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Band: Agalloch Homepage Agalloch bei Facebook Metalnews nach 'Agalloch' durchsuchenAgalloch
Album:Marrow Of The Spirit
Genre:Ambient, Melodic Black Metal, Neofolk, Progressive
Label:Viva Hate Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:19.11.10
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"Markerschütternde Geisteslandschaften"

Black Metal ist längst nicht mehr ausschließlich nur Krieg, sondern v.a. Botanik, wie folgender Exkurs bezüglich Herkunft des Bandnamens AGALLOCH vielleicht kurz illustrieren darf: „Der Adlerholz- oder Agarbaum [Aquilaria agallocha] liefert das sogenannte Paradies-, Rosen-, Aloe- oder Agallocheholz, [...]ein äußerst seltenes und kostbares Räucherholz, das vorwiegend in Indien, Kambodscha, Indonesien, Laos, Thailand und Vietnam erhältlich ist bzw. Verwendung findet. Adlerholz gibt es in einer großen Geruchspalette zwischen balsamisch-süß, würzig-bitter und holzig-animalisch.“

Das indes soll nicht bloß schludrige Internetschlaumeierei sein, denn o.g. Duftrichtungen sind so sämtlich auch im vierten Full Length-Werk des nordamerikanischen Quartetts aus Montana bzw. Oregon enthalten. AGALLOCH vermischen auf dem poetisch betitelten „Marrow Of The Spirit“ nämlich nach wie vor - ebenso gekonnt wie respektlos - [melodischen] Black Metal mit Ambient, [Neo-]Folk und Prog-Rock bzw. -Metal und entwerfen dabei [Klang-]Landschaften, dass einem schier die Augen bzw. Ohren übergehen, hat man sich erstmal darauf eingelassen.
Das einleitende „They Escaped The Weight Of Darkness“ wiegt den Hörer mit Wasserplätschern und sanften Celloklängen noch in scheinbarer Sicherheit, bevor die Boller-Drums und flirrenden Gitarren von „Into The Painted Grey“ gleich zu Anfang wesentlich rustikaler dreindreschen und sich gefällig-melodische Passagen mit John Haughms rauem BM-Geraspel abwechseln.
„The Watcher's Monolith“ umfasst schwelgerisch-schöne, ruhige, beinahe rockige [Akustik-]Gitarren ebenso wie Black Metal, progressive und folkige Elemente.
„Ghosts Of The Midwinter Fires“ schafft mit seinem sehnsüchtigen, proggigen und fast PINK FLOYDesken Gitarrenspiel Schwermut galore, integriert in sein Klanggewand aber ohne weiteres auch noch etwas Melodic Death Metal in herrlichster Göteborg-Tradition und atmosphärische Black Metal-Elemente.
Bei dem nicht minder stimmungsvollen „Black Lake Nidstång“ schwurbelt es zunächst etwas postmetallisch, doch dann obsiegt im Wesentlichen erneut der Wohlklang der Akustikgitarren, die das beschwörende Flüstern des Frontmanns dramaturgisch stimmig untermalen.
Mit „To Drown“ geht’s dann endgültig den Bach 'runter, will sagen: ins Wasser, denn wesentlich larmoyanter könnte man sich/seine irdischen Sorgen sicherlich nur schwerlich ertränken, während textlich und musikalisch der Bogen zum einleitenden „They Escaped The Weight Of Darkness“ geschlagen wird.

Durch die allgegenwärtige Bitterkeit, Düsternis und Schwarzwurzeligkeit, die zwischen den wohldurchdachten Arrangements, Harmonien und schmeichelnden Melodien durchscheint, plätschert die Musik auf „Marrow Of The Spirit“ nie einfach nur so dahin, sondern bleibt durch ihren Stilmix stets fordernd, heischt um Aufmerksamkeit und kreiert damit Spannung und Atmosphäre.
Wer ALCEST oder LANTLOS zu schätzen weiß, der wird sich vermutlich auch in dem versuchsweise beschriebenen, konstant interessanten und hörbaren Klangkosmos von AGALLOCH wiederfinden und wohlfühlen.

Trackliste:
01. They Escaped The Weight Of Darkness
02. Into The Painted Grey
03. The Watcher's Monolith
04. Black Lake Nidstång
05. Ghosts Of The Midwinter Fires
06. To Drown
Spielzeit: 01:05:33

Line-Up:
John Haughm - Vocals, Guitar
Don Anderson - Guitar, Piano
Jason William Walton - Bass
Aesop Dekker - Drums
Dirk Konz [dkay]
25.11.2010 | 22:00
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