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"Die richtige Band zur falschen Zeit"
Cover von Antropomorphia -- Rites Of Perversion
Band: Antropomorphia Homepage  Metalnews nach 'Antropomorphia' durchsuchenAntropomorphia
Album:Rites Of Perversion
Genre:Death Metal
Label:Metal Blade Records
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:05.09.14
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"25 Jahre Death Metal aus Holland!"

ANTROPOMORPHIA darf man mittlerweile mehr als zurecht zum alten Eisen des europäischen Death Metals zählen, schliesslich feiern die Holländer wenn man das Jahr als DETHRONED EMPIRE mitzählt heuer ihr 25-jähriges Bandjubiläum. Das muss natürlich gebührend gefeiert werden. Was liegt also näher, als ein neues Album aufzunehmen und nach dem doch eher durchwachsenen Vorgänger wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden? Richtig, nichts. Also schauen wir mal, ob dieses hehre Vorhaben mit "Rites Of Perversion" dann auch gelingt.

Als erstes fällt der schöne Sound des Albums auf, der druckvoll klingt, dabei aber auch genug Raum für Schmutz und Verwesung lässt, also den Spagat zwischen Nostalgie und moderne gekonnt meistert, ein Spagat an dem andere Bands wie FETUS STENCH oder ENTRAILS in letzter Zeit eindrucksvoll gescheitert sind. Dazu kommt noch der finstere Gesang Ferry Damens, der es schafft zugleich böse und doch irgendwie relativ melodisch zu klingen, was einen guten Teil zur Einprägsamkeit der Songs beiträgt.

Musikalisch bewegt man sich in einer Schnittmenge aus GOD DETHRONED und BOLT THROWER und verbindet den walzenartigen Sound der Heroen aus Großbritannien mit den flirrenden Melodielinien der holländischen Kollegen. Vor allem BOLT THROWER scheinen eine immer größere Inspiration für die Mannen darzustellen, was vor allem in Songs wie 'Gospel Of Perversion' deutlich wird. Die Gefahr, die Eigenständigkeit zu verlieren sehe ich hier allerdings eher nicht, da man aufgrund des Basiskonzeptes ja wahrscheinlich schon eine ganz andere Herangehensweise an den Todesstahl hat. 'Morbid Rites' erinnert dann auch schon wieder stärker an HAIL OF BULLETS zu "Of Frost And War"-Zeiten, auch da der Gesang stellenweise eine fast schon van Drunen-artige Rauheit annimmt.

Fazit: ANTROPOMORPHIA machen auf ihrem neuen Album vieles richtig, kranken aber wie schon im Vorgänger vor allem an einem Punkt - die Songstrukturen gehen vor allem deshalb relativ gut ins Ohr, weil man sie irgendwie auch fast schon auswendig kennt. Es spricht ja absolut nichts dagegen, sich bei anderen hervorragenden Bands Inspiration zu suchen, vor allem wenn es wie hier gut umgesetzt ist, aber man wandert natürlich immer auf dem schmalen Grat, zu wenig eigene Note mit hineinzubringen, was natürlich gerade im Old-School-Death mit der immer noch grassierenden Retro-Welle ein fast schon automatisches Todesurteil ist. Ganz so schlimm ist es hier nicht, zumal man bei den Herren nun wirklich nicht von einer jungen Band sprechen kann die auf irgendeinen Zug aufgesprungen ist, aber großartige neue Akzente in der Szene
vermag man mit "Rites Of Perversion" auch nicht zu setzen.

Trackliste:
1. Temphioth Workings
2. Carved to Pieces
3. Inanimatus Absqui Anima
4. Crowned in Smoldering Ash
5. Nekrovaginal Secretions
6. Gospel ov Perversion
7. Morbid Rites
8. Tevfelskvnst
9. Open Casket (Death)
Spielzeit: 00:46:21

Line-Up:
Marco Stubbe - Schlagzeug
Feryy Damen - Gesang, Gitarre
Marc van Stiphout - Bass
Jos van den Brand - Gitarre
Florian Reuter [Nezyrael]
29.08.2014 | 18:04
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