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"Das FETZT!" | ||||||||||||||||||
| Lange bitten ließen sie sich wahrlich nicht. Die sonnengereiften Doom-Früchte Kaliforniers namens ANCESTORS sind in ihren offensichtlichen Bestrebungen, einer der interessantesten Genre-Vertreter zu werden, sogar noch weiter gegangen, als man es anfangs für möglich hielt. Aus dem von THE MARS VOLTA bekannten Infra Sonic Sound Studio dröhnt mit Unterstützung von einigen Gastmusikern aus Los Angeles ein beispielloses Monumental-Werk, das seinen Platz in die Top-Liste erst zaghaft, aber dann mit ordentlichem Nachdruck [lies: mehreren Repeat-Sessions] verdient hat. Auch wenn die Meute schon seit ihrem Debüt "Neptune With Fire" dafür bekannt ist, keine kurzen, knackig auf den Punkt kommenden Brecher vom Zaun zu lassen, wirkt der Ausflug in die Seelenlandschaft der Musiker dieses Mal noch erdrückender, schöner sowie handwerklich noch hervorragender umgesetzt. Einen Anteil an diesem Eindruck dürfte sicherlich daran liegen, dass der Einstand von der Band als Demo gedacht und aufgenommen wurde, ihr Label es aber aufgrund der schieren Klasse des Materials dennoch im Album-Format herausgebracht hat. Hier klingt alles wie an seinem Platz - von den nebelverhangenen, erdigst wummernden Gitarren-Säulen bis hin zur stets im Hintergrund tönenden Orgel, welcher dem sowieso schon in Massen vorhandenen Retro-Stil von "Of Sound Mind" die Krone aufsetzt. Von neumodernen Schwuchteleien wie dem Loudness War zum Glück keine Spur. Wenn KING CRIMSON in ihrer Blütezeit mit NEUROSIS, PINK FLOYD, DEEP PURPLE als auch HAWKWIND Mitglieder geteilt hätten, wäre wahrscheinlich so etwas wie dieser 70minütige Trip dabei herausgekommen. Wie es auch schon beim Vorgänger der Fall war, versteht sich ANCESTORS' Zweitling eher als Instrumental-Platte, deren mit Text belegten Abschnitte den Ottonormal-Hörer als eine Art Abstützhilfe dienen. Die kurzen, meist auf Synthie-Spielereien basierenden Zwischenstücke außer Acht gelassen, nimmt sich das Album sehr viel Zeit, um aufzubauen. Wo es in "Mother Animal" sowie "Bounty of Age" einen langen, schon Jam-Charakter annehmenden Mittelteil mit mitschwingendem, dramatischen Überton ist, legt "The Trial" ein elfminütiges Intro vor das erste gesungene Wort ein. "The Ambrose Law" setzt auf konventionellere Song-Strukturen, verzichtet jedoch genauso wenig auf die ausufernden, psychedelischen Orgien, welche der gesamten Scheibe das gewisse Etwas verpasst. Es bedarf sicherlich Geduld, um "Of Sound Mind" in seiner Gesamtheit vorverdauen zu können, keine Frage. Lohnend ist das Unterfangen allemal, nach geschmacklichen Vorlieben halten ANCESTORS bei ihrer Fan-Schar auch gar nicht wirklich Ausschau. Schließlich erreicht gute Musik immer ihr Publikum. | ||||||||||||||||||
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