
16. Aurora
17. Sadness Will Prevail

Disc 2 [Y]:
01. Myriad
02. Spaceship
03. Flowers Made of Flesh
04. Your Life is Over
05. Control the Media
06. Vivicide
07. Miasma
08. Times of Pain
09. Breadwinner
10. Friend
11. Never Answer the Phone
12. I Live to See You Smile
13. Sadness Will Prevail Theme
Spielzeit: 02:24:34

Line-Up:
Steve Austin – Vocals, Guitar, Keyboard
Chris Debari – Bass
Marshall Kilpatric – Drums
Alexander Eitner [soulsatzero]
20.11.2009 | 18:05
Kommentare
HOME |  IMPRESSUM |  RSS |  FACEBOOK |  TWITTER |  DISCLAIMER
@Metalnews_de folgen

METALNEWS.DE - Metal-Magazin