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Album:Abbath
Genre:Black Metal
Label:Season Of Mist
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:22.01.16
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"Wirkungstreffer"

Ach herrje, was war das für ein Durcheinander. Wer jetzt und wieso bei IMMORTAL raus ist und ob und wie es mit dem norwegischen Schwarzmetal-Schlachtschiff weitergeht. Irgendwie erinnert es einen an dieses Geplänkel zweier Boxer [Abbath vs. Rest] vor dem Kampf. Doch wie im richtigen Leben entscheidet die Leistung im Ring. Und in diesem Falle durfte man gespannt sein, wer zum ersten Schlag ausholt und ob der daraus resultierende Treffer Wirkung zeigen würde.

Bezüglich des Erstschlags hat ABBATH zunächst die Nase vorn. Was auf seinem Debütalbum passiert, kann man eigentlich in einem Satz formulieren. Wo ABBATH drauf steht, ist IMMORTAL drin. Wer also gedacht oder gehofft hat, der gute Mann würde jetzt schmollend irgendeiner anderen Art von Musik frönen oder gar das unverwechselbare Corpsepaint ändern, irrt. Das Album kann und darf sich jeder getrost zulegen, der mit den letzten beiden IMMORTAL-Scheiben „Sons Of Northern Darkness“ und „All Shall Fall“ konform geht und auch das erste Solowerk „I“ zu schätzen weiß. Kurzum, was der Herr Eikemo die letzten zehn Jahre veröffentlicht hat, findet auch hier seine Daseinsberechtigung. Seien es die gesalzenen Uptempo-Tracks wie „To War!“ oder „Fenrir Hurts“ oder das dezent mit Punk versetzte „Endless“. Natürlich gibt es auf diesem Debüt auch einen Schmachtfetzen der Kategorie „Unearthly Kingdom“. Hier heißt der epische Schinken eben „Root Of The Mountain“ und fällt gegenüber dem Vorlagengeber allenfalls leicht ab. Nicht selten greift der gute ABBATH in die Kiste seiner Ex-Band und wärmt dann und wann mal Ideen auf, die bereits auf vorangegangenen Alben von IMMORTAL zu hören sind. Was aber letzten Endes nicht gravierend ins Gewicht fällt, denn im Gesamtkonzept bläst „Abbath“ ordentlich die Rübe frei und darauf kommt es an. Scheiß egal, ob ihm seine neue Band abgehauen ist oder nicht. Diesbezüglich gilt es noch zu erwähnen, dass man sich in punkto Schlagzeugarbeit mächtig Mühe gegeben hat, aber mal im Ernst, einen Horgh kann man nicht so einfach ersetzen. Kleines, aber feines Makel am Rande.

Um auf die Einleitung zurück zu kommen. Olve Eikemo hat ausgeholt und sein Schwinger kracht ins Ziel. Der angezählte Rest der Firma IMMORTAL mag den Treffer abschütteln und unter Umständen etwas annähernd Vergleichbares abliefern. Was angesichts der Tatsache, dass sowohl Stimme und Gitarre [zweifellos markante Merkmale einer rockigen musikalischen Darbietung] ersetzt werden müssen, schwer genug sein dürfte. Denn „Abbath“ ist trotz seiner gelegentlichen Vorhersehbarkeit und einer [wenn auch im Nanobereich angesiedelten] Abnutzungserscheinung ein deftiger Schlag ins Kontor geworden.


Trackliste:
01. To War!
02. Winterbane
03. Ashes Of The Damned
04. Ocean Of Wounds
05. Count The Dead
06. Fenrir Hunts
07. Root Of The Mountain
08. Endless
Spielzeit: 00:40:54

Line-Up:
Abbath - Vocals & Guitar
King – Bass
Creature - Drums
Frank Wilkens [Fränky]
15.01.2016 | 16:06
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