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Cover von Årabrot -- Årabrot
Band: Årabrot Homepage Årabrot bei MySpace.com Metalnews nach 'Årabrot' durchsuchenÅrabrot
Album:Årabrot
Genre:Experimental, Noise Rock, Punk
Label:Fysisk Format
Bewertung:7 von 7
Releasedatum:16.08.13
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"Das Experimental-Album des Jahres!"

ÅRABROT erfinden sich neu, was ja an sich nichts neues ist. Das machen sie schließlich bei jedem Album und bei jeder EP, und das schon seit 2001, als mit "Adding D to Anger" ihre erste 7" auf Safe As Milk Records erschien. Seit 2009 sind sie bei Fysisk Format, und mittlerweile auch Grammygewinner, zumindest in ihrer Heimat Norwegen. Dass ÅRABROT 2012 ausgerechnet den Grammy in der Kategorie "Beste Metalband" gewonnen haben, der ihnen von ENSLAVED's Grutle Kjellson überreicht wurde, könnte irreführend sein, und ist mindestens so schräg wie diese Band selbst.

Wer beim Stichwort Norwegen an Black Metal denkt, der liegt hier völlig falsch. Sicherlich, ÅRABROT machen harte Musik. Auf ihrer neuen, schlich "Årabrot" betitelten Langrille sogar noch eine Spur härter als gewohnt. Aber Metal ist das nicht, im klassichen Sinne sogar ganz und garnicht. Was keinen Hörer, der für experimentelles offen ist, und ÅRABROT noch nicht kennt, davon abhalten sollte, genau jetzt einzusteigen. Der vorliegende Longplayer des zum Duo geschrumpften ehelmaligen Quartetts ist nicht nur das Beste, was ÅRABROT in über 10 Jahren und nach etlichen Veröffentlichungen jemals aufgenommen haben, es ist wohl auch der definitive Kandidat für das "Album des Jahres" im Bereich Experimental Rock.
Ganz so vertrackt (und für manche auch "anstrengend") wie auf dem Vorgängeralbum "Solar Anus" wird es nicht, und auch nicht so völlig speziell wie auf der letzten EP, "Mæsscr", auf der ja überwiegend Coversongs aus dem (Neo-)Folk und Countrybereich zu hören waren. Nein, diesmal dürften ÅRABROT vielleicht sogar mal ein paar mehr Höreschichten als die übliche handvoll Kunststudenten ansprechen. Diese werden dennoch wieder ihre helle Freude haben, denn auch auf "Årabrot" wird wieder ganz tief in den Fundus surrealer Kuriositäten gegriffen. Die Texte behandeln thematisch Sex, Gewalt und Tod mit einer Prise Okkultismus. "Merkwürdig" wäre untertrieben. So wundert es nicht, dass sich auch der erste Songtitel "Ha-Satan Deôfol" vielleicht niemandem sonst als Songwriter und Texter Kjetil Nernes selbst erschließen wird. Macht aber für die breite Masse nichts, denn wenn man die Musik für sich sprechen lässt, dann ist dies einfach Perfektion. Mit oben genanntem Track geht es eher ruhiger los, doch das Album gewinnt konstant an Härte, was sich als Höhepunkt bei "The Horns Of The Devil Grow" als Gewitter aus einer noisigen Gitarren- und Basswand mit infernalisch pumpenden Drums und sehr aggressivem Gesang entlädt, ohne, dass eine signifikante Melodie zu fehlen droht. Großartig! Danach und dazwischen gibt es auch viel ins Herz zu schließen, etwa "Arrabal's Dream", weches als Vorab-Track bereits auf youtube zu hören ist. Ein groovender Rocker mit einem Hardcore-Chor und Laura Pleasants von KYLESA an den Gastvocals. Oder "Blood On The Poet", mit seinem auf kranke und bizarre Art poppigen "Dum-da-di-da"-Refrain. Aber was rede ich noch, fassen wir es zusammen als eine unbeschreibliche Dampfwalze aus Hardcore, Punk, Noise und Rock N' Roll, vielleicht mit einer ganz kleinen Prise Metal, die es in meine persönliche, ewige Top Ten-Liste geschafft hat, und die man einfach selbst hören muß.

Dagegen stinkt "Solar Anus" im Nachhinein wirklich ab, obwohl ich auch dieses Album schon sehr mochte. Doch wenn schon Grammy, dann bitte jetzt und international als beste Experimental Rock Band dieser Tage. Dann passt es! Musikalische Nonkonformisten (ich betone aber auch: nur diese!) legen sich das bestenfalls sofort am Erscheinungstag zu und werden es danach wohl für lange Zeit nicht mehr vom Plattenteller wegnehmen können, oder aus dem CD-Player herausbekommen. 7 mehr als verdiente Punkte gehen nach Norwegen!

Trackliste:
01. Ha-Satan Deôfol
02. Throwing Rocks At The Devil
03. Arrabal's Dream
04. Blood On The Poet
05. Dedication
06. Blood On Bunny
07. Drawing Down The Moon
08. The Horns Of The Devil Grow
09. The Bitter Tears Of Könt
10. Mænads
Spielzeit: 00:38:45

Line-Up:
Kjetil Nernes - Vocals, Gitarre, Sythesizer, Piano, Noise
Vidar Evensen - Drums, Harmonium, Whispers, Samples
Emil Nikolaisen - Bass (Studio-Gastmusiker auf "Årabrot")


Jessica Bausola [Teriel]
05.08.2013 | 18:42
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