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 .: REVIEWS

Insense - Soothing Torture
Cover von Insense -- Soothing Torture
Band: Insense Homepage Metalnews nach 'Insense' durchsuchenInsense
Album:Soothing Torture
Genre:Metalcore
Label:Black Balloon Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:23.05.05
CD kaufen:'Insense - Soothing Torture' bei amazon.de kaufen

"Das mit der Tortur ist mal richtig gelogen"

INSENSE haben mit Tommy Hjelm einen bereits in ihrem Heimatland Norwegen sehr erfolgreichen Produzenten an der Hand, bzw. in diesem Fall auch am Mikrofon. Jawohl, der Herr Produzent beliebt zu singen - und anders als bei Models, die nicht wie der Schuster bei ihren Leisten bleiben und den Zuschauer auch gern weniger erfolgreich mit ihren Schauspielkünsten quälen, geht die Rechnung hier voll und ganz auf – auf die Nackenmuskeln nämlich.

Ok, auf der einen Seite haben wir hier auch „nur“ wieder eine weitere von so vielen Metalcorebands (mit wesentlich mehr Metal als Core), die derzeit den Markt fluten mit allem, was von Shouts und - in diesem Fall sogar ganz hervorragendem - cleanem Gesang bis hin zu Stakkatoriffing und Tempowechseln dazugehört. Auf der anderen Seite jedoch setzen INSENSE auch ihre ganz eigenen Akzente durch teilweise schon wirklich veträumt wirkende Melodiepassagen wie beispielsweise der kompletten ersten Minute des Openers „Helplessness“, wessen extrem in Moll ertränkte Traurigkeit von einem Piano gespielt wird, dem Instrumentaloutro von „Constriction“, welches übergeht in das Intro von „The Forgiving Embrace“ oder dem sehr stimmigen, 3minütigen gefühlvollen Ausklang der Platte ab der Mitte von „Fall Out“. Das Ganze musikalisch in eine Kiste zu stecken mit anderen Bands fällt ehrlich gesagt sehr schwer, da die Songs sich mitunter stilistisch deutlich voneinander unterscheiden, finden lässt sich aber sicherlich die eine oder andere Spur MACHINE HEAD, RED HARVEST oder auch Parallelen zu den Labelkollegen von LOWDOWN. Diese Stilsprünge führen auch dazu, daß die Platte mit „Gasping For Air“ und „The Forgiving Embrace“ zwei absolute Hammernummern hat, die bei mir Stunden am Stück auf Schleife laufen, dann aber auch wiederum mit „Constriction“ was vorzuweisen hat, wo sich mir die Nägeln ganz langsam und qualvoll einzeln hochrollen (versuche nach wie vor rauszufinden, ob das Riffing in dem Song eine Melodie sein soll, oder ob man nur Samples der ersten Gitarrenstunde eines der beiden Gitarristen benutzt hat, um sich einen Spaß draus zu machen). Aber das ist auch schon die Krux an der Scheibe: zwei phantastisch gute Nummern, ein Ausfall – und der Rest? Der ist zwar durchaus solide und konstant gut im oberen Drittel der Wertungsskala, aber auch nicht so weltbewegend, dass es insgesamt für 6 hammermäßige Punkte gereicht hätte - gerade wenn man im direkten Vergleich sieht, was INSENSE bei „Gasping For Air“ und „The Forgiving Embrace“ doch theoretisch und auch praktisch auf dem Kasten haben. „Gasping For Air“ erinnert von der Songstruktur her sogar relativ deutlich an KILLSWITCH ENGAGE und es gibt ja nun wirklich schlechteres, als mit einem der nicht ganz unverdient erfolgreichsten Acts in diesem Genre verglichen zu werden.

INSENSE selbst beschreiben ihre Musik als einen Mix aus „RED HARVESTs Paranoia-verursachenden Riffs, NEUROSIS’ hypnotischer Aggression und SLIPKNOTs unerweichlicher Entschlossenheit und Kraft“ – wenn man der Scheibe die eine oder andere Umdrehung gönnt kann man zu dem Schluss kommen dass das vielleicht nur ein Teil der Wahrheit ist - weil sich auch diverse andere Einflüsse finden lassen - , aber definitiv zutrifft. Wer also Spaß an dieser Art Musik hat, die für ihr Genre durchaus bisweilen etwas untypisch wirkt und sich gerade daher sehr interessant macht, sollte die zweite Scheibe der jungen Norweger durchaus einmal antesten. Und als Appetizer zum Schluss sei noch gesagt: das großartige „Gasping For Air“ gibt es auf der Homepage der Jungs schonmal als kostenlosen Download.


Trackliste:
01. Helplessness
02. Making Up For Lost Time
03. I, Deviant
04. Gasping For Air
05. Constriction
06. The Forgiving Embrace
07. Soothing Torture
08. Clawing At The Nerve
09. A Prayer For The Feeble
10. Fall Out


Nadja Lemke [Sherry] | 16.05.2005 | 18:21

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