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Album:Unheil!
Genre:Gothic Metal
Label:Roadrunner Records
Bewertung:0.5 von 7
Releasedatum:04.04.08
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"Schreckliche, schreckliche Dinge werden veröffentlicht!"

Während meiner – und nicht nur meiner – frühen Adoleszenz gab es musikalisch nicht unbedingt immer nur etwas zu lachen. Die Welt war auch damals schon voller penetranter, nerviger Mistlieder, denen man unmöglich entkommen konnte. LUCILECTRICs „Weil ich ein Mädchen bin“ war eines davon. Und was soll ich sagen, man begegnet sich immer zweimal: Luci van Org, damals Sängerin dieses Titels, macht nun mit ihrer neuen Band ÜEBERMUTTER weit härtere Musik als den Teeniepop vergangener Tage.

Zumindest scheint sie selber das zu glauben. Was ÜEBERMUTTERs Debüt „Unheil!“ tatsächlich ist, ist nämlich eine dreiviertelstündige Zumutung, eine lasche Ansammlung von ausgenudelten „Riffs“ die zwar so etwas wie Härte und Industrial-Kälte transportieren sollen, aber nicht mal von der Altenheim-Ausgabe von RAMMSTEIN mit dem Arsch angeguckt würden. Vervollkommnet wird dieses grausige Bild von monotonem, pseudomartialischem Gesangshickhack, der einer ausgebrannten Karikatur Nina Hagens nahekommt – vorausgesetzt, jene träfe auf einmal nur noch halb so viele Töne wie Das Letzte Einhorn von IN EXTREMO und hätte außerdem den zombifizierten Herbert Grönemeyer zum Ehegatten. Von den Texten, welche vor mehr oder weniger stumpfen Phrasen nur so triefen und denen deshalb einiges an unfreiwilliger Komik innewohnt, will ich gar nicht sprechen. Lohnt nicht. Aber bitte nicht vergessen: es gibt auch Künstler, die imstande sind, gute deutschsprachige Texte zu verfassen: ELEMENT OF CRIME, EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN, OMA HANS und FRANZ JOSEF DEGENHARDT seien hier nur als Beispiele genannt.

Was nach diesen 45 Minuten bleibt ist in erster Linie das Gefühl, kostbare Lebenszeit verloren zu haben – und zwar ähnlich intensiv wie nach dem Sichten des Films „Death Tunnel“, der mich wie kaum ein zweiter Horrorfilm zu beleidigen vermocht hat. ÜEBERMUTTERs erstes Werk wird, wenn es so etwas wie Gerechtigkeit gibt, auch das letzte bleiben – so einen Blödsinn braucht anno 2008 nun wirklich kein Schwein. Eigentlich wäre es nur gerecht, wenn mir Frau van Org für die erlittene akustische Pein lebenslänglich jeden Sonntag einen Apfelkuchen backen würde – vielleicht kann sie das ja besser!

Trackliste:
01. Mädchen TeilZwo
02. Mutterherz
03. Heim und Herd
04. Am Anfang war das Weib
05. Wein' mir ein Meer
06. Brenne!
07. Gebärmaschine
08. Liebe ist Schmerz
09. Krieg!
10. Ruhe sanft
11. Unheil
Spielzeit: 00:44:11

Line-Up:
Luci van Org - Gesang
Michael Brettner - Gitarre
Peggy Junghanns - Gitarre
Anja Schlemm - Bass
Sabine Ahlbrecht - Schlagzeug
Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper]
28.03.2008 | 14:26
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