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Cover von Ararat -- Musica de la Resistencia
Band: Ararat Homepage  Metalnews nach 'Ararat' durchsuchenArarat
Album:Musica de la Resistencia
Genre:Ambient, Avantgarde, Experimental
Label:Meteor City Records
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:05.10.09
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"Drone for me, Argentina!"

Gemessen daran, dass dieses eine Metalseite ist, werden die meisten wohl kaum gleich „AHA“ schreien, wenn es um ARARAT geht. Und simple Internetrecherche bringt auch nicht unbedingt schnell verwertbare, eindeutige Ergebnisse: Wer nach ARARAT sucht, kommt zum höchsten Berg der Türkei, einer armenischen Stadt, einer armenischen Provinz, einer international nicht anerkannten kurdischen Republik und einer christlichen deutschen Rockband.

Auf das Soloprojekt des argentinischen Gitarristen Sergio Chotsourian, aktiv auch bei den Stoner Rockern LOS NATAS, stößt man hingegen nicht so schnell. Und das ist angesichts von „Musica de la Resistencia“ eigentlich schade, denn hörenswert ist ARARAT allemal – vorausgesetzt allerdings, man besitzt einen über handelsübliche Rock- und Metalklänge hinausreichenden Musikgeschmack. Was Sergio hier zusammen mit seinem Bruder und ein paar anderen Leuten aufgenommen hat, ist eine seltsame Melange aus uraltem Psychedelic Rock, Drum and Bass, Trance und sogar indianischer Folklore. Von Songs im üblichen Sinne kann man oft gar nicht sprechen, es sind eher schon Klangkollagen, welche die Argentinier hier abliefern. Zwar tauchen immer wieder mal wiedererkennbare musikalische Themen auf, getragen von Gitarre, Bass oder auch Klavier, eigentlich scheint hinter ARARAT eher die Vorstellung zu stehen, dass der Klang eines Klaviers oder einer verzerrten Gitarre auch ohne weitere Ausgestaltung interessant und hörenswert ist. Mit so einem Ansatz kann man sich böse ins Knie schießen und einen Haufen unzusammenhängender Langeweile fabrizieren, das ist klar. Das ist bei „Musica de la Resistencia“ nicht der Fall, denn bei aller Ungezwungenheit und allem Treibenlassen seitens der Musiker decken ARARAT eine Vielzahl unterschiedlicher Stimmungen zwischen sinnesbenebelter Entspannung, abendlicher Melancholie und unbestimmter Bedrohung ab, zwischen denen die sieben Stücke unmerklich wechseln. Gesang spielt eigentlich nur bei „Ganar-Perder“ und „Castro“ eine wirkliche Rolle und ruht auch dort hinter Effekten vergraben im Hintergrund. Unterhalten im üblichen Sinne des Rockbusiness wird bei ARARAT nicht, wenn man von den einigermaßen straighten Stücken „Ganar-Perder“ [mit starker Singer-Songwriter/Folk-Schlagseite] und „Castro“ [grummeliger Spacerock] einmal absieht.

Darum stelle ich mir auch nach mehrmaligem Genuss von „Musica de la Resistencia“ so ein paar Fragen. Eine davon ist: Warum mag ich es eigentlich? Eine andere lautet: Wer könnte es noch mögen? Beides harte Nüsse. Mir gefällt vielleicht einfach die Stimmung, die ARARAT verbreiten, der Detailreichtum einerseits, die Verweigerungshaltung und der Minimalismus andererseits. Wer es noch mögen könnte? Freunde experimenteller Musik, welche sich eine Kreuzung zwischen AMON TOBIN, LOS NATAS und den letzten beiden EARTH-Alben mit ein paar südamerikanischen Folk-Einsprengseln können. Am besten, ihr hört es euch einfach mal an!

Trackliste:
01. Gitanoss
02. Dos Horses
03. El Carrusel
04. Little Grissy
05. Ganar-Perder
06. Magia Negra
07. Castro
Spielzeit: 00:48:49

Line-Up:
Sergio Chotsourian - Gitarre
Santiago Chotsourian - Klavier
Nicolas Mallo - Bass
Mariano Prini - Slide Guitar
El Topo - Gesang
Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper]
28.09.2009 | 19:29
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