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HomeReviewAxel Rudi Pell – Knights Call
Das Titelbild des Axel Rudi Pell-Albums Knights Call

Axel Rudi Pell – Knights Call

Das Titelbild des Axel Rudi Pell-Albums Knights Call

Wertung
4.5/7 Punkten


Info
VÖ: 23.03.2018
Label: SPV
Spielzeit: 00:58:09


Line-Up
Johnny Gioeli – Vocals
Axel Rudi Pell – Guitar
Volker Krawczak – Bass
Ferdi Dörnberg – Keyboard
Bobby Rondinelli – Drums


Tracklist
The Medieval Overture
The Wild And The Young
Wildest Dreams
Long Live Rock
The Crusaders Of Doom
Truth And Lies
Beyond The Light
Slaves On The Run
Follow The Sun
Tower Of Babylon

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Man muss dem blonden Gitarrenvirtuosen AXEL RUDI PELL eine gewisse Beständigkeit attestieren: Abgesehen vom ebenfalls schon einige Jahre zurückliegenden Wechsel am Schlagzeug ist seine gleichnamige Band seit 20 Jahren in stabilem Line-Up unterwegs. Auch ansonsten scheint der Mann ein Gewohnheitstier zu sein, arbeitet seit Ewigkeiten mit Produzentenlegende Charlie Bauerfeind zusammen und lässt sich seine Artworks stets vom gleichen Künstler malen. So auch im Falle seiner neuesten Veröffentlichung „Knights Call“.

 

„Gewohnt gut ohne Überraschungen“

 

Im Hinblick auf das Songwriting von „Knights Call“ pflegt der Bandkopf ebenfalls bei seinem Leisten zu bleiben: Los geht’s wie immer mit einem theatralisch säuselnden Intro, diesmal „The Medieval Overture“ betitelt, das sich in keinster Weise von früheren Einleitungen wie beispielsweise „The Inquisitorial Procedure“ oder „The Guillotine Suite“ unterscheidet. Einziger Unterschied: Diesmal wirken die verwendeten Synthie-Klänge beinahe unfreiwillig komisch, weil der Eindruck entsteht, Ferdi Dörenberg habe das Gebotene auf einem simplen Kinder-Keyboard von Fisher Price eingespielt. Niedlich. Es folgt mit „The Wild And The Young“ der erste Song und auch hier wird schnell klar, dass im Hause AXEL RUDI PELL alles beim Alten bleibt. Die Nummer präsentiert sich als schmissiger Melodic Metal-Song im mittleren bis oberen Tempobereich und orientiert sich stilistisch wie immer stark am stilbildenden Schaffen von RAINBOW und DIO. Daran ist nichts verkehrt, Überraschungen bleiben jedoch aus. Das gilt auch für den Rest von „Knitghts Call“, denn der blonde Saitenhexer und seine Truppe arbeiten hier sämtliche notwendigen Eckdaten ihres Schaffens ab, ohne auch nur ein einziges mal aus der gewohnten Formel auszubrechen. „Wildeste Dreams“ klingt absolut genau so, wie man sich einen Song mit diesem Namen bei AXEL RUDI PELL vorstellt, „Long Live Rock“ erinnert stark an „Rock The Nation“ und „Crusaders Of Doom“ ist eben die epische Midtempo-Nummer, die auf einem AXEL RUDI PELL-Album nicht fehlen darf. Mit „Truth And Lies“ gibt es ein anständiges Instumental, das auch ein guter Song hätte sein können und seinen Höhepunkt erlebt „Knights Call“ mit der obligatorischen Ballade „Beyond The Light“. Die wird naturgemäß in erster Linie von Sänger Johnny Gioeli geführt und weil der Mann hinter dem Mikrofon schlicht eine Wucht ist, sorgt dieses Stück von Anfang bis Ende für Gänsehaut. Was also ist anders als auf vorangegangenen Alben der Truppe? Abgesehen von der Produktion gar nichts. In Sachen Sound setzt der Bandkopf diesmal auf trockenen, wenig mittigen Gitarrensound, was nicht unbedingt zum Genre passt und vor allem zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ausfällt, in Verbindung mit dem ausgewogenen Keyboard und der wuchtigen Rhythmussektion aber ein schönes Gesamtbild ergibt. Obendrein fällt der Leadsound auf „Knights Call“ erstmals nicht ganz so spitz wie auf bisherigen Platten de Band aus und da ausufernde Gitarrensoli bei AXEL RUDI PELL die halbe Miete sind, ist auf das nur zu begrüßen.

 

AXEL RUDI PELL sind nichts wenn nicht konsequent – mit „Knights Call“ legen die Burschen aus Bochum ein weiteres Album vor, das sämtliche stilbildenden Merkmale ihres Sounds in Reinform enthält. Das bedeutet einmal mehr grundsoliden Melodic Metal mit schicken Leadgitarren und einem schlicht phänomenalen Sänger, führt aber auch dazu, dass der Hörer hier keinerlei Überraschungen erlebt und sorgt für eine gewisse Vorhersehbarkeit. Das macht „Knights Call“ sicherlich nicht zu einem schlechten Album, im Kontext des bandeigenen Schaffens ist die Platte jedoch austauschbar.

Thomas Meyns / 16.03.2018

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