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Album:Résilience
Genre:Avantgarde, Black Metal
Label:Arx Productions
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:27.10.11
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"Wider die Ströme!"

Nach eingehender Beschäftigung mit diesem Album drang sich eine Frage immer weiter in den Vordergrund, um dann letztendlich als zentraler Ausgangspunkt für diese Besprechung zu dienen: Warum um alles in der Welt hat sich kein zentraleuropäisches Label dazu erbarmen können, dieses Duo unter seine Fittiche zu nehmen? SMOHALLA stehen seit immerhin fünf Jahren an ihrem kreativen Produktionsband und zogen spätestens mit ihrem Beitrag zu einem doch illuster besetzten Tribut-Werk zu Ehren ULVERs die Aufmerksamkeit an sich. Trotzdem müssen die beiden Franzosen ihr Label-Glück jenseits der Donau finden, genauer: in der Ukraine. Bei einem Kleinstunternehmen. Umso imposanter fiel dann die postwendende, ausnahmslos euphorische Reaktion der Presse aus, denen derartig widrige Umstände den Blick für das Wesentliche keineswegs schwächen konnte. Wie passend, schließlich trotzt "Résilience" den derzeit angesagten Geschmäckern der metallischen Parallelgesellschaft genauso entschlossen.

Eine erste Standortbestimmung fällt dank des außerordentlichen Spektrums, das SMOHALLA abdecken, erstaunlich schwer. Natürlich schielt man des Öfteren in die Richtung der norwegischen Avantgarde-Black-Metal-Ecke wie ARCTURUS, spätere DØDHEIMSGARD und CODE, sofern auch internationale Kooperationen gelten; die Injektion einer kleinen Dosis derselben Drogen, die DIAPSIQUIR und BLUT AUS NORD zu ihren Industrial-Zeiten eingenommen haben, führt außerdem zu einer künstlerischen Querköpfigkeit, die - wie die Vergangenheit lehrt - spannende Ergebnisse hervorbringen kann. Jedoch streift "Résilience" wie ein Sturm eine Vielzahl von Gebieten ab und verharrt nirgendwo lange genug an derselben Position, um dem Vorwurf des Stillstandes zur Legitimität zu verhelfen. Aus einer dichten, schwefeldurchtränkten Nebelwand [vgl. URNA, ARCANA COELESTIA] heraus geraten die beiden Protagonisten in düstere, zutiefst mit sich selbst beschäftigte Welten, in der nur die besten Mittel recht, aber keineswegs billig sind. Im 4/4-Takt umgarnen Bestandsaufnahmen wie "Le Repos Du Lezard" sowie das gleich darauffolgende "Oracle Rouge" den anfangs ziellos nach Halt suchenden Hörer, werfen Monumentalriffs in den Raum und versuchen ihm in kryptisch formulierten Phrasen beizubringen, dass er zu diesen einen morbiden Walzer hinlegen soll.

Wie, in drei Teufels Namen, lässt sich nun ein derartiges Unterfangen bewerkstelligen? Der Trick liegt im Ausüben von Geduld: Sobald man einen persönlichen Bezug beziehungsweise Sinn in diesem Brimborium erkennt, springen die Beine, ohne weiter darüber nachdenken zu müssen. Bei einem derart lebenden, schwer atmenden und zeitweise unaufhaltsam rasenden Album wie dem Vorliegenden fällt es umso leichter, sich seinen eigenen Reim auf das Material zu machen, wenngleich dieser Prozess mit einer nachhaltigen Horizontenerweiterung einhergeht. Als Belohnung für diese Mühen steht der uneingeschränkte Genuss solcher schöpferischen Kraftpakete wie "Au Sol Les Toges Vides Master" - wer kann da noch ernsthafte Bedenken äußern?

Trackliste:
01 - Quasar
02 - Au Sol Les Toges Vides Master
03 - Le Repos Du Lezard
04 - Oracle Rouge
05 - Marche Silencieuse
06 - L'homme Et La Brume
07 - Aux Mille Dieux
08 - Nos Sages Divisent
Spielzeit: 00:45:26

Line-Up:
Slo - Gesang, Gitarre, Schlagzeug, Keyboards
Camille - Bass
Michael Bambas [Micha]
22.12.2011 | 12:34
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