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07. September 2010  
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06.07.10 So mancher Tag, an dem ich Monat für Monat für euch Jungs und Mädels meine Kolumne schrieb, war sehr hektisch – wie immer eigentlich im Leben [...mehr]
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Watain - Lawless Darkness
Cover von Watain -- Lawless Darkness
Band: Watain Homepage Metalnews nach 'Watain' durchsuchenWatain
Album:Lawless Darkness
Genre:Black Metal, Heavy Metal
Label:Season Of Mist
Bewertung:(Necrologue): 5.5 von 7
(Micha): 3.5 von 7
Releasedatum:04.06.10
CD kaufen:'Watain - Lawless Darkness' bei amazon.de kaufen

"Richter der Dunkelheit!"

Eisig weht es aus Nord zu uns herüber, denn die Schweden von WATAIN haben sich aus den Tiefen der Uppsala-Wälder erhoben. Grund hierfür: Ihr neues Werk „Lawless Darkness“. Dass WATAIN tendenziell in eine düstere Atmosphäre investieren, ist keine große Erkenntnis, spielen sie doch feinsten Schweden-Black Metal. Ihr Hang zu Okkultem sowie einem gewissen Tiefsinn, sei auch nur als fakultative Ergänzung angegeben. Dies sind gänzlich immanent-exspektative Aspekte, welche mit dem Begriff WATAIN einhergehen.

Mit ihrer neuen Scheibe zeigen die drei Nordmänner jedoch auch ihre Affinität zum gepflegten Heavy Metal. Sicherlich, auch dies keine Revolution im Black Metal, doch eines sei vorweg genommen: Es wird düster, kalt und schauerlich.

Nun schauerlich ist indes nur die Stimmung und dies in einer durchweg positiven Konnotation. Bereits mit dem Opener „Death's Cold Dark“, welcher über ein knappes Intro eingeleitet wird, bringen die Schweden ihren Rechtsweg auf Kurs. Die Dunkelheit wird heraufbeschworen und mit Druck und Kraft manifestiert. Kalte Riffs, treibendes Schlagwerk und angenehm guttural-raue Vocals fungieren als Werkzeuge, mit welchen die Herren ihre Anliegen verkünden. Doch düstere Geschwindigkeits-Attacken sind nicht die Quintessenz von „Lawless Darkness“.

Zwischen den recht flotten Doppelfuß-Passagen mit dezenten Snare-Prügelein, driftet Gitarrist Pelle Forsberg vereinzelt und häppchenweise in den Heavy Metal ab. Wer hier nun fröhlich, kitschigen 80er Jahre Heavy Metal erwartet, sei jedoch gewarnt. Wenngleich die Riffs eine gewisse Heavyness aufweisen, wird der schwarze Charakter der Musik stets bewahrt. „Lawless Darkness“ ist ein ordentliches Black Metal Brett, welches sowohl von rockigen, als auch von druckvollen Passagen durchzogen ist und eine permanente Kraft aufweisen kann. Die Songs sind angenehm zu hören, bieten genügend Varianz, ohne an dienlicher Homogenität einzubüßen.

Das Konzept dieses Albums ist stimmig. Der dezent wütend-misanthropische Grundtenor wird elegant in den stilvollen Riffs und erquicklichen Soli untergebracht, sodass der Fokus nicht auf hasserfülltem Riffing und brutalstem Snare-Bombardements liegt, sondern eine melodische, tragende Komponente eingefügt wird. Das hieraus resultierende Klang-Gefüge wirkt erhaben, beinahe mächtig, scheut dennoch nicht den direkten Angriff, den Sturm, welchen WATAIN gekonnt zu entfesseln wissen.

Um jedoch den Kreis hin zu WATAINs Heavy Metal-Einflüssen zu schließen, seien nur Titel wie: „Total Funeral“, „Waters Of Ain“ und nicht zuletzt „Chains Of Death“ erwähnt. Letzteres ist der Gipfel, das Ausrufezeichen hinter dem Anliegen, Heavy Metal einen Raum in dem vielen Schwarz zu schaffen. Und die Wahl ist wohl keine zufällige, so stammt „Chains Of Death“ doch von den Italienischen Düster Metallern DEATH SS und kann mit seinem 1983er Baujahr, doch ein gewisses Alter, eventuell sogar eine leichte Ehrwürdigkeit aufweisen. Die Schweden gönnen dem „Evil Metal“-Abkömmling anno 2010 eine Renaissance, welche dem Titel wirklich gut zu Gesicht steht. Håkan Jonssons Heavy Metal-Ausflüge mit DIE HARD scheinen köstliche Früchte getragen zu haben. Sehr gelungene Umsetzung, die kaum Wünsche offen lässt.

Wie kann man „Lawless Darkness“ nun zusammenfassen? Es ist etwas dreckig, rau, nordisch, kalt, düster, rockig und thrashig. Und um die Adjektiv-Kette bis zum Exitus auszureizen: Fucking Heavy. Wem der Sinn danach steht, der kann gewisse DISSECTIONeske Nuancen heraushören. Aber auch ein Spritzer MARDUK, eine Unze GORGOROTH und eine Prise CODE können enthalten sein.

WATAIN erfinden das schwarmetallische Rad nicht neu. Sie bringen wohl auch niemanden dazu, von einer Revolution zu sprechen. Was sie jedoch getan haben, ist die Kreation einer wirklich guten Black Metal Scheibe, die man auch in zehn Jahren noch hören kann und währenddessen als ein elendig-grinsender Drecksack im Ledersessel sitzen wird. In diesem Sinne, Heavy geht die Welt zugrunde.

Seit einigen Wochen liegt diese Platte bei mir herum und interessiert mich nur periphär. Das liegt weniger daran, dass sich mein Geschmack viel zu weit weg vom orthodoxen Gehabe von immer mehr schwedischen Bands aus dem Genre bewegt hat, schließlich läuft VALKYRJAs "Contamination" nach wie vor seine regelmäßigen Runden bei mir ab. In Wahrheit durfte ich sogar so ziemlich jeden aktuellen Rotz aus den Necromorbus-Gemäuern besprechen, an Übung im Hören des typischen Knäckebrot-Metal-Sounds fehlt es mir also ebensowenig. Nein, die Ursache für meinen mangelnden Enthusiasmus an "Lawless Darkness" müsste am Material selbst liegen, denn dieses klingt mit jedem weiteren Mal uninspirierter, schlapper, vorhersehbarer, kommerzorientierter und zu allem Überfluss auch noch großteils unnötig in die Länge gezogen.

War schon auf dem Vorgänger der Wandlungsprozess vom typisch schwedischen Black Metal der Marke DARK FUNERAL hin zu Black 'n Roll, den ewig gleichen Standard-Tricks und lahmen C-Thrash-Riffs unschön mitanzuhören, zeigt der Stil-Pfeil dieser Tage [erwartungsgemäß] sogar noch deutlicher in Richtung noch simpler gestrickter, mit vielen Chori zum Festhalten bedachter Songs. Nicht, dass ich pauschal etwas gegen Stücke mit wiederkehrenden Refrains hätte, allerdings versuchen WATAIN damit zu kaschieren, wie sehr es ihnen heutzutage an wirklich zündenden Ideen mangelt. Die schier unbändige Energie eines Brechers wie "On Horns Impaled" oder von mir aus auch "Opus Dei [The Morbid Angel]" hat es scheinbar vorgezogen, dieser Tage aus den Händen WATAINs zu flutschen. Stattdessen bekommt man nur häppchenweise vorgeführt, wie gut die Bande sein kann, wenn sie nur will: "Four Thrones" vereint düstere Allmacht mit einem unbändigen Vorwärtsdrang, vor allem der Mittelteil zeigt auf, zu welch treibenden Arrangements die Mannen noch in der Lage sind. "Waters Of Ain" beinhaltet in den melodischen, von einer Lead-Melodie geleiteten Passagen jenes unterscheidende Element zwischen Spreu und Weizen, das ich aus Mangel eines anderen Wortes dafür schlicht als "Magie" bezeichnen würde. Fast der gesamte Rest hingegen rödelt brav vor sich hin, ohne je Widerhaken in meinem Gehör schlagen zu wollen - Black Metal mit faden Zusätzen schmeckt eben nicht so toll wie die noch vor zwei Alben wunderbar ausgeführte Reinausführung.

Macht aber keineswegs was; schließlich gibt es zahlreiche, wesentlich hörenswertere Alternativen, mit denen man seine Anlage füttern kann. WATAIN haben sich eben zwecks Erreichen einer quantitativ größeren, geschmacklosen Hörerschaft gegen das Schreiben von wirklich spannenden Tracks entschieden. Das ist zwar schade, aber unterstützen muss man sie ja bei ihrem Vorhaben nicht.


Trackliste:
1. Death's Cold Dark
2. Malfeitor
3. Reaping Death
4. Four Thrones
5. Wolves Curse
6. Lawless Darkness
7. Total Funeral
8. Hymn to Qayin
9. Kiss of Death
10. Waters of Ain
11. Chains of Death [DEATH SS Cover]
Spielzeit: 01:13:28

Line-Up:
E. [Erik Danielsson] - Vocals, Bass
P. [Pelle Forsberg] - Guitars
H. [Håkan Jonsson] - Drums
Tobias Naumann [Necrologue] | 22.06.2010 | 01:49

Durchschnittliche Leserwertung: 2.5 / 7 Punkten

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Kommentar von: JD | Wertung: 2.5/7 | 22.06.2010 - 13:45
mit black metal hat die scheibe nichts zu tun. heavy-thrash der unteren mittelklasse. die band ist obsolet!


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