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Angesichts der immer näher rückenden Veröffentlichung ihres neuesten Albums hat die Metalcore-Truppe UNEARTH ein Video zu ihrem neuen Song "One With The Sun" vorgestellt.

Die Punk Rocker CKY haben für den "Record Store Day" am 23. November ein Cover des GG ALLIN-Songs "Bite It You Scum" ins Netz gestellt.

Der griechische Gitarrenvirtuose GUS G. [FIREWIND, Ex-OZZY OSBOURNE, Ex-DREAM EVIL, Ex-MYSTIC PROPHECY] hat ein "Making Of"-Video zu seinem Clip "Letting Go" im Internet veröffentlicht.

Die schwedischen Metaller SOILWORK haben einen weiteren Trailer zu ihrem kommenden Album "Verkligheten" ins Netz gestellt.

Die kalifornischen Thrash Metal-Urgesteine BLOOD FEAST haben mit "Chopped, Sliced And Diced" die Veröffentlichung einer neuen EP in Aussicht gestellt.

HomeReviewBlack Boned Angel – Verdun

Black Boned Angel – Verdun

Black Boned Angel - Verdun

 

 

 

 

 

Wertung:

5.5/7

Info:

VÖ: 01. April 2010

Label: Riot Season

Spielzeit: 00:51:55

Line-Up:

Campbell Kneale
James Kirk
Jules Desmond

Tracklist:

1. Prayer Sodden Holes – Tears Strike the Mile High Gong – Creeping Barrage

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„Vertontes Schlachtengetümmel“

Puh, was BLACK BONED ANGEL auf ihrer vierten Full Length, „Verdun“, abliefern, ist alles andere als leichte Kost. Irgendwo zwischen Drone, Experimental, Doom Metal, Dark Ambient und Noise angesiedelt, bietet das neuseeländische Trio darauf ein einziges Stück, das die Schlacht von Verdun vertont.

Dieses hat eine Spieldauer von gut 52 Minuten und steigert sich nach anfänglich düsteren Ambient-Klängen in fett bratende, schleppende Doom-Riffs, die zusammen mit dem sehr minimalistisch eingesetzten Schlagzeug in gewohnter Drone-Manier immer und immer wieder auf den Hörer losgelassen werden, sodass eine wabernde und unerbittliche Monotonie entfacht wird. Hinzu kommen sehr reduzierte und apokalyptisch anmutende Zwischenpassagen [ca. Minute 20], in denen viel mit Hall und getragenen Melodien gearbeitet wird und die eine trügerische Ruhe vor dem Sturm heraufbeschwören, ehe wieder die nächste verzerrte Doom-Salve losgelassen wird. Dies steigert sich im Verlauf der drei rein instrumentalen Abschnitte von „Verdun“, einer der verheerendsten Schlachten des Ersten Weltkriegs mit etlichen Tausenden von Toten und Verwundeten und gleichermaßen Symbol für sinnlose Materialschlacht sowie Ergebnislosigkeit eines Stellungskriegs, in zunehmend krachigere Noise-Collagen. Kontrastierend wirken hier die eingewobenen, unheilvollen Chöre [36:30 min], die vor Verzweiflung nur so strotzen, ehe das Stück gänzlich in die Industrial-Noise-Ecke überwechselt. Die letzten Minuten [ab 44:00 min] bestehen somit primär aus Ambient-Teppichen, Kampfgeräuschen, Explosionen, fliegenden Schrapnellen und vorbeisausenden Kugeln – wie gesagt: sehr harter Tobak, auf den man sich entweder erst gar nicht einlässt, da einem Drone-Doom-Geschichten so oder so überhaupt nicht reinlaufen, oder für den man wirklich in der richtigen Stimmung sein muss. Dann funktioniert „Verdun“ jedoch sehr eindrücklich, denn wenn man sich auf die Musik, den Soundtrack zum unerbittlichen Gefecht, und das damit zusammenhängende Kopfkino einlässt, ist die musikalische Vision der drei Neuseeländer unglaublich intensiv. Wer jetzt übrigens noch ein paar Eckdaten zur ungefähren musikalischen Ausrichtung benötigt, dem seien noch die folgenden Projekte genannt: SUNN O))), CORRUPTED, EARTH, KHANATE sowie ein wenig GODFLESH – nach deren Song von „Selfless“ sich BLACK BONED ANGEL übrigens benannt haben.

„Verdun“ ist ein interessantes und sehr puristisches Stück Musik, das keinerlei Wertungen vornimmt, sondern den erbarmungslosen Krieg an sich auf experimentelle Weise vertont – nüchtern, hart und minimalistisch [analog zum tristen Digipack-Design]. In erster Linie dürfte die Scheibe somit eingefleischte Drone-Anhänger ansprechen, während ‚normale Metaller’ vermutlich nur den Kopf darüber schütteln werden, was BLACK BONED ANGEL hier bieten/bezwecken wollen. Von zusammenhangslosen und faden Drone-Orgien kann jedoch nicht die Rede sein, denn die Neuseeländer haben sich hörbar allerhand Gedanken gemacht, wie dieses Projekt sinnvoll umgesetzt werden kann. Am besten selbst mal antesten bzw. reinhören – mit Kopfhörern wirkt „Verdun“ übrigens noch intensiver und schier erdrückend, und auch im Rahmen einer etwas unkonventionelleren Ausstellung zum Ersten Weltkrieg könnte ich mir diese Soundcollage ziemlich gut vorstellen.

Alexander Eitner / 30.03.2010

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