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Album:Echoes Of The Fallen
Genre:Melodic Death Metal, Metalcore, Modern Metal
Label:Metal Blade Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:26.08.11
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"Qualität aus Wales"

ANTERIOR aus Wales legen mit Langspieler No. 2, „Echoes Of The Fallen“, ganze vier Jahre nach ihrem Debüt auf Metal Blade Records erst heute nach und siehe da!, das Warten scheint sich doch tatsächlich gelohnt zu haben...

Nachdem seinerzeit Kollege Border das Debüt, „This Age Of Silence“, bereits über den grünen Klee gelobt hatte, war zwar zunächst vornehme Zurückhaltung angedacht, doch schon nach den ersten Riffs und Harmonien von „To Live Not Remain“ brechen beim Rezensenten sämtliche Dämme: gar zuviel Schönklang und Doppel-Gitarrengefiedel, untermalt von sanftem Doublebass-Geratter und gekrönt von schwelgerischen Soli umschmeichelt das Gehör.
Deutlich ungestümer ballert es bereits auf „Blood In The Throne Room“ [wenn da mal nicht Wölfe mit im Spiel waren...] und „Tyranny“ [oder auch „Horror Haunted“] setzt mehr auf Metalcore-affine Rhythmen, bei denen auch die Labelmates von UNEARTH hie und da ums Eck lugen dürfen. Bei „Of Gods And Men“ [oder dem zweifellos eingängigen „Sleep Soundly No More“] dagegen stehen eher klassische, leicht entflammbare Göteborg-Melodic Death-Metal-Referenzen vor den Toren.
Glücklicherweise begehen ANTERIOR nicht den Fehler ihrer Landsmänner von BULLET FOR MY VALENTINE, nämlich ihre Harmonien mit allzu viel Emo-Pop-Appeal zu verbrämen, so dass zwar mehr als genug einprägsame Hooks und Refrains 'rausspringen, aber insgesamt nicht allzu sehr auf die Tränendrüse gedrückt bzw. ins Fettnäpfchen, äh, nein: Schmalztöpfchen gelangt werden muss, sondern Gevatter Metal meistenteils die Zügel in der Hand behält, was heutzutage ja schon einiger Kunst [von Konsequenz und durchdachtem Songwriting ganz zu schweigen] bedarf.
Das titelgebende „Echoes Of The Fallen“ ist dann nichts anderes als die gediegen dramatische Einleitung zu einem weiteren Melo-Death-Kracher, in diesem Falle „The Evangelist“, der sämtliche Genre-üblichen Register zu ziehen und beim Fan sämtliche gewünschten Knöpfe punktgenau zu drücken weiß.
Diese Erfolgsformel ziehen ANTERIOR über die gesamte Spielzeit stoisch/beherzt durch, was einerseits beinahe bewundernswerte Hingabe für die eigene Musik vermuten läßt, andererseits allerdings auch [beinahe zwangsläufig] ein klein wenig auf Kosten von Wiedererkennungswert und Prägnanz [es fehlt halt der eine oder andere wirkliche Hit...] gehen muss [siehe das handwerklich solide, aber ziemlich gesichtslose „Venomous“].
Allerdings letztlich wohl eine eher läßliche Sünde, wenn man bedenkt/sich insgeheim eingesteht, dass einen das bei IN FLAMES-Klassikern wie „The Jester Race“ oder „Clayman“ damals ja auch nicht weiter angefochten hat...
Mit „Senora De Las Sombras“ bekommt der geneigte Melo-Death-vs.-Metalcore-Afficionado dann abschließend nochmal/schon wieder genau das, was er zum Glücklichsein so nötig braucht, so dass hier der als Moshpart getarnte Breakdown gar nicht recht wehtun will.

Die Qualität stimmt also, Sound und Produktion sind - ebenso wie Luke Davies' Gesang oder das instrumentale Handwerk der Waliser Truppe - wahlweise als fett oder doch wenigstens schwer gelungen zu bezeichnen, so dass hier eigentlich jeder, der vorgibt, sich ernsthaft für modernen Melodic Death Metal, der diesen Namen tatsächlich auch noch verdient, erwärmen zu können, zugreifen sollte...!

Trackliste:
01. To Live Not Remain
02. Blood In The Throne Room
03. Tyranny
04. Of Gods And Men
05. By Horror Haunted
06. Echoes Of The Fallen
07. The Evangelist
08. Sleep Soundly No More
09. Venomous
10. Senora De Las Sombras


Spielzeit: 00:44:00

Line-Up:
Luke Davies - Vocals
Leon Kemp – Lead Guitar
Steven Nixon – Lead Guitar
James Britton – Bass
James Cook – Drums


Dirk Konz [dkay]
22.08.2011 | 21:54
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