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03. September 2010  
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06.07.10 So mancher Tag, an dem ich Monat für Monat für euch Jungs und Mädels meine Kolumne schrieb, war sehr hektisch – wie immer eigentlich im Leben [...mehr]
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Festival: Rock am Härtsfeldsee 2010
Datum: 25.06.2010 bis 26.06.2010Stadt: Dischingen
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Auf dem schwäbischen Härtsfeld am idyllisch gelegenen Härtsfeldsee findet nun zum neunten Mal das Rock am Härtsfeldsee Festival statt. Auch in seiner neunten Ausgabe wächst das Festival nicht, denn da ein Großteil der Umgebung Naturschutzgebiet ist, haben die Behörden die Größe der Veranstaltung begrenzt. Das bedeutet für alle feierwütigen Fans eine gemütliche, fast familiäre Festivalatmosphäre, aber nicht, dass hier nicht mit erstklassigen Bands zu rechnen ist. Dieses Jahr wurde am Freitag das schwedische Wikinger-Flagschiff AMON AMARTH als Headliner verpflichtet. Am Samstag spielte die deutsche Gothic/Folk-Institution SUBWAY TO SALLY auf.

Doch auch im Vorprogramm tummeln sich international erfolgreiche Act sowie hochkarätige Geheimtipps.

Billing - Freitag:

GUNS OF MOROPOLIS
UNDERTOW
POWERWOLF
FREI.WILD
GAMMA RAY
AMON AMARTH

Billing - Samstag:

DREAMSHADE
BURY ME DEEP
EMIL BULLS
J.B.O.
U.D.O.
SUBWAY TO SALLY

Am Freitagnachmittag reisen wir an. Da ich das Festival schon seit Jahren kenne, bin ich erstaunt über den Anreisestau. Offensichtlich wird dieses Jahr tatsächlich auf Glas und Festivaltickets fürs Camping kontrolliert. Die Feierlaune der Festivalbesucher wird dadurch nicht gehemmt und so wird der Aufenthalt im Stau zur kurzweiligen Angelegenheit, während neben der Straße ein Bauer mit seinem Traktor das Maisfeld düngt. Am Stauende angekommen wird obligatorisch auf Glas gefilzt und das Campingbändchen verteilt. Aber die Kontrollen entsprechen zum ersten Mal einem Festival dieser Größenordnung. Das wurde auch Zeit. Trotzdem werde ich es wohl nicht mehr zum außergewöhnlichen Opener GUNS OF MOROPLIS schaffen, den ich gerne gesehen hätte.




Schwieriger wird das Parken. Zuerst wird man mit dem Auto quer über den Campingplatz gelotst, um dann auf der anderen Seite wieder hinausfahren zu müssen. Die Parkplätze für Camper sind dieses Jahr abseits vom eigentlichen Zeltplatz. Mit viel Glück bekomme ich aber eine scheinbar eben erst frei gewordene Parklücke direkt am Campingplatz. Dieser liegt auch dieses Jahr wieder zwischen einem kleinen Bach im Norden, dem Flüsschen Egau im Westen und einer Landstraße im Osten. Gemütlich ist es definitiv, und ein Zeltplatz direkt am Bach sorgt für gekühltes Bier bei den hochsommerlichen Temperaturen. Weniger Glück haben die Festivalgäste im Süden. Dort wurde ein Getreidefeld abgemäht, um mehr Raum für Zelte zu schaffen. Aber es bleibt das ganze Wochenende trocken, also kein Grund, die Gummistiefel auszupacken.
Nachdem das Zelt aufgebaut ist, geht es los auf das Festivalgelände. An der Kasse warten bereits Hunderte auf ihr Festivalbändchen, aber trotzdem bin ich pünktlich zu UNDERTOW vor der Bühne.




.:UNDERTOW:.

Schon zum zweiten mMl spielen sie auf Rock am Härtsfeldsee, die „schwäbischen CROWBAR“ – diesen Vergleich werden sie wohl nie ganz loswerden. Doch das aktuelle Album zeigt, dass sie das nicht nötig haben. Ihre ganz eigene Mischung aus Doomcore und Neo-Thrash durfte ich schon mehrfach live erleben. Und rein musikalisch gibt es auch dieses Mal auf der Bühne nichts auszusetzen. Aber es scheint, als ob Frontmann Joschi immer noch nicht ganz im Klaren ist, was für gute Musik er mit seiner Band macht. Und das ist einfach schön anzusehen. Er steht da auf der Bühne und freut sich wie ein kleines Kind an Weihnachten über die Meute vor der Bühne, die spätestens beim Hammersong „Stomping Out Ignorance“ ordentlich in Bewegung kommt. Ein musikalisch astreiner und sympathischer Auftritt.




::FREI.WILD:: [von Jaqueline Klemmer]

Schon vor dem Festival wurden FREI.WILD als die geheimen Headliner gehandelt. Das sah man auch auf dem Campingplatz, wo sehr oft Shirts der Band zu sehen waren. Trotzdem gab es dort eigentlich keine erkennbaren Rechtsradikalen, was ja manchmal befürchtet wurde. Im Zelt heizen die Jungs aus Südtirol auf jeden Fall ordentlich ein. Mit dem Lied „Frei.Wild“ geht der Auftritt los. Bei keiner anderen Band ist das Zelt so gefüllt und das riesige Publikum übertönt sogar die Band selbst. Die Stimmung ist gigantisch. Im großen Moshpit wird zu „Das Land der Vollidioten“, „Arschtritt“, „Schlauer als der Rest“ oder „Sieger stehen da auf wo Verlierer liegen bleiben“ ordentlich getanzt und natürlich laut mitgesungen. Auch der WM-Song „Dieses Jahr holen wir uns den Pokal“ wird gespielt – hat ja leider nicht ganz geklappt. Im Zelt herrscht eine unglaubliche Hitze und die vielen Fans sind nach dem Konzert komplett nass geschwitzt. Aber das hat sich gelohnt.

.:GAMMA RAY:.

Zu Kai Hansens [ex-HELLOWEEN] zweitem Baby GAMMA RAY geht es wieder ins Zelt. Mit der Musik der norddeutschen Power Metal Vorreiter habe ich mich noch nicht wirklich auseinander gesetzt und so sind die meisten Lieder völlig neu für mich. Aber der Auftritt war dennoch energiegeladen und technisch einwandfrei. Auch das Publikum genießt die Show und vor der Bühne ist es schon wesentlich enger als noch am frühen Abend bei UNDERTOW. Den enormen Ansturm bei FREI.WILD können GAMMA RAY allerdings nicht toppen.


.:AMON AMARTH:.

Die Schweden haben zum ersten Mal den Weg nach Schwäbisch-Sibirien, wie man das Härtsfeld manchmal scherzhaft nennt, gefunden. Doch die Temperaturen an diesem Wochenende sind alles andere als winterlich und auch die Nordmänner bringen keine Kälte aus ihrer Heimat mit. Stattdessen gibt es ein überlanges Headliner-Set mit Pyroeffekten. Nach einer guten Viertelstunde Verspätung eröffnen AMON AMARTH mit dem Titelsong des aktuellen Albums „Twilight Of The Tundergod“. Es folgen weitere Hits wie „Guardians Of Asgard“, „Cry Of The Black Birds“, „Death In Fire“ oder die Zugabe „Pursuit Of Vikings“. Aber das lange Set ist auch gespickt mit Titeln, die man eher selten live geboten kommt. Die Wikinger spielen sich einmal quer durch die Diskografie und lassen keine Fragen am Headliner-Status offen, was vom Publikum entsprechend gefeiert wird. Besonders freue ich mich über „Thousand Years Of Opression“. Einziger Wermutstropfen: bei einem fast zweistündigen Gig hoffe ich vergeblich auf einen meiner AMON AMARTH Lieblingssongs, „Fate Of Norns“.




Im Rückblick ein gelungenes Festival, das sich endlich auch organisatorisch sehr gut sehen lassen kann, und ein toller erster Festivaltag. Gerne wäre ich auch im zweiten Tag noch geblieben. Doch schon um zwölf musste ich mein Zelt auf Grund eines unvorhersehbaren Ereignisses wieder abbauen. Den Bericht zum zweiten Tag sowie zu FREI.WILD [oben stehend] übernimmt deshalb Jaqueline Klemmer. Vielen Dank an dieser Stelle.

Sammy

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Autor: Samuel Stelzer [Sammy] | 26.07.2010 | 22:21 Uhr
 
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