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31. Juli 2010  
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Konzert: Bringer Of Death Fest III @ Giebelstadt
Band(s): Necrophagist, Avulsed, Prostitute Disfigurement, Debauchery, Inhumate, Mucupurulent, Grimness 69
Datum: 25.09.2005Stadt: Giebelstadt bei Würzburg

Das BRINGER OF DEATH III Festival schien diesmal unter keinem guten Stern zu stehen: Nicht nur ein Headliner hatte sich abgeseilt, sondern gleich beide: Dummerweise waren sowohl die amerikanischen Gore Fanatiker von EXHUMED als auch die holländischen CANNIBAL CORPSE Soundalikes von SEVERE TORTURE einer Tourabsage zum Opfer gefallen - dies könnte vor allem daran gelegen haben, dass beide Bands eigentlich zusammen hätten auf Tour sein sollen. Da diese Tourabsage auch noch äußerst kurzfristig erfolgte standen die Veranstalter also zwei Wochen vor dem Festivaltermin ohne ihre beiden Haupt-Zugpferde da - genauso kurzfristig konnte man allerdings die deutsche Tech-Death Metal Sensation NECROPHAGIST verpflichten, die als Ersatz-Headliner einsprang - und dabei absolut überzeugen konnte, aber dazu später noch mehr.

Als Opener mußte um kurz nach 18 Uhr allerdings erstmal das italienische Powertrio von GRIMNESS 69 auf die Bühne, welches das Publikum mit einer soliden halben Stunde crustig und teils auch doomig angehauchtem Grindcore versorgte - bei dieser musikalischen Mischung ging man äußerst variabel vor und deckte die komplette Bandbreite vom ultralangsamen, verzerrten Part bis hin zu Blastspeed-Geschepper alles ab. Sänger und Bassist Lord Nuclear Ripped Pig zog dabei noch ganz grausige Grimassen, die vermuten ließen, dass mit seinem Catering einiges nicht in Ordnung war - abwechselnd mit Gitarrist Emperor Tetsuo Hirashi Mitakawa bellte, grunzte, kreischte und kotzte er Songs wie "In God We Fuck", "Du Bist Eine Scheisser" oder "Arbeit Macht Gay" ins Publikum. Typisch für die frühe Uhrzeit war dieses noch nicht allzu interessiert, es ignorierte die Band aber auch nicht und klatschte anständig Beifall für die drei vatos locos.

Als zweites durfte das nächste höllische Trio von MUCUPURULENT auf die Bühne und was kann man da groß sagen außer "Sicko Baby!" Noch immer ohne Bassist sägten die drei Gore-/Fun-/Keine Ahnung Was-Grinder um Sänger Timo los und boten eine bunte Mischung aus ihrem reichhaltigen Fundus von Platten: Da wurden Songs von den 4 Longplayern runtergerissen, genauso wurden auch diverse Songs von den nicht wenigen Split-Releases gespielt und es wurde wieder einmal deutlich, dass Mucupurulent eine durchaus professionelle und dabei immer noch sehr unterhaltsame Liveband geworden sind. Nicht umsonst wurden die drei auch für die 2006er Ausgabe des berühmt-berüchtigten MARYLAND DEATHFESTES eingeladen - wenn das mal kein Qualitätssiegel ist. Genau pünktlich zum BRINGER OF DEATH FEST jährte sich auch das Bühnenjubiläum für die Grindcoreopas zum 10. Mal und so absolvierte man an diesem Abend noch eine gelungene Party, bevor es Zeit wurde, die Bühne der nächsten Band zu überlassen.

Und grindig ging es weiter mit den Franzosen von INHUMATE. 15 Jahre im Grind-Geschäft, immer noch komplett DIY und selbständig - ich denke es gibt wenige Bands, die Grindcore mehr verkörpern als diese vier verrückten Franzmänner. Mit 2 Demos und 4 Longplayern war man seitdem auch durchaus fleißig und kann aus einem reichhaltigen Fundus an Songs schöpfen. Nun kann man INHUMATE natürlich - wie auch den meisten anderen Grindbands - vorwerfen, dass sich ein Song wie der andere anhören würde und das alles ja eh nur Krach wäre; wer die Jungs mit dem supersympathischen Energiebolzen am Mikro allerdings mal live gesehen hat, muss sich schnell eines Besseren belehren lassen: Natürlich sind hier keine musikalischen Feinschmecker und Alleskönner am Werk - aber das was sie machen machen sie definitiv sehr gut; das Publikum schien der gleichen Meinung zu sein, es gab erste Stagedivingversuche und es wurden ordentlich Matten geschüttelt, während Christophe (nicht Olivier - wie Yannick von INHUMATE mich ja verbessert hat unten - Anm. d. Red.) auf der Bühne abspackte. Die verrückten Franzosen feierten 30 Minuten ein reichhaltiges Grind-Schlachtfest und verließen dann zufrieden die Bühne, damit die Lokalmatadoren von

DEBAUCHERY einige Liter Kunstblut ins Publikum verschütten konnten. Die vier Ludwigsburger haben mittlerweile einen neuen Bassisten in ihren Reihen, der leider nicht ganz an die äußerst dynamische Live Performance des ehemaligen Tieftöners Chris anknüpfen konnte - er zeigte sich aber gut in die Band integriert und ist definitiv ein würdiger Ersatz. Das Publikum ließ sich von Anfang an durch Sänger Thomas gut zum mitmachen animieren und allgemein hatte es den Anschein, als wäre ein Großteil der anwesenden Meute sehr gut mit dem Material von DEBAUCHERY vertraut. Die vier Jungs um die Konstanten Drummer Dany und Sänger Thomas haben sich in letzter Zeit einen gewissen Ruf erspielt und auch live zeigt man sich mittlerweile äußerst routiniert - die dreiwöchige Tour, die man im Moment im Vorprogramm von Ex-Cannibale Chris Barnes und SIX FEET UNDER bestreitet, dürfte dies noch verstärken und auch den Bekanntheitsgrad von DEBAUCHERY noch einmal um einiges vergrößern. Songs wie der Videohit "Kill, Maim, Burn", "Blood For The Bloodgod" oder auch vom neuesten Longplayer "Torture Pit" wurden jedenfalls ordentlich vom Publikum abgefeiert und mitgegröhlt - immer wieder erstaunlich, dass sich manche Bands nach einer doch eher kurzen Zeit eine treue Anhängerschaft aufgebaut haben!

Nach dem eher im Midtempo angesiedelten Death Metal von DEBAUCHERY wurde es danach ein ganzes Stück schneller, als die Käseköppe von PROSTITUTE DISFIGUREMENT losholzten: Auch die fünf Holländer haben sich im Livesektor durch zahlreiche Gigs enorm gesteigert - ein Hauptgrund dafür dürfte auch der neue Schlagwerker Michiel (ehemals KATAFALK und TOXOCARA) sein, der locker zwei Klassen über seinem Vorgänger Tim prügelt. Das Geballer hinter der Schiessbude war definitiv arschtight und legte ein bombensicheres Fundament für die sägenden Gitarren und Sänger Niels gurgelte wie gewohnt in Tiefen, die vielen anderen Sängern ohne technische Hilfsmittel verborgen bleiben. Der Holland Fünfer bot eine treibende Brutal Death Metal Show, wie man sie von ihnen gewohnt ist - tight, brutal, schnell und hart. Also das Optimum zum Köpfe schütteln und bangen - ein Teil des Publikums beteiligte sich auch rege daran, viele wirkten allerdings etwas verhalten, was aufgrund der Klasse der letzten beiden Longplayer "Left In Grisly Fashion" und "Enbalmed Madness" doch etwas verwunderte. Nunja, vielleicht war der Rest nach dem DEBAUCHERY Gig auch einfach zu erschöpft - trotzdem Daumen hoch für PROSTITUTE DISFIGUREMENT, die definitiv mehr als nur einen Achtungserfolg verbuchen konnten. Im November gehen die fünf sympathischen Jungs übrigens mit Lord Glen Benton und DEICIDE auf Tour, also seid definitiv früh genug auf den Konzerten - sonst verpaßt ihr noch eine gute Band.

AVULSED hatten den Posten des Co-Headliners übernommen und schon beim ersten Song wurde klar, dass nicht gerade wenige Leute aufgrund des spanischen Death Metal Urgesteins gekommen waren! Fliegende Matten wohin man sah, ein Großteil des gespielten Songmaterials war dem Publikum definitiv bekannt und es wurde auch fleißig mitgegrunzt. Im Zuge der "Goresplattering Europe" war man ja mit dem verrückten Trio Grimness 69 unterwegs. Seit 1991 aktiv, zeigte sich der Fünfer um Sänger Dave Rotten erfahren und routiniert auf der Bühne, sowohl die Gitarristen Juan und Jose als auch Bandyoungster Ricardo an den Drums überzeugten durch ihre technischen Fähigkeiten und AVULSED haben in ihrer Karriere - auch wenn sie immer im Underground blieben - genügend Smasher geschrieben um eine Setlist vollzubringen. Neben Songs vom aktuellen Output "Goresplattered Suicide" gab es auch etliche Klassiker von "Eminence In Putrescence", "Cybergore", "Stabwound Orgasm" und "Yearning For The Grotesque" - das Publikum war begeistert und saugte jeden gespielten Song auf. Nachdem Avulsed die Bühne verlassen hatten, verließen auch nicht wenige Leute - sicher auch wegen der doch schon etwas fortgeschrittenen Uhrzeit die Halle - während der eigentliche Headliner aufbaute und soundcheckte.

Die Verbliebenen wurden daraufhin Zeuge einer absolut perfekten Death Metal Show - mehr auf den Punkt, genauer, präziser und technischer geht einfach nicht. Chef-NECROPHAGIST Muhammed führte dabei als Entertainer durchs Programm und seine Mitstreiter zeigten dem Publikum was eine Harke ist: Los gings mit "Stabwound" und "The Stillborn One", dem Opener Duo vom aktuellen Geniestreich "Epitaph", danach gabs mit dem "Onset To Putrefaction" Opener "Foul Body Autopsy" einen Evergreen der Karlsruher Death Metal Genies bevor mit "Seven" wieder ein aktuelleres Stück eingeschoben wurde. "To Breathe In A Casket" und "Extreme Unction" folgten auf dem Fusse, und auch wenn die Songs mittlerweile 6 Jahre alt sind, so sind sie songwritingtechnisch definitiv auf ähnlich hohem, wenn nicht sogar gleichem Niveau wie aktuelle Stücke von Muhammed Suicmez. Der Titeltrack "Epitaph" vom aktuellen Output war dann eine erneute Steigerung in der Setlist, bevor man das Publikum mit "Ignominious And Pale" und "Fermented Offal Dischange" und der Gewißheit, eine der perfektesten aktuellen Death Metal Bands live gesehen zu haben, in die kühle Spät-Septembernacht entließ. Diese Band spielt mittlerweile auf jeden Fall in der gleichen Liga wie NILE, HATE ETERNAL, CANNIBAL CORPSE oder SUFFOCATION, um nur einige große Namen zu nennen: Der Death Metal Premier League. Alles was dieser Band im Moment noch zum absoluten Durchbruch in internationale Death Metal Sphären fehlt ist die richtige Tour - es bleibt zu hoffen, dass diese Tour spätestens in der ersten Hälfte des Jahres 2006 erfolgt - das technische Können sowieso die songwriterische Perfektion liegen definitiv vor, um diese Band ganz groß werden zu lassen.

Resümiierend kann gesagt werden, dass das Bringer Of Death III Fest trotz etlicher Problemchen mit dem Line Up im Endeffekt ein sehr gutes Line Up zu einem günstigen Preis bieten konnte - dieses Angebot wurde auch von zahlreichen Death Metal Fans angenommen und so darf man auf eine gelungene baldige Neuauflage hoffen, wenn am 26.11.2005 ILLDISPOSED, DEBAUCHERY, PAIMON, NECROTIC FLESH, LEGIO MORTIS, DAVIDIAN und DARK WIRE zum Tanz aufspielen. Support Your Local Underground!

theburningdarkness

Autor: Thomas Gschwendner [theburningdarkness] | 27.10.2005 | 11:54 Uhr
 
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Kommentar von: Anonymer Gast28.10.2005 -- 18:20
muss meinem vorredner in im großen und ganzen recht geben - was die auswahl der bands, preise, getränke, futter etc. betrifft. ABER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!jetzt beim vierten bringer of death !!!!!!!SCHON WIEDER DEBAUCHERY!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!jungs so toll es für euch vielleicht ist soviele auftritte zu haben und ich bin bestimmt der letzte der es euch nicht gönnt, aber ich kann´s nicht mehr hören und sehen.


Kommentar von: ...3punkte28.10.2005 -- 18:14
muss meinem vorredner in im großen und ganzen recht geben - was die auswahl der bands, preise, getränke, futter etc. betrifft. ABER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!jetzt beim vierten bringer of death !!!!!!!SCHON WIEDER DEBAUCHERY!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!jungs so toll es für euch vielleicht ist soviele auftritte zu haben und ich bin bestimmt der letzte der es euch nicht gönt, aber ich kann´s nicht mehr hören und sehen.


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