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Amenra
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"Erfolgreich zurück"
  
Silent OverdriveTourettes SyndromeHarmony DiesCriminalJack SlaterGorefestMorbid AngelSommer in Gemünden...Der letzte Schrei...
Datum: 25.08.2006 bis 26.08.2006
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Stadt: Gemünden
  



Das Up From The Ground ging dieses Jahr gediegen baden. Als hätte sich der Wetterteufel all seine Gemeinheiten für das letzte Augustwochenende aufgespart, kippte er kübelweise Regenwasser über den armen Bangern im metalfränkischen Gemünden aus. Die störte das aber nur bedingt. Nerviger waren da schon die Zeltplatzordner, die einen abends mit ihren völlig blödsinnigen Einweisungen und Zeltbeschränkungen auf dem Parkplatz nervten, nur um am nächsten Morgen Matschrennen mit ihren Quads neben den Schlafplätzen zu veranstalten. Ein bisschen weniger wichtig und dafür ein klein wenig erwachsener wäre im nächsten Jahr schön. Ansonsten konnte die Party steigen:

An unserem Zeltplatz mit kurzfristig organisiertem Pavillon gibt sich jede Menge Volk mit jeder Menge mehr oder weniger qualifizierten Tipps die Ehre. Nach über drei Stunden(!) ist der verdammte OBI-Regenabfangjäger aufgebaut, der begehrte Platz darunter füllt sich, und schon kippt man sich diverse Vielfarbschnäpse, Dosenpils und Edelmet an der Luftröhre vorbei. Kann ja nicht angehen, dass man die musikalische Festivaleröffnung ohne Kopping erlebt.

Mit schwerer Schlagseite und dem Ansatz einer hoch investigativen Fahndung nach dem Arschloch, das gestern meinen Campingsessel zerstört hat, quäle ich mich bei erträglichen Temperaturen vor die Bühne, wo TOURETTES SYNDROME ihr Glück versuchen. Klar, die drei Herren und die Dame(?) aus Australien zaubern so manches Kabinettstückchen aus ihren Klampfen, aber was bitteschön macht eine bestenfalls Nu Metal-taugliche Combo auf einem solchen Festival? Natürlich hatten sie die undankbarste Startposition und natürlich auch die undankbarsten Fan-Reaktionen. Auf dem UFTG will der Mob Geknüppel, also bitte schenkt euch solche Experimente in Zukunft, danke!
(mat)

OBSCURA aus Landshut müssen leider am Freitag bereits als zweite Band frühnachmittags auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Schade deswegen, weil nach Ihnen noch einige Bands spielen sollten, denen sie mehr als nur das Wasser reichen können. Soundmäßig kann man OBSCURA zwischen DEATH, ATHEIST, CYNIC und anderen extrem technisch-verspielten Death Metal Bands ansiedeln - in der folgenden halben Stunde zeigen die vier jungen Herren auf jeden Fall genügend anderen Musikern, wo der Bartel den Most holt und präsentieren ihren komplexen Death Metal sehr überzeugend - ausgenommen vielleicht das VADER-Cover „Wings“, bei dem Drummer Jonas Baumgartl leichte Timingprobleme hat. Trotzdem gilt: OBSCURA zählen für mich persönlich im Moment zu den stärksten Newcomern im deutschen Death Metal Underground.
(tbd)

OBSCURA



DRYROT sind aufgrund der Freundschaft der Bandmitglieder mit den FINAL BREATH-Jungs schon beinahe eine Institution auf diesem Festival. Ihr unspektakulärer, aber dafür schön groovender Thrash gibt dem Partyvolk dann auch, was das Partyvolk will: Grund zum Zappeln und Kopfschütteln. Sympathische Band, coole Mucke, grandiose T-Shirts!
(mat)

Nun gibt’s mit JACK SLATER erst mal richtig Geschunkel auf die Rübe. Der progressive Brutal-Death der Bonner Perversos geht gut gegen das Wetter an und versetzt die Bangerschaft sofort in Gute Laune-Action. Blöd, dass nach einigen Minuten der Bass ausfällt und dessen Bediener erst Mal für lange Zeit die Biege macht: „Kann einer unserem Bassisten sagen, dass wir gerade einen Gig auf dem Up From The Ground haben und er deshalb gerne auf die Bühne kommen kann?“, spottet Shouter Horn. Doch die Probleme lassen sich bis zum Ende des Gigs nicht beheben und so geht’s munter weiter im Programm, das sich hauptsächlich um die Brecher vom „Metzgore“-Überwerk gruppiert. Einen neuen Song, „vom nächsten Album, das voraussichtlich in fünf Jahren erscheinen wird“, gibt’s auch und am Ende kann man nur sagen: Erneut 1:0 für die Hoppelhasen!
(mat)

Endlich Zeit für Black Metal. Und dann auch noch von den Hopefulls HIDDEN IN THE FOG, die mit ihrem letzten Album „Damokles“ das progressive Element im Schwarzwurzelwald wieder prominenter machten. Dumm nur, dass heute die meisten der genialen Parts im Soundmatsch versinken, deshalb gibt’s für den ansonsten souveränen Gig auch nur die halbe Punktzahl.
(mat)

HARMONY DIES zählen scheinbar zu den Konstanten in meinem Leben. Nicht, dass ich deren Musik besonders verehre, aber irgendwie sind die fünf Berliner dauernd da wo ich auch bin. Ich weiß gar nicht wie oft ich sie schon gesehen habe, aber egal, bereut hab ich’s nie. HARMONY DIES servieren ihr DeathThrash-mit-Blast Gemisch wie immer sehr rau und kompromisslos. Das Publikum scheint’s dankbar aufzunehmen. Die Jungs zeigen allesamt Bewegungsfreude und man merkt, dass sie ihren Spaß haben. Immerhin scheint auch zum ersten mal durchweg die Sonne! Sänger Christoph hüpft sogar als waschechter Metaller in originaler Jeanskutte über die Bühne. True as fuck! Und um noch einen oben drauf zu setzen, klettert der Frontklops gegen Ende des Gigs am seitlichen Lichtmast des Bühnenrandes hoch um von dort oben weiter zu shouten.
Ende vom Lied: Irgendwie hat er sich dabei mit dem Fuß im Gitterwerk der Verstrebungen verfangen und ein Roadie muss ihn in einer mehrminütigen Spezialaktion aus der misslichen Lage befreien! Beinahe wär’s ne Nummer für „Notruf 110“ geworden.
(Trey)

Was soll man über die chilenischen Death Thrasher von CRIMINAL noch großartig sagen? Sie ziehen ihren Stiefel seit Jahren kompromisslos durch und sind auch auf dem Up From The Ground ein Garant für Abschädel-Orgien – so man denn will. Heute wollen das aufgrund des Wetters offenbar weniger Leute als sonst, doch der Band kann man eigentlich keinen Vorwurf machen. Die Jungs spielen sich den Arsch ab, machen einen auf angepisst, aber happy und sorgen mit ihren Dampfhämmern zumindest bei mir für eine Pause vom Bierholen – Daumen hoch!
(mat)

Als HEARSE auf die Bühne müssen, bricht in Gemünden wettermäßig die Hölle los. Sturzbäche ergießen sich über die zunächst wacker vor der Bühne verweilenden Fans. Doch mit der Zeit treibt das nervige Brausen auch die Hartgesottenen unter die schützenden Planen der Merchandiser, sodass die band quasi vor freier Fläche spielt. Schade, denn die Death’n Roller um Ex-ARCH ENEMY-Shouter Johan Liiva geht beherzt und spielfreudig zur Sache. Was die Schweden von vielen anderen Kapellen ihres Genres unterscheidet, ist ihr Gespür für filigrane Gitarrenarbeit und feine Melodik. Bei gutem Wetter wäre die Party sicherlich der Hammer gewesen.
(mat)

Das 2006er Line Up des UFTG ist dieses Jahr erstaunlich Tulpenlandlastig ausgefallen: Neben den alten Helden von GOREFEST und SINISTER waren auch die Newcomer von LEGION OF THE DAMNED und der ewige Insidertip GOD DETHRONED vertreten. Bei letzteren frage ich mich schon seit Jahren, warum diese Band nicht den ihr zustehenden Status erreicht - an der Klasse der letzten Scheiben kann es wohl kaum liegen, verbinden GOD DETHRONED doch Groove und Blastspeedgeknüppel mit feinsten Melodien und einer Eingängigkeit, die gerade im Death Metal SO nicht an der Tagesordnung ist - trotzdem werden Henry Sattler und seine Mitstreiter oft ganz gerne mal übersehen. Auch am ersten Tag des UFTG blieb Enthusiasmus größtenteils aus - viele der anwesenden Metaller sahen sich zwar den Set des Holland-Vierers an, die Publikumsreaktionen in Form von Beifall hielt sich aber arg in Grenzen. An der Band kann es jedenfalls nicht gelegen haben, beinhaltete der Set doch größtenteils die Hits der letzten zwei Scheiben „The Lair Of The White Worm“ und „Into The Lungs Of Hell“ (vor allem den Smasher überhaupt: „The Warcult“) und auch Klassiker wie Villa Vampiria kamen nicht zu kurz. Fazit: Set und Show super, Publikum eher mäßig.
(tbd)

Also irgendwie konnte ich mit den OCCULT-Nachfolgern LEGION OF THE DAMNED bisher nicht besonders viel anfangen. Zum ersten Mal musste ich sie auf den diesjährigen No Mercy Festivals ertragen, wo ich ihren Platz im Billing nicht so recht verstehen konnte. Als die Jungs aber dann loslegten, musste ich feststellen, dass ich mit meiner Meinung ziemlich allein dastand. Scheinbar trifft ihr rotziges Death-Thrash-Mischmasch voll den Zeitgeist. Und Hier ist es dann genauso. Vor der Bühne sammelt sich eine Menschenmenge, wie sie am heutigen Freitag noch keine Band zustande gebracht hat. Und als die niederländische Mattenpracht dann loslegt, springt der berühmte Funke auch sofort über. Und nicht nur auf mich. Das Stageacting ist überaus amtlich und die Songs haben auf jeden Fall enormen Partyfaktor. Irgendwie arge retro- wirkende Knaller wie “Into The Eye Of The Storm”, “Malevolent Rapture” und der Eigentitel “Legion Of The Damned”, allesamt vom bisher einzigen Output, lassen massenhaft Bier verschütten, aber einen dabei trotzdem noch fröhlich mit zappeln. Ich glaube noch einen Gig mehr von denen und ich gehöre ebenfalls zur Legion.
(Trey)

Wer KORPIKLAANI bislang immer leicht hochnäsig als ‚kleine Brüder von FINNTROLL’ abgestempelt hat, darf nun sein blaues Wunder erleben. Ruckzuck verwandelt sich das UFTG-Gelände in einen heidnischen Hexenkessel. Die Uhr wird um mindestens ein Jahrtausend zurückgestellt und man schwelgt mitten in der schönsten Party, die unsere lustigen Vorfahren aus dem hohen Norden zu veranstalten in der Lage gewesen wären. Klar, alle Texte handeln mehr oder weniger vom Saufen. Kann man zu vorgerückter Stunde mit einem Pegel wie der Rhein am Kölner Ufer zwischen Februar und April gut nachvollziehen. Definitiv ganz große Brüder!
(mat)

Na super, denke ich mir. Nicht nur, dass SUFFOCATION-Basser Derek Boyer aufgrund eines Beinbruchs im Sitzen seinen Viersaiter zupfen durfte. Gitarrero Terance Hobbs hat seinen Pass verloren und durfte sich daheim seine Lieblingsvideos anschauen, während die Kollegen ackern mussten. Ob das gut gehen kann? Schließlich ist Hobbs ja sozusagen der musikalische Direktor des Tod-Ensembles. Um es vorweg zu nehmen. Frank „Massmurder“ Mullen und seine Jungs nehmen das UFTG im Sturm. Von „Infecting The Crypts“ über „Breeding The Spawn“ bis hin zu „Subconciously Enslaved“ gibt es ein Highlight nach dem anderen zu bestaunen und zu genießen. Die megasympathische Truppe knallt mit einem Elan über die Bühne, dass sich OBITUARY verängstigt hinterm Vorhang zittern. Auch wenn das Spiel zu viert manchmal etwas untight ’rüber kommt und die genialen Terrance Hobbs-Licks dem Ganzen sicher noch die Krone aufsetzen würden, machen SUFFOCATION das Allerbeste aus der Situation und führen einfach Krieg – den sie natürlich gewinnen.
(mat)

Also Leute, ihr könnt sagen, was ihr wollt, aber mit dieser Legende ist’s eindeutig aus. Ich spreche jetzt mal nicht von der Mucke der OBIS, denn die ist nach wie vor einzigartig. Aber keine Ansagen - dafür aber nach jedem Song drei Minuten Pause – zu machen und in einem knapp einstündigen Set ein halbgares Drumsolo einzubauen, ist mir echt zu dämlich. Okay, zum Programm: Das war wirklich fein. Zunächst mal setzte sich Basser Frank Watkins aufgrund der Nässe nach einem Sprung gediegen auf den Arsch.

OBITUARY



Vielleicht vermied man daher in der Folge weitere Showeinlagen und konzentrierte sich auf die darzubietenden Tracks. Neben neuen Songs wie „Redneck Stomp“, „On The Floor“, „Insane“ oder „Stand Alone“ gab es vor allem die Perlen des für mich nach wie vor besten OBITUARY-Albums „Cause Of Death“ zu hören. War das schön. Egal ob „Chopped In Half“, „Turned Inside Out“ oder „Dying“: die Post muss bei diesem Material abgehen und das Publikum wirkt auch sichtlich dankbar. Genauso wie Allan West, der mittlerweile aussieht, als würde er bei der Stadtverwaltung Mettmann arbeiten, nach dem Ende des Konzerts. Offenbar wird es dem guten Mann langsam wirklich zu viel. Und was mit John Tardy los ist, der vermutlich denkt, kein Kraut könnte seine Ansagen verstehen, weshalb er sich nach jedem Song hinter elend lang hinter dem Drumriser versteckt – man kann nur raten. Ein musikalisch guter, aber physisch mieser Gig.
(mat)

SAMSTAG, 26.8.

Früh am Morgen müssen SILENT OVERDRIVE auf die Bretter, doch genau wie die Sonne strahlen die Jungs von einem Ohr zum nächsten. Kein Wunder, wenn man ein so starkes aktuelles Album wie „Disease“ im Gepäck hat. Und so prügeln die Herren los als gäbe es keine Headliner mehr, für die der gebeutelte Zuschauer seine Kräfte schonen müsse. Sänger Maik fegt über die Bühne, schreit, brüllt, singt, gibt alles, läuft rot an und ist doch am Ende glücklich. Der Soundtrack zu diesem Verhalten baut sich um folgende Kracher auf: „Disease“, „Babylon Nation“ und natürlich das superbe „Lost Your Belief“, das für mich DIE Thrash-Hymne des Jahres darstellt. Die anwesenden Fans genießen das Spektakel und hinterher ist man sich einig: In dieser Form sind SILENT OVERDRIVE ein todsicherer Tipp für die Zukunft. Respekt!
(mat)

Gegen diesen Übergig können DEMOLITION mit ihrem verhältnismäßig vorhersehbaren Songmaterial zwar nicht anstinken, bringen einen aber doch mit ihren thrashigen Liedern ganz gut über die Zeit. Ein paar eingefleischte Fans sorgen zudem dafür, dass die Band Spaß an ihrem Auftritt hat. Trotzdem eher Durchschnitt.
(mat)

Die Lokalheroen von VERDICT gehen als dritte Band des Samstags im Rennen und zeigen während der ihnen zur Verfügung stehenden 30 Minuten, dass sie in den letzten Jahren zu einer äußerst professionell agierenden Liveband geworden sind. Sänger Daniel „Ratte“ Baptista und Bassist David „Sixpack“ Helmstetter setzen live die optischen Akzente, die beiden Sechssaiter halten sich dafür leider immer noch etwas sehr zurück, wissen allerdings durch saubere Arbeit zu glänzen - Drummer Florian Bauer sorgt dann noch dafür, dass keine Soundlöcher im aggressiven Thrash/Death Metal der Hessen/Bayern Grenzländer auftauchen. Trotz der frühen Stunde haut man der anwesenden Meute sowohl Songs vom Debüt „Reflections Of Pain“ als auch vom zweiten, wesentlich schnelleren und aggressiveren Output „Generation Genocide“ um die Ohren - den Leuten scheint es zu gefallen und man dankt es der Band mit reichlich Applaus. VERDICT sind definitiv nach wie vor ein Geheimtipp im deutschen Underground und sollten um einiges höher gehandelt werden...

REQUIEMsind neben JACK SLATER wahrscheinlich die härteste Band des Festivals. Im Gepäck: das bärenstarke Album „Government Denies Kowledge“. Was also kann den Brutal Death-Derwischen aus der Alpenrepublik noch großartig passieren? Eben – Spiel, Satz, Sieg. Bei REQUIEM treffen großartige Gitarrenwände auf megafieses Growlen, Präzisionsdrumming und einen für Festivalverhältnisse wirklich guten Sound. Die Geschwindigkeit ist verdammt lange verdammt hoch. Kein Wunder, dass die Matten flogen wie beim Propeller-Derby. Tipp: Sonnenschein, Bier, Dönertasche und „Bloodcult“. Mehr braucht der zufriedene Metaller nicht. Kultur ist echt einfach…(mat)

Äh – wie soll ich’s sagen? Nun, was bei KOLDBRANN in erster Linie auffällt, sind zwei Dinge: Erstens: Der Sound ist so schrecklich, dass man genug Zeit hat, die geschminkten Musiker eingehend zu betrachten, denn einen Audio-Genuss gibt es nicht. Dabei sticht dann zweitens ins Auge, dass der Rhythmus-Gitarrero die ganze Zeit genau einen Griff greift. Okay, wir haben es mit wirklich truem Black Metal zu tun und Sänger Mannevond hat charismatechnisch auch ein paar Eisen im Feuer. Dennoch hätte ich gerne die offenbar soundbestimmenden Licks des Lead-Gitarristen gehört, ohne die die Mucke der recht zerfahren wirkenden Norweger nicht zur Geltung kommt. Dumm gelaufen Jungs.
(mat)

JAPANISCHE KAMPFHöRSPIELE
Endlich, die Jakas! Diese Band tourte sich in den letzten Monaten wahrlich den Allerwertesten ab. Sie scheinen gerade das nachholen zu wollen, was sie in all den vielen Jahren Ihrer Existenz versäumt haben: die Livepräsenz. Richtig so! Und das sie’s live drauf haben, beweisen sie hier und heute einmal mehr und spielen ihren seltsam strukturierten Grind/Jazz/Deathpop präzise auf den Punkt. Sogar Basser Marco ist wieder mit am Start, der sich scheinbar recht gut von einem erst kürzlichen Motorradcrash erholt hat. Das knallrot behaarte Stimmferkel Bony hastet von einem Bühnenende zum andern, um Philosophien der Marken „Gekochtes für Tiere“, Alle wollen gut aussehen und tun es nicht“, Zieh die Jacke falschrum an“, oder aber auch meinen persönlichen Favoriten „Im Schlafanzug zu Plus“ zum Besten zu geben. Unterstützt wird er bei seiner Arbeit von einem Menschen, der optisch eher zu den SPORTFREUNDEN STILLER gehören könnte. Ringelpulli, Kurzhaarschnitt bis leicht über die Augen… scheinbar der Neuzugang Martin Freund, der seit etwa April die ex-Jaka –Stimme Paul ersetzt. Die restlichen Musiker stehen währenddessen eher unbeteiligt herum und wirken mehr wie beim Proben für den Studentenball. Das macht aber gar nichts. Der gesamte Gig glänzt dennoch mit mehr als ausreichend Energie, einem super Druck seitens der Sound-Verantwortlichen und vor allem einer Menge schrägem Humor, was vom mittlerweile gut gefüllten Publikumsarial lautstark gedankt wird.
(Trey)

Schade, schade, schade. Da hat die holländische Institution SINISTER mit „Afterburner“ ein wirklich feines Comeback-Album am Start und vermasselt diesen Auftritt, auf den sich viele Fans gefreut haben, nahezu komplett. Zunächst mal muss man sich über Gitarrist Alex wundern, der sich bei jedem Solo erstmal mit dem Rücken zum Publikum dreht, nur um dann haufenweise falsche Töne aus seiner Sechssaitigen zu quetschen. Drummer Paul hat auch manchmal keinen Bock auf Timing und der gute Aad hätte das Mikro besser der schnuckeligen Rachel überlassen sollen, anstatt sie aus der Band zu kicken, denn in Punkto Stimmumfang liegt der Fronter im unteren Mittelfeld des Genres. Etwas weiter unten sind allerdings noch seine Performance-Künste anzusiedeln. Keine Ahnung, warum der Mann während des gesamten Gigs wie angeschraubt in der Mitte der Bühne steht. Vielleicht war der Monitorsound ja nix. Was bleibt, wenn weder musikalisch, noch optisch die erwartete Vollbedienung angesagt ist? Genau – Trauer! (mat)

Bei ENDSTILLE wird dann im direkten Vergleich zu den Kumpels von KOLDBRANN klar, warum eine ganze Liga zwischen beiden Bands liegt. Obwohl die deutschen Nordlichter unter einem ähnlich matschigen Sound zu leiden haben, wie kurz zuvor die bemalten Brüder aus Skandinavien, begeistern die Jungs durch viel Spielfreude, agiles Stageacting und einfach nur einer unter den Umständen ziemlich professionellen Einstellung Bock auf Blackmetal. Der Pit tobt. Eine Hymne wie „Frühlingserwachen“ kann man auch ohne differenzierten Sound mitkreischen. Saustarker Gig und der Beweis dafür, dass die Band zu Recht dort steht, wo sie eben momentan steht: an der Spitze des teutonischen Schwarzstahls.
(mat)

ONE MAN ARMY AND THE UNDEAD QUARTET haben bei mir einfach schon deshalb einen schweren Stand, da ich immer noch absoluter Die Hard Fan von THE CROWN bin, der Ex-Arbeitsstelle von ONE MAN-Sänger Johan Lindstrand, der mittlerweile, mit kürzeren Haaren und Monsterkoteletten, sehr nach einer jüngeren Version von Glenn Danzig aussieht. Ich hatte mir anfangs nicht viel vom Set des Schwedenfünfers erwartet, werde allerdings dann positiv von der Liveenergie und dem Groovefaktor des Quintetts überrascht: Live entpuppen sich Songs wie „Hell Is For Heroes“ oder „Killing Machine“ als wahre Abrissbirnen und bringen doch den ein oder anderen Nacken zum Rotieren und auch meinen Kopf zum Nicken. Lindstrand und Konsorten zelebrieren 45 Minuten wahren Rock´n Roll auf der Bühne und knallen ihren groovigen Midtempowalzensound ins Publikum. Nicht umwerfend, aber eben unterhaltsam und live definitiv sehenswert. An THE CROWN reicht’s aber natürlich trotzdem nicht ran...
(tbd)
DISMEMBER präsentieren sich auch auf dem UFTG 2006 als die Partyband des Schweden Death Metal - nachdem die mittlerweile alternden Herrschaften des melodischen Walzensounds sich über die letzten Jahre livetechnisch äußerst rar gemacht hatten, kann man den agilen Fünfer seit 2004 wieder regelmäßig auf Touren und auch auf fast allen Festivals bewundern. Neubassist Tobias Christiansson und nicht mehr ganz so Neugitarrist Martin Persson sind mittlerweile perfekt in die Band integriert und agieren wie aus einem Guss - ebenso der Rest der Mannschaft. Und DISMEMBER wären nun mal nicht DISMEMBER, wenn nicht Fred Estbys Livedrumming immer noch so etwas vor sich hinrumpeln würde. Dies tut der Performance allerdings keinen Abbruch, da man ja eh von vorneherein damit rechnet - und Klassiker wie „Skin Her Alive“, „Skinfather“, „Trendkiller“ oder auch der Nackenbrecher „Casket Garden“ leben nicht von instrumenteller Perfektion, sondern von Killerriffs und der Livepräsentation durch Matti Kärki und seinen Mannen. Und wenn man bei DISMEMBER eines sofort live merkt, dann dass die Herrschaften auch nach über 15 Jahren immer noch eine Menge Spaß auf den Bühnen dieser Welt haben.
(tbd)

WINTERSUN. Die Finnen erscheinen wie die Band der Stunde, an der man einfach nicht vorbeikommt. Mit nur sieben Songs, also einem Album, hat sich die junge Band eine riesengroße Fangemeinde erspielt und einen festen Platz im derzeitigen Metalgeschehen erkämpft. Auch auf dem UFTG 2006 wird anhand zahlreicher Shirts klar, dass viele Metaller eher wegen der finnischen Melodic Frickler anwesend sind als wegen anderer Bands - die Publikumsreaktionen fallen bei den Finnen und Songs des Kalibers „Starchild“, Winter Madness“ und natürlich vor allem „Beyond The Dark Sun“ nämlich definitiv heftiger aus als bei den nachfolgenden GOREFEST - und auch beim monströsen Headliner MORBID ANGEL sollte es publikumstechnisch nicht lauter werden als bei den skandinavischen Newcomern - natürlich muss man abwarten, wie das angekündigte Album „Time“ einschalgen wird, aber bei der momentanen WINTERSUN-Hysterie ist wohl zu erwarten, dass die Band noch einmal ein ganzes Stück wachsen wird und sich in den kommenden Jahren wohl auch als Headliner auf einem Festival wie dem UFTG wieder finden wird.
(tbd)

GOREFEST
Der Samstagabend nähert sich seinem Finale und damit seinen musikalischen Höhepunkten. Als Co-Headliner standen nun die Holländer von GOREFEST auf der Bühne. Leider hatte ich die Jungs schon seit etlichen Jahren nicht mehr live gesehen. Will sagen, das letzte Mal war VOR Ihrer achtjährigen schöpferischen Pause und ganz ehrlich gesagt, hatten sie es sich seinerzeit mit „Soul Survivor“ und dem anschließendem „Chapter13“ - Album bei mir verscherzt. Sicher keine schlechten Teile, aber nach Bomben wie „False“ und vor allem „Erase“ war da irgendwie die Luft raus. Umso überraschender schlug da „La Muerte“ auf mich ein. Das aktuelle Rund der Band ist so schön „alte Gorefest“, so schön mürbe, tief und dreckig, dass ich mir genau diese Atmo für die nun folgenden 60-Live-Minuten wünsche.
Und es kommt echt dicke!
Was GOREFEST nun vom Stabel brechen, ist fuckin’ Death Metal at its best. Der Sound ist perfekt zur Band abgestimmt. Die Rhythmusfraktion Frank und Ed sowie Leadgitarrenvirtuose Boudewijn Vincent Bonebakker stricken eine glasklare Vernichtungsstrategie. Letztendlich umgesetzt von diesem Sänger. Diesem eigentlich schlaksigen, dünnen Hemd mit diesem unglaublich bösen Organ.
Jan-Chris de Koeijer zählt immer noch zu den beeindruckendsten und markantesten Stimmen des Genres. Auch optisch scheint er wieder seinen Platz in der Band gefunden zu haben. Man(n) trägt schwarz und mit Unterstützung einer unheilvollen, dämmerigen, grünblauen Lichtshow lassen die Jungs einfach keinen Stein mehr auf dem anderen. Die Auswahl der Songs ist delikat. Den Beginn machen die Einsteiger vom “La Muerte“ Album “For The Masses“ und “When The Dead Walk The Earth“. Weiter geht’s mit einer Reise durch alle guten Alben Ihrer Geschichte, von „False“ bis “La Muerte“ und wenn ich richtig aufgepasst habe, ohne “Soul Survivor“! Tja, bei nur einer Stunde Spielzeit und so vielen Klassikern im Koffer muss die Selektion nun mal hart ausfallen. Daumen hoch für diese Show. Für mich bisher der Höhepunkt des Festivals und das, wo ich zu GOREFEST eigentlich nur gehen wollte, um mir für meine nun folgenden Götter, MORBID ANGEL ein paar Sicherheitsbierchen zu klunken.
(Trey)

MORBID ANGEL



Die Umbauzeit zwischen GOREFEST und MORBID ANGEL scheint einfach kein Ende zu nehmen. Ich weiß gar nicht wie lange das Stageteam am Ende wirklich dafür braucht, aber auch wenn es nur 12 Sekunden gewesen wären, hätte ich mir vor Nervosität fast in die Hose …. hab ich aber nicht! Nun soll es also endlich soweit sein. MORBID ANGEL live! Und nicht nur das, sondern Morbid Angel in Original-“Domination“ Besetzung, also neben Hasszwerg Eric Rutan an der zweiten Gitarre wieder David Vincent am Mikro. Herrlich, so muss es auch im Himmel sein. Des Weiteren weiß ich, dass die Jungs auch nur Werke bis eben zu diesem Album spielen werden und nichts von allen nachfolgenden Alben mit Steve Tuckers Gesang. Schade eigentlich, denn ein paar Stücke vom genialen “Heretic“ oder “Gateways To Annihilation“ Album wären sicher gerade mit Vincents Stimme interessant. Anyway, Hauptsache “Domiation“. Wegen mir auch zweimal!
Dann wird die Bühne schließlich verdunkelt und ein irgendwie ziemlich lasches Intro setzte ein.
Ein paar weitere Minuten ziehen ins Land und dann endlich geht’s los! Yeah!
….aber was passiert, ist in erster Linie nur laut und irgendwie schrill.
Gerade nach den mächtigen Bässen von GOREFEST, die mir immer noch im Brustbein jucken, geht so was wie jetzt ja mal gar nicht!
Die Jungs haben also irgendwelche technischen Schwierigkeiten, spielen nicht alle das gleiche Lied oder der Mischer war kurz lulu.
Ich brauche ’ne ganze Weile, um herauszufinden, dass es sich da wohl um „Rapture“ handeln muss. Aber werft keine Steine, wenn das falsch ist! Nun ja, kann ja jedem mal passieren, selbst den mighty M.A`s.
Doch leider steigt die soundtechnische Qualität während des gesamten Gigs kaum an.
Was ist da nur mit dem Mischer los?
Haben die Floridaner überhaupt einen Mann an den Reglern?
Wirklich verdammt enttäuschend, denn bis dato hatte irgendwie jede Band des Festivals einen zufrieden stellenden Sound gehabt. Warum nur gerade MORBID ANGEL nicht??? Schade, schade. Außerdem macht mir David Vincent ein wenig den Eindruck, nicht ganz bei der Sache zu sein. Mr. „Look at me!“ singt ziemlich nach Belieben und lässt hier und da auch gern mal was weg. Gerade beim mächtigen “God Of Emtiness“ tut das ziemlich weh. Ich finde seine Stimme außerdem auch nicht ganz so druckvoll wie eigentlich erwünscht, aber bei diesem Sound will ich mich nun mal nicht weiter auf „Gehörtes“ beziehen.
Die Präsenz der Band auf der Bühne ist einfach allein schon eine Macht. Der wutschnaubende Erik Rutan, der dauerbangend Hassblitze ins Puplikum donnert. Trey Azagthoth, stets in seiner eigenen Matte verfangen und mit Turnschuhen (leuchtend-weiß und riesig), die vom gleichen Planten zu kommen scheinen, wie seine quirligen Soli. Überhaupt würde ich mir den Typen am liebsten in eine Vitrine stellen!
Und natürlich David Vincent, dessen alberner Pentagram-Latex-Body schon irgendwie mit ihm verwachsen zu sein scheint. Er ist DOMINATION pur und ich denke, dass niemand besser Songs wie “Where The Slime Live“ und natürlich “Domination“ zum Besten geben kann.
Und nicht zu vergessen „Sandalen Pete“, der Altmeister des Bassdrumteppichs. Was der Typ da hinter seiner Schießbude seit Jahren kontinuierlich fabriziert, ist wirklich beeindruckend und sicher ziemlich einsame Weltklasse.Von ihm hat man bei dieser Show nur leider am Wenigsten. Man erahnt die Drums eigentlich mehr, als dass man sie wirklich hören kann.
Alles in allem also eher ein MORBID ANGEL Gig, der sich dem Festivalwetter anpasste, recht durchwachsen. So schien es auch ein Großteil der Zuschauer zu empfinden, denn bereits zum letzten Drittel der Show kann man die ersten Ströme in Richtung Zeltplatz beobachten.
Wirklich schade, dass ein so feines und gelungenes Festival wie das UFTG 06 hierdurch einen etwas unverdient- faden Abgang bekommt.
(Trey)

Insgesamt aber nach wie vor eins der schönsten, preisgünstigsten und vom Billing her edelsten deutschen Festivals für Death Metal und Artverwandtes. Im nächsten Jahr sind wir so was von wieder mit von der Partie… Ach ja, dem Regengott noch eins hinterher: FUCK YOU!!!! You can’t stain a true Metalhead!


DAS MN-TEAM:V.L.N.R.: TREY, MATTARU, THEBURNINGDARKNESS

Mattaru, Theburningdarkness, Trey

  
Autor: Marcus Italiani [Mattaru] | 25.09.2006 | 23:06 Uhr
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