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Band: Amon Amarth Homepage Amon Amarth bei Facebook Metalnews nach 'Amon Amarth' durchsuchenAmon Amarth
Album:Deceiver Of The Gods
Genre:Melodic Death Metal
Label:Metal Blade Records
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:21.06.13
CD kaufen:'Amon Amarth - Deceiver Of The Gods' bei amazon.de kaufen
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"Den Göttern sei Dank"

Es ist schon so eine Sache mit den neuen Alben gewisser Bands, die sich im Laufe der Jahre mit ihrer Musik in immer höhere Ligen gespielt hat und sich dort in die mögliche Gefahr der Stagnation begeben. Die Ankündigung wird, wie im aktuellen Falle AMON AMARTH, zwar augenscheinlich ernüchternd und als Normalität zur Kenntnis genommen und dennoch freut man sich [meistens jedenfalls], wenn es denn da ist. Und so ist es dann eben auch mit „Deceiver Of The Gods“.

Obwohl niemand von hyperaktiver Innovativität erschlagen wird, gilt es doch, einige Besonderheiten zu analysieren. Zum einen begab man sich in die Hände von Andy Sneap, der schon wer-weiss-wieviele Metalscheiben produziert hat. Das hier hätte er versauen können, hat er aber nicht. Denn das Album klingt einwandfrei nach AMON AMARTH, um allen Unkereien mal den Wind aus den Segeln zu nehmen. Und die Songs? Da lässt der Opener und Titeltrack zunächst einmal keinen Zweifel zu, wer hier am Werk ist. Dennoch glaube ich, hier dezente Sneap-kompatible Thrash-Metal Nuancen zu erkennen. Deutlicher wird das dann bei „Blood Eagle“. Hier schimmert eine gehörige Portion SLAYER durch, was dem Song und dem Album an sich verdammt gut steht. Und gerade, als man sich über den unverwechselbaren und zum Glück nach wie vor in Natura belassenen Gesangsstil von Johan Hegg erfreut, taucht auf einmal bei „Hel“ eine klare Gesangsstimme auf. Das ist doch...die Stimme kenn ich doch...richtig. Der ehrenwerte Messiah Marcolin, ehemals Vocalist bei CANDLEMASS, wertet die Nummer grandios auf. Als hätte diese es nötig, ist sie doch bereits mit einem Riff gesegnet, wie es heutzutage wohl nur noch AMON AMARTH zu bringen scheinen. Aber genug der Befremdlichkeiten. „Father Of The Wolf“ ist eine typische Hymne nach guter „Guardians Of Asgard“-Tradition, die sich für kommende Live-Aktivitäten gerade zu aufdrängt. Besonders ans Herz legen jedoch möchte ich allen den Abschlusstrack „Warriors Of The North“. Zugegeben, der Titel klingt wahnsinnig abgedroschen. Der Song selbst, mit einer Spieldauer jenseits der acht-Minuten-Grenze gesegnet, ist allerfeinste Sahne. Deckt er doch so einige Facetten des Metals ab, ohne den Bezug zum eigentlichen Thema zu verlieren. Eigentlich gibt es aus meiner Sicht nichts zu meckern. Lediglich die Tatsache, dass die etwas sperrigeren, aber dennoch irgendwo linientreuen „Shape Shifter“ und „Under Siege“ nicht zu Hundert Prozent mein Wohlwollen abgreifen, kostet der Platte letztendlich den berühmten halben Punkt.

Klar, wer die Band bisher mied, wird auch hier nicht zugreifen. Und wer immer noch den alten „The Crusher“-Zeiten hinterher trauert, wird wohl ebenfalls eher mit verhaltenem Jubel reagieren. Für meine Begriffe allerdings ist „Deceiver Of The Gods“ die konsequente Weiterentwicklung von „Twilight Of The Thundergod“. Um ehrlich zu sein, ich hatte nicht daran geglaubt, dass AMON AMARTH die Qualität dieses Werkes [da gebe ich eine gewisse Befangenheit zu, denn "Twilight..." zählt zu meinen absoluten All-Time-Faves] nochmal erreichen würden. Das gute, aber nicht wirklich überragende „Surtur Rising“ bestätigte diese Vermutung, diesmal aber überführen mich die Stockholmer Jungs des Irrglaubens. Bleiben sich treu und beschreiten dennoch den einen oder anderen neuen Pfad [wohlgemerkt Pfad, nicht achtspurige Autobahn]. Genau SO und nicht anders wollte ich ein neues AMON AMARTH-Album serviert bekommen.






Ich will ehrlich sein: Ich habe von „Deceiver Of The Gods“ so gut wie gar nichts erwartet, nachdem „Twilight Of The Thundergod“ [2008] und „Surtur Rising“ [2011] den Gedanken in mir reifen ließen, dass das schwedische Drachenboot sein Pulver endgültig verschossen hatte. AMON AMARTH war während der letzten fünf Jahre
sozusagen der Inbegriff der Selbstkopie. Von den Rhythmen über die Melodieläufe bis hin zu simplen Riffs fand man viel zu ähnliche Songs auf viel zu vielen älteren Alben der Band. Und während ich das neue Werk in den ersten Durchlauf schickte, dachte ich zum Opener und Titeltrack „Deceiver Of The Gods“ nur: „Ach, kommt schon! Warum höre ich mir das überhaupt noch an? Wieder derselbe uninspirierte Langweiler. War ja klar!“
Nun, ...irren ist bekanntlich menschlich und deswegen freut es mich besonders, dass „Deveiver Of The Gods“ im weiteren Verlauf einige Beweise dafür antritt, dass AMON AMARTH sich offenbar nicht wenige Gedanken zu frischem Wind in ihren Kompositionen gemacht haben. Frische, neue Riffs, teils entfesselte Raserei, teils feine, stimmige Melodien, wiedererlangte Stimmvariation und hier und da gibt’s textlich endlich mehr zu bieten als Battle, Fight, Sword und Honor – wenngleich man im Groben natürlich ihrer eher geradlinigen Lyrik treu bleiben. Versteht mich nicht falsch. AMON AMARTH erfinden sich keineswegs neu. Hier und da schimmert der Eindruck, diesen oder jenen Part schon einmal in einem anderen Song mehr als ähnlich gehört zu haben, nach wie vor mit. Anno 2013 jedoch weicht der Vorwurf der Selbstkopie der Interpretation eines ureigenen Stils des Quintetts. Mit „Deceiver Of The Gods“ liefern die Schweden endlich wieder ein Album, das allein stehen kann und nicht nur gerade einmal dazu taugt, mit neuen Songs an große Momente der Vergangenheit zu erinnern, die man aktuellen Kompositionen sowieso vorzieht. Auf der Habenseite steht ein Schritt in die richtige Richtung, im Soll schuldig bleiben AMON AMARTH viel Aufholbedarf in der Zukunft.
Border 5,5/7 Punkte






AMON AMARTH schaffen es nach all den Jahren, im Rahmen ihres "Korsetts", sich neu zu erfinden, ohne ihre Wurzeln zu vergessen. Mit der Messiah Marcolin-Nummer haben die Schweden ihre wohl ungewöhnlichste und mutigste Nummer am Start, die sich dennoch hinter dem restlichen Material keineswegs verstecken muss.
Shilrak 6/7 Punkte

Trackliste:
01. Deceiver Of The Gods
02. As Loke Falls
03. Father Of The Wolf
04. Shape Shifter
05. Under Siege
06. Blood Eagle
07. We Shall Destroy
08. Hel
09. Coming Of The Tide
10. Warriors Of The North
Spielzeit: 00:52:14

Line-Up:
Johan Hegg - Vocals
Olavi Mikkonen - Guitar
Johan Soderberg - Guitar
Ted Lundström - Bass
Fredrik Andersson - Drums
Frank Wilkens [Fränky]
24.06.2013 | 11:45
Kommentare
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