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Genre:Technischer Death Metal
Label:Season Of Mist
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:12.11.10
CD kaufen:'Atheist - Jupiter' bei amazon.de kaufen
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"Würdiges Comeback"

ATHEIST darf man unter keinen Umständen in die "Unnötige Reunion"-Schublade stecken. Die progressiven, thrashig-angehauchten Todesmetaller aus Florida existieren bereits seit 2006 wieder, haben sich mit ihrem Comeback-Album demnach viel Zeit gelassen [allerdings durch grandiose Gigs auf sich aufmerksam gemacht] und würden bei dieser Sorgfalt auch ganz sicher nichts veröffentlichen, was dem Namen ATHEIST nicht würdig ist.

Schließlich haben ATHEIST mit "Piece Of Time" [1989], "Unquestionable Presence" [1991] und "Elements" [1993] drei ausnahmslos große Alben veröffentlicht, die nicht umsonst immer noch allerorts als Klassiker besabbert werden, wobei "Elements" einen etwas schwereren Stand hat, da das Album vielen – ähnlich wie "Spheres" [1993] von PESTILENCE – bereits zu unnachvollziehbar, experimentell und unmetallisch tönte [Stichwort "Samba Briza"]. Insofern wundert es nicht, dass "Jupiter" nicht nahtlos an "Elements" anknüpft, sondern im Kern "Piece Of Time", was das Aggressionspotenzial, und "Unquestionable Presence", was den Frickelfaktor angeht, aufgreift. Trotzdem blitzen immer wieder, wie z.B. In "Fictitious Glide", genau die Momente auf, die "Elements" so groß gemacht haben. Kurz gesagt: ATHEIST komprimieren auf "Jupiter" ihre bisherige Karriere in nicht gerade ereignisarme 32 Minuten - versehen mit einem Bombensound, der die Magengrube nicht verfehlt und ATHEIST um einiges heftiger als früher erscheinen lässt [und somit stellenweise in die Nähe von GNOSTIC rückt, bei denen drei Viertel der jetzigen Besetzung ihr Unwesen treiben]. Die Band klingt auch 17 Jahre nach ihrem letzten Studioalbum noch motiviert, hungrig und hat nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Dass wir es hier mit unglaublich begnadeten Musikern zu tun haben, muss nicht extra betont werden. Und obwohl momentan wahrscheinlich so viele technisch geprägte und talentierte Kapellen wie nie zuvor ihr Unwesen treiben: ATHEIST sorgen mit ihren Fähigkeiten, sowohl was Virtuosität als auch Songwriting angeht, trotzdem für offene Münder. Daran ändert auch der kürzliche Abgang von Basslegende Tony Choy, der den 1991 bei einem Tourvan-Unfall verstorbenen Roger Patterson ersetzte, nichts.

Wer mit der kantigen, verschachtelten, Jazz-geprägten Herangehensweise von ATHEIST und dem heiseren Geschrei von Mainman Kelly Shaefer bisher noch nichts anfangen konnte, wird auch jetzt nicht in Begeisterung verfallen, aber kein ATHEIST-Supporter wird von "Jupiter" enttäuscht werden. Bleibt noch das grandiose Artwork zu erwähnen, das die Kreis-Symbolik seiner Vorgänger fortsetzt. Ergo: Dieses Werk wird der Vergangenheit der Band zu jeder Sekunde gerecht.

Trackliste:
01. Second To Sun
02. Fictitious Glide
03. Fraudulent Cloth
04. Live And Live Again
05. Faux King Christ
06. Tortoise The Titan
07. When The Beast
08. Third Person
Spielzeit: 00:32:25

Line-Up:
Kelly Shaefer – Vocals, Guitar
Chris Baker – Guitar
Jonathan Thomson – Guitar, Bass
Steve Flynn – Drums
Michael Siegl [nnnon]
05.11.2010 | 13:42
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