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Cover von All Will Know -- contact.
Band: All Will Know Homepage All Will Know bei Facebook Metalnews nach 'All Will Know' durchsuchenAll Will Know
Album:contact.
Genre:Metalcore, Modern Metal
Label:Deafground Records
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:02.03.12
CD kaufen:'All Will Know - contact.' bei amazon.de kaufen
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"Wollknäuel mit Dornen"

Bei ALL WILL KNOW handelt es sich um eine Band des Genres, das auf Metalnews ganz beliebt ist: Eine Metalcore-Gruppierung. Schlimmer noch, sie selbst bezeichnen ihre Spielart als Modern [!] Metalcore [!!] und skandinavischen Melodeath, also noch eine Spur aktueller, als die Metal-Veteranen vertragen können. Hilfe! Wer um seine Trveness besorgt ist, sollte lieber sofort einen anderen Artikel in Augenschein nehmen, denn das Septett, bestehend aus Musikern aus Darmstadt, Mainz und Würzburg, gehen mit dem Geist der Zeit und präsentieren ein absolut topmodisches Machwerk modernen Metals, der auch vor poppigen Passagen keinen Halt macht.

Doch wer ist ALL WILL KNOW, kennt die schon jemand? Gegründet haben die sich erst 2010, die Mitglieder stammen aus allen Richtungen und Bereichen. Hauptinitiatoren Keyboarder Felix Walzer und Gitarrist Jan Jansohn kamen von der Melodic Black Metal-Institution AGATHODAIMON [letzterer aktuell auch bei ADORNED BROOD], der Rest kommt von Melodeath-Projekten, ehemaligen Prog Metal-Combos und selbst experimenteller Industrial zählt zur Vergangenheit. Mit „contact.“ steht nach vorausgehender Single nun endgültig das Debüt vor der Tür. Nach erster contact.-Aufnahme [Hihi...] mit ihrer Scheibe darf man sich zunächst vermerken: Den ganzen Herkunftsscheiß kann man vergessen. Man bekommt süßliche Leads vorgesetzt, ab und an ein nicht ganz so nettes Riff und ständig wird zwischen cleanen und gutturalen Vocals gewechselt. Während man an Steve Kiai´s Shouts und Growls nur ganz wenig auszusetzen hat, schwankt Mo Stübig´s Gesang zwischen unglaublich ausdrucksstark und etwas gezwungen. Instrumental wird eine ganz ordentliche Leistung abgeliefert, moderne Gitarrenarbeit und solides Drumming samt Bassspiel. Zwei Punkte sind dabei hervorzuheben: 1. ALL WILL KNOW nehmen sich öfter die Zeit, ein Solo in die Songs einzubauen. Diese sind allesamt nicht von der genialsten oder härtesten Sorte, aber werten die Kompositionen auf. 2. Die Keyboards sind im Gegensatz zu 120 % der Konkurrenz nicht so nervig, zumindest zum Großteil. An diesem Punkt merkt man die Erfahrung vom Herrn Walzer einfach an, sie werden gezielt an den richtigen Stellen eingesetzt und drängen sich nur dann in den Vordergrund, wenn es klanglich passt. Natürlich gibt es auch Lieder wie „A Dying Heart“, in denen man es mit der Synth-Untermalung zu gut meint, aber im Vergleich macht man auf „contact.“ in dieser Hinsicht nur wenig falsch.
Apropos „A Dying Heart“, ALL WILL KNOW sind verdammt eingängig, die eine oder andere Melodie platziert sich böse in den Gehirnwindungen und drückt sich einige Stunden nach dem Konsum in unbewusstem Pfeifen aus. Allerdings ist längst nicht jeder Notenakrobat so hitverdächtig und verbleibt im Gedächtnis, getreu dem Motto: In ein Ohr rein, ein bisschen drin, aus dem Anderen wieder raus. Insbesondere fies ist das bei der Quotenballade „How Far Would You Go?“ zu beobachten, der man eine Single gewidmet hat. Dieses glattpolierte Stück Plastik-Pop, das man als Metaller natürlich nicht gut finden darf, trieft über mit gefühlvollen Klischees und lässt sicherlich das eine oder andere Frauenherz dahinschmelzen. Während man[n] bei den ersten Durchgängen das noch als erträglich einstufen kann, wird das Lied schnell zum Opfer der Skip-Taste. Ironischerweise ist direkt danach der härteste Song auf dem gesamten Langspieler zu finden, nämlich den vom Cleangesang befreiten „Mental Takedown“. Nach den obligatorischen Breakdowns [von denen nicht so inflationär Gebrauch gemacht wird] gibt es ein schön deftiges Riff, dann ein kurzer MESHUGGAH-Einschub und kurz darauf ein cooler Refrain mit passenden Keys. Nach den aufwärmenden Breakdowns hinterher, in der Hoffnung das Mobiliar in wenigen Sekunden in Einzelteile zu zerlegen, plötzlich Stille. Ein albernes, ultra-billiges Shotgun-Sample wird abgespielt … danach könnte das fröhliche Moshen losgehen. Könnte. Denn dieses Sample nimmt dem Song irgendwie den Drive, den Sinn kann man sich zwar aus den Lyrics herauslesen, aber musste das sein? Dafür veredelt niemand Geringeres als Sänger Karsten „Jagger“ Jäger von DISBELIEF den Song, der deshalb doch zum besten Track avanciert. Sogar Frank „Akaias“ Nordmann [ASARU, Ex-AGATHODAIMON] gibt sich beim abschließenden „Devolution“ ein Stelldichein und darf seine grausam-geilen Vocals präsentieren.

Doch wieso sind trotz Gastsänger und der bisher ganz positiven Worte nicht noch mehr Punkte drin? Ganz einfach: So ziemlich alles auf dem Album ist grundsolide mit einigen Ausschlägen nach oben, als auch nach unten auf der Qualitätsskala. Aber „solide“ ist der große Bruder von „nett“ und „nett“ ist die süße Schwester von „langweilig“. Was ALL WILL KNOW auf „contact.“ von sich zeigen, haben schon viele vor ihnen gemacht. Einige bedeutend schlechter, andere bedeutend besser. Die Mischung aus Härte und Melodie kann heute nicht mehr so einfach beeindrucken und das kann das Debüt aus deutschen Landen leider genauso wenig. Es reicht nicht mehr aus nur den bekannten Brüll-Schmacht-Gesang zu präsentieren, an anderen Punkten muss man herausstechen. ALL WILL KNOW verpassen genau diesen Punkt. Weder sind arschtretende Thrash- oder die versprochenen Melodic Death Metal-Anteile vorhanden, die Selbstständigkeit verleihen würden, ihre Musik ist zu vorhersehbar, um mitzureißen. Wer damit allerdings keine Probleme hat und nach weiterem Stoff für seine Modern Metal-Sucht sucht, wird bei „contact.“ fündig. Denn ihre Sache an sich machen die sieben Typen dann doch ganz vernünftig.

Trackliste:
01. The Weakest Spot
02. Static
03. Feeding The Aftermath
04. Rise And Fall Of ...
05. A Dying Heart
06. How Far Would You Go?
07. Mental Takedown
08. Counting Stars
09. Devolution
Spielzeit: 00:36:54

Line-Up:
Mo Stübig - Vocals [Clean]
Steve Kiai - Vocals [Shouts]
Jan Jansohn - Guitars
Danny Seith - Guitars
Ivica Butina - Bass
Sebastian Kraus - Drums
Felix Walzer - Keyboard
Nico Carvalho [Champ]
24.02.2012 | 02:21
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