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Cover von Athorn -- Phobia
Band: Athorn Homepage Athorn bei Facebook Metalnews nach 'Athorn' durchsuchenAthorn
Album:Phobia
Genre:Melodic Death Metal, Power Metal, Prog-Metal
Label:AFM Records
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:17.09.10
CD kaufen:'Athorn - Phobia' bei amazon.de kaufen
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"Stilistische Wundertüte"

ATHORN haben vor etwa einem Jahr für ordentlich Aufregung gesorgt, als ihre Debüt EP „Livable Hatred“ geradezu euphorisch aufgenommen wurde. Jetzt steht das erste vollwertige Album ins Haus auf dem sich gleich zwei Songs der EP wieder finden. ATHORN stilistisch einzuordnen ist wohl die größte Schwierigkeit, wenn man diese Platte bespricht. Denn auf „Phobia“ entzünden die fünf Hannoveraner ein Stilfeuerwerk, das es in sich hat. Für mich die ganz große Stärke dieser Scheibe. Entsprechend braucht es einige Durchgänge, bis die Scheibe zündet und die anfängliche Verwirrung, ja Überforderung, beseitigt ist. Wegen der Stilvielfalt und der vermeintlichen Sperrigkeit zwingt einen dieses Album fast dazu, Track für Track einzeln zu besprechen.

„Angel Of The Fall“ beginnt langsam, düster und sehr groovend. Der Gesang von Carsten Frank ist melodisch und kraftvoll und erinnert an Power Metal Größen wie ICED EARTH oder BRAINSTORM, wird dann aber unerwartet durch Shouts abgelöst. Das Wechselspiel aus cleanem und geschrienem Gesang wird sich durch das komplette Album weiterziehen. In den Solos zeigt sich dann das enorme technische Können der Truppe und progressive Versatzstücke veredeln den Track. Ähnlich geht es bei „Emperor Of Ruins“ weiter. Die Rhythmus-Fraktion groovt was das Zeug hält und man wagt sich in Neo-Thrash Gefilde vor, versetzt mit Melodic Death Metal Elementen die sich steigern, bis ein melodischer Ohrwurm-Refrain die Raserei unterbricht. „Humanize The Demon“ ist der erste Track, der es von der Demo EP auf das Album geschafft hat. Er beginnt mit vertrackter Rhytmik und melodischem Riffing. Vor allem in diesem Song zeigt Sänger Carsten was er drauf hat. Von fast kitschigem Power Metal Gesang, über Growls bis hin zu zu tiefen Gothic Vocals ist alles zu finden. Für mich einer der stärksten Songs auf der Platte.
Track Nummer vier ist die Einleitung zum Titeltrack „Phobia“, die mit einer dichten Geräuschkulisse beginnt, aus der sich dann langsam eine Gitarrenmelodie befreit um gegen Ende wieder im Rauschen zu versinken. Irgendwie geht aber der Zusammenhang zum nachfolgenden Track verloren. Dessen erster Teil ist der wohl der gemächlichste Moment auf dem Album und erinnert nicht nur gesanglich an ICED EARTH. Im zweiten Teil wird dann wieder etwas mehr Härte und Geschwindigkeit aufgefahren und Sänger Carsten überzeugt wieder durch sein gekonntes Wechselspiel zwischen Shouts und cleanem Gesang, während die Gitarristen ihre hohe Klasse beweisen.
„After The End“ fängt verdammt viel versprechend progressiv an, entpuppt sich aber leider nur als solider Song, bei dem sich bereits die ein oder andere Idee aus den vorhergegangenen Songs wiederholt. „A Matter Of Time“ weiß aber wieder zu überraschen. Ein Song, bei dem man am deutlichsten die Metalcore-Einflüsse ausmachen kann, die bisher auf der ganzen Scheibe latent durchklangen. Scheuklappen? Fehlanzeige. „From Beyond“ ist noch einmal ein kleines Highlight in Sachen Abwechslungsreichtum und eingängige Refrains. „The Ferryman“, ebenfalls von der „Livable Hatred“, kann da nicht ganz mithalten und passt am ehesten in die Power/Prog Schublade. In eine ganz ähnliche Kerbe schlägt der letzte Song „Schizophrenia“, der auch nur mit Mühe das hohe Niveau der meisten Songs halten kann. Vor allem ein extrem ruhiger Teil in der Mitte sorgt kurz vor Schluss noch einmal für Atmosphäre und gibt dem Song eine eigene Identität.

„Phobia“ ist wie gesagt ein sehr variables Album, das sich an allem bedient was songdienlich scheint. Nur einen Einfluss kann man mit Sicherheit ausmachen und der kommt von NEVERMORE. Die Scheibe ist eine stilistische Wundertüte auf höchstem technischen Niveau und allein der Mut zu experimentieren verdient Anerkennung. Somit haben ATHORN mit „Phobia“ meiner Meinung nach im Ansatz ein Meisterwerk erschaffen, doch komplett überzeugen kann es mich auf voller Länge trotzdem nicht ganz. Woran genau es hakt kann ich nicht ausmachen. Vielleicht fehlt ein wirklicher Hit? Vielleicht ist die Mischung doch zu gewagt?

Trotzdem ist „Phobia“ ein erstklassiges Album, für alle die ohne Scheuklappen denken, offen für neue Ideen sind und auf progressiv-angehauchten Metal stehen. Ein Album das es schwer haben wird, denn eine genau Stilbeschreibung ist nicht möglich und wer das Album nur antestet wird vielleicht zuerst überfordert sein. Doch wer sich offen an dieses Album heranwagt, wird bestimmt nicht enttäuscht.

Trackliste:
01. Angel Of The Fall
02. Emperor Of Ruins
03. Humanize The Demon
04. Phobia – Prologue
05. Phobia
06. After The End
07. A Matter Of Time
08. From Beyond
09. The Ferryman
10. Schizophrenia
Spielzeit: 00:49:59

Line-Up:
Carsten Frank - vocals
Stefan Schönebeck - lead guitars
Tobias Liedke - guitars
Thomas Maiwald - bass
Sören Becker - drums
Samuel Stelzer [Sammy]
14.09.2010 | 12:50
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