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Band: Altaar Homepage  Metalnews nach 'Altaar' durchsuchenAltaar
Album:Altaar
Genre:Avantgarde/Electronica, Doom Metal
Label:Indie Recordings
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:22.02.13
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"Anstrengender Strudel"

Andreas Tylden, ein Norweger, den diverse Underground-Freaks vielleicht von der Black Metal Band ONE TAIL, ONE HEAD kennen, hat 2007 ein eigenes Solo-Projekt namens ALTAAR, das eine Mischung aus Noise, Black und Doom Metal darstellt, in’s Leben gerufen und 2009 die EP „Dødsønske“ veröffentlicht. Vier Jahre später finden sich bei ALTAAR ein paar neue Mitglieder und ein selbstbetiteltes Debüt-Album, welches von Indie Recordings veröffentlicht wird.

Gerade einmal zwei Tracks weist das Debüt-Album auf und kommt damit immerhin auf stolze 34 Minuten Spielzeit. Trotzdem nicht gerade viel Musik für ein Debütalbum, auch wenn man fairerweise dazu sagen muss, dass z.B. GORGOROTH Alben mit einer Länge von 29 Minuten aufgenommen haben und diese paar Minuten es durchaus in sich gehabt haben. Außerdem kommt es ja auch nicht immer auf die Länge an. ALTAAR haben allerdings auch noch die Gemütlichkeit für sich gepachtet, denn mit „Tidi Kjem Aldri Att“ beginnen sie mit einem sehr langsamen, sphärischen und schleppenden Song, der innerhalb seiner 19-minütigen Spielzeit zwar durchaus variiert, aber seinem Tempo grundsätzlich treu bleibt. Den oder die geneigte HörerIn erwarten dabei zunächst eine düstere Gitarren- beziehungsweise Bass-Melodie und sehr, sehr spärlich eingesetzte Drums, welche die ersten fünf Minuten anhalten, bevor die Musik dann langsam etwas an Fahrt gewinnt und an diverse Funeral Doom Projekte erinnern lässt [z.B. NORTT]. Die Drums beginnen in dieser Phase eine wichtigere Rolle zu spielen und sind neben wabernden Soundwänden das bevorzugt eingesetzte Stilmittel. Ab ca. Minute neun beginnt man dann mit noch mehr wabernden und elektronischen Spielereien, die ähnlich subtil wie der Songanfang beginnen und sich dann bezüglich ihrer Intensität und Lautstärke steigern. Mitunter wird das dann doch auch anstrengend und man ist froh, dass ab Minute 13 den Drums wieder den Vorzug gegeben wird und der erste Track wieder etwas metallischer wird. So nähert man sich jetzt eher wieder dem Doom Metal an und lässt dich elektronischen Spielereien etwas außen vor. An meiner ausführlichen Beschreibung des ersten Tracks sollte man erkennen, was der Clou hinter ALTAARs Musik ist. Man spielt mit den Spannungsbögen, man baut Spannung auf verschiedene Arten und Weisen auf und lässt diese dann wieder fallen beziehungsweise lässt sie nie wirklich ausbrechen. So wirkt die Musik erdrückend, niederschmetternd und wie eine starke Mauer, die man nicht bezwingen kann. Nach einem sehr ruhigen Ausklang geht es dann weiter mit dem zweiten Track „Dei Absolutte Krav Og Den Absolutte Nade“, der zunächst einmal ganz überraschend [haha!] gemächlich mit leisen elektronischen Soundspielereien beginnt, bevor man dann ab Minute vier etwas mehr Power in den Song legt, die Drum-Arbeit intensiviert und, unglaublich aber wahr, mit rauen Vocals daherkommt. Auf einmal wird „Dei Absolutte Krav Og Den Absolutte Nade“ zu einem reinen Metal-Song, der noch dazu relativ brutal daherkommt und keine Gefangenen macht, aber gleichzeitig gewisse melodiöse Momente beinhaltet. Man mag es kaum glauben, aber sogar eine Double-Bass Attacke kommt kurzfristig zum Einsatz. Man darf das aber nicht überbewerten, denn die Musik spielt sich nach wie vor eher im Bereich des Doom Metals als des Black Metals ab. Trotzdem ist dieser Ausbruch mehr als willkommen, haben doch die restlichen 25 Minuten der Scheibe dazu geführt, dass sich eine unglaubliche Beklemmung im eigenen Körper ausgebreitet hat. Die letzten fünf Minuten der Scheibe gehören dann allerdings wieder noise- und dronelastigen Momenten, welche „Altaar“ auch absolut passend beenden.

Puuuh, einen schweren Brocken haben ALTAAR hier vorgelegt. Das ist nichts, was man sich einfach so anhört. Da muss man Geduld aufbringen und sich auf die Schwere der Musik wirklich einlassen. Erst wenn die Beklemmung und die Enge der Musik einen wirklich erreicht haben, beginnt einem „Altaar“ zu gefallen und umso befreiter fühlt man sich dann auch, wenn die Musik wieder zu Ende geht. Ein mutiges Album, das aber nicht für jedermann gemacht ist!
Auf der CD-Version befindet sich lustigerweise noch ein Bonus-Track, den man mir als Promo nicht zur Verfügung gestellt hat.

Trackliste:
01. Tidi Kjem Aldri Att
02. Dei Absolutte Krav Og Den Absolutte Nade

Bonus-Track:
03. Singin Aura Lea - Altaar
Spielzeit: 00:34:11

Line-Up:
Sten Ove Toft - Effekte, Gitarren, Klavier
Espen Tørressen Hangård - Gitarre, Keyboard, Gesang
Kenneth Lamond - Drums
Didrik Telle - Bass
Andreas Tylden - Gitarre, Gesang

Jonathan Jancsary [Squiggofant]
24.03.2013 | 16:34
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