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Album:Secret Garden
Genre:Power Metal, Prog-Metal
Label:Edel Records
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:16.01.15
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"Neuer Sänger, weniger ANGRA"

Es ist schon eine Weile her, dass man von den Pionieren ANGRA etwas musikalisches gehört hat. Nachdem ihr letzter Sänger Eduardo Falaschi die Band verlassen hat, klaffte eine große Lücke auf, die es zu stopfen galt. Wie auch bei dem Sängerwechsel zuvor, können ANGRA behaupten, wieder einen starken Mann ins „Heilige Land“ gezogen zu haben. Niemand geringeres als Fabio Lione [RHAPSODY [OF FIRE ], VISION DIVINE] ist nun für den Posten zuständig. Nachdem das letzte Werk „Aqua“ die Fans doch sehr gespalten hat, kann man also nun wieder frisch durchstarten und zeigen, was in einem steckt. Mit „Secret Garden“ soll ein Werk kommen, das ANGRA einmal mehr als Pioniere der Szene wahrnehmen lässt.

Der Opener „Newborn Me“ zeigt schnell, in welche Richtung man sich bewegt. Es geht auf keinen Fall zu den Anfangstagen. Der Track gibt sich sehr verspielt und modern. Man merkt, dass der Titel auf Fabio zugeschnitten ist [der mit seinen Bands auch immer modernere Einflüsse zu vermelden hat]. Abgebrochen, etwas progressiv und vor allem unfröhlich klingt der Song. Was der Opener nicht ganz konnte, dies macht „Black Hearted Soul“ deutlich besser. Hier geht es schnell und klassisch zur Sache. Ein Ballermann, der seines Gleichen sucht. Schöne Melodien, Highspeed und fröhliche Parts, die ANGRA so zeigen, wie sie einmal waren. Leider bleibt der Track eine ziemliche Eintagsfliege. Der Rest der Platte verschwindet dann in einem oft sehr grauen Schleier aus progressiv/modern/lowspeed-Sound. Wirklich aufs Gaspedal wird selten gedrückt. Dafür gibt es haufenweise Balladen. Wer hier nicht Balladenfest ist, der wird schnell seine Probleme mit der Platte bekommen. Auch die Gastauftritte von Simone Simmons [EPICA] und Doro Pesch können an den Songs nicht viel drehen. Oft plätschern sie dahin. Vom alten Glanz der Band ist nur noch wenig übrig. Stattdessen geht es in eine neue Richtung und diese fehlt progig und modern aus. Diesen Part erfüllen die Tracks allerdings sehr gut. Auch wenn ANGRA sich in einer neuen Richtung präsentieren, so muss man ihnen lassen, dass sie ihr Handwerk beherrschen, wie kaum eine andere Band. Klar, die Jungs aus Brasilien waren schon immer etwas verspielter und technischer als die Kollegen aus Europa und doch verlässt man hier mehr seine Wurzeln, um eine neue Epoche zu eröffnen. Des Weiteren fällt auf, dass die Songs wirklich nur alltägägliche Längen aufweisen. Die sechs bis sieben Minuten, die früher ein Lied der Band hatte, um sich zu entfalten, die gibt es nicht mehr. Hier wird auf kurze und knappe Kost gesetzt, die durchaus die Songs etwas einengt. Ser schade, da ANGRA einmal meister der interessanten Strukturen gewesen sind.

Ohne Frage, auf „Secret Garden“ gelingt es ANGRA einen durchaus soliden und stimmigen Sound zu kreieren, allerdings auf Kosten vieler alter Tugenden. Mehr Geschwindigkeit und weniger Balladen hätten der Platte auf jeden Fall gut getan. Fakt ist, dass man mit der Platte weiter weg von „Holy Land“ ist, als man es je gewesen ist. Wer sich auf eine Art neue ANGRA-Band einlassen mag, und gegen Balladen wenig hat, der wird eine sehr stimmige Platte finden, die auf hohem technischen Niveau wenig Fehler macht. Fans der früheren Sachen könnten allerdings stark enttäuscht werden – und dies dürfte am wenigsten an Fabio liegen, da dieser – wie immer – seinen Job sehr gut macht.

Trackliste:
1. Newborn Me
2. Black Hearted Soul
3. Final Light
4. Storm of Emotionsicity II
5. Synchron
6. Violet Sky
7. Secret Garden
8. Upper Levels
9. Crushing Room
10. Perfect Symmetry
11. Silent Call
Spielzeit: 00:54:09

Line-Up:
Fabio Lione – Vocals
Rafael Bittencourt – Guitars
Kiko Loureiro – Guitars
Felipe Andreoli – Bass
Bruno Valverde – Drums
Frank-Christian Mehlmann [Ashes Of Eden]
17.01.2015 | 12:19
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