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Reviews von 3
CD Review: 3 - Revisions [Re-Release, Compilation]

3
Revisions [Re-Release, Compilation]


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Cover von 3 -- Wake Pig
Band: 3 Homepage  Metalnews nach '3' durchsuchen3
Album:Wake Pig
Genre:Alternative, Ambient, Emocore, Progressive
Label:Metal Blade Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:13.01.06
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"Vom Suchen und Finden der Leidenschaft"

Seit Bands wie COHEED AND CAMBRIA oder auch DREDG den progressiven Emocore für sich entdeckt haben, sprießen allerorts Bands aus dem Boden wie Unkraut. Aber nicht jede Kapelle muss gleich gejätet und mit DDT bekämpft werden, und in diese Kategorie fällt auch das neuste Ensemble aus dem Hause Metal Blade, welches sich schlicht und einfach 3 nennt.

Die aus Woodstock stammende Formation wütet schon seit den 90er Jahren in unserem Garten und legt mit „Wake Pig“ ihren dritten Output ins Gemüsebeet. Bereits 2004 erschien diese CD bei Planet Noise Records und wurde nun für den Rest der Welt wiederveröffentlicht, um sich einer größeren Hörerschaft zu erschließen. Und um eines gleich vorweg zu nehmen: Diese Platte ist äußerst schwierig. Sehr sogar, aber wer sich mal auf die komplexen Songstrukturen und die zauberhaften Melodien einlässt und sich einfach mal in den Korb voll dorniger Rosen fallen lässt, der wird den Schmerz mit Sicherheit nicht bereuen.

Auch wenn ich eingangs C&C und DREDG als Referenz für 3 hergenommen habe, möchte dieser Vergleich doch nicht so ganz passen. Der US-Fünfer verwendet viele verschiedene Instrumente und Percussion-Elemente, um seinen Songstrukturen die nötige Fülle zu verleihen. Alleine schon „Dregs“ ist eine ganz merkwürdige Nummer, die ich beim ersten Hören überhaupt nicht mochte, aber wenn man einfach mal komplett abschaltet und sich nur auf die Musik konzentriert, die zugleich anmutig und dennoch bedrohlich in der Luft rumschwirrt, erschließen sich auf einmal nie geahnte Klangkaskaden aus einer völlig anderen Welt.

Jeder Song klingt anders, es wiederholt sich nichts. Der Opener „Alien Angel“ erinnert anfänglich etwas an TOOL, bis er in eine wunderschöne Popnummer abdriftet, bevor er langsam verglüht, wie eine Sternschnuppe. Das Titelstück entpuppt sich als eine astreine Progressiv-Nummer, bis auf einmal der Song in das Weltall zu schweben scheint, so futuristisch scheint er auf einmal mit seinen vielen kleinen Soundelementen. Und wer glaubt, SYSTEM OF A DOWN hätten verrückte Lieder auf Mezmerize/Hypnotize geschrieben, der hat „Where’s Max“ noch nicht gehört.

Der Rausschmeißer des Scheibchens „Amaze Disgrace“ könnte als der konventionellste auf „Wake Pig“ durchgehen, wirkt er doch schon fast charttauglich. Aber auch nur fast, denn ab Minute 4:50 schlüpft aus dem Kokon kein Schmetterling sondern eine ganz fiese Motte, die sich mit ihren scharfen Zähnen in den Gehörgang schraubt, um dort ihr Nest zu bauen. Diesen Harmonieteil habe ich nächtelang nicht mehr rausbekommen.

3 dürfte mit Abstand eine der Bands sein, bei der sich der Metaller mit Sicherheit fragt, was diese auf Metal Blade zu suchen hat. Um ehrlich zu sein, kann ich auch keine Antwort auf diese Frage liefern, sind 3 in etwa doch so metallisch wie mein Plastiktoaster. Dennoch kann ich jedem, der auf schwierige, experimentelle, ausgefallene und progressive Rockmusik steht, dieses Album nur aufs Herzlichste empfehlen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt; der Tellerrand ist gar nicht so hoch, wie viele immer denken…

Trackliste:
01. Alien Angel
02. Monster
03. Dregs
04. Wake Pig
05. Bramfatura
06. Trust
07. Dogs Of War
08. Soul To Sell
09. One Way Town
10. Queen
11. Circus Without Clowns
12. Where's Max
13. Amaze Disgrace


Lorenz von König [LvK]
06.01.2006 | 16:43
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