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Cover von Autopsy -- Macabre Eternal
Band: Autopsy Homepage Autopsy bei Facebook Metalnews nach 'Autopsy' durchsuchenAutopsy
Album:Macabre Eternal
Genre:Death Metal
Label:Peaceville Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:03.06.11
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"Für die Ewigkeit?"

Lange haben sich die Mitglieder von AUTOPSY, insbesondere Mastermind, Sprachrohr und Szeneikone Chris Reifert, bekanntlich gegen jegliche Reunion-Gedanken und -Anfragen gewehrt. Doch wie das Leben so spielt und der Gang der Dinge so ist, darf man schließlich auch seine Meinung ändern, sodass nach dem Ableben von ABSCESS nun eben doch AUTOPSY reformiert wurden. Der Rest ist Geschichte. Es folgten erste Live-Auftritte, unter anderem auf dem Party.San Open Air, und im letzten Herbst mit „The Tomb Within“ auch eine sehr gute Mini-CD, die die Erwartungshaltung für ein komplettes Album gewaltig in die Höhe schraubte.

Dieses liegt nun mit „Macabre Eternal“ vor und bietet über 65 Minuten lang – wie erwartet – Death Metal der alten Schule. Schön dreckig, rotzig, roh, bodenständig und ohne irgendwelche Tricks und große Schnörkel. Und das ist genau das, was AUTOPSY auch anno 2011 so sympathisch macht – auch wenn „Macabre Eternal“ leider nicht ganz der erhoffte Überflieger geworden ist und auch nicht an „The Tomb Within“ heranreichen kann. Denn dafür ist die neue Full Length – abgesehen vom über zehnminütigen „Sadistic Gratification“ – relativ überraschungsarm und kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Füllmaterial am Start ist. Gut, großartige Innovationen waren tatsächlich nicht zu erwarten, schließlich reden wir von AUTOPSY und Old School Death Metal, und wer gut aufgepasst hat, liegt mit der Vermutung, dass sich das neue Material wohl vornehmlich an „Severed Survival“ und „Mental Funeral“, den beiden Klassikern der Bandgeschichte, orientieren wird, auch genau richtig. „Macabre Eternal“ dann jedoch mit diesen beiden Scheiben direkt zu vergleichen, wäre ein großer Fehler bzw. dem neuen Werk gegenüber ein wenig ungerecht, schließlich reden wir von zwei Death-Metal-Klassikern, die 20 Jahre auf dem eitrigen Buckel haben. Dennoch: Ihrem Stil sind AUTOPSY natürlich treu geblieben, agieren mir dabei jedoch oftmals zu hektisch, denn vor allem die fies schleifenden, doomigen Stücke der Amis entwickeln nun mal am meisten Durchschlagskraft und bleiben am nachhaltigsten im Ohr hängen. Und genau darin besteht ein wenig das Problem von „Macabre Eternal“: Während „Always About To Die“ ein Song von genau diesem Kaliber ist und zusammen mit „Bridge Of Bones“ und „Born Undead“ zu den herausragenden Highlights der Scheibe zählt, sind vor allem die beiden ersten Stücke, „Hand Of Darkness“ und „Dirty Gore Whore“, ein bisschen zu arg auf ‚Knüppel aus dem Sack’ getrimmt, etwas verkrampft und bleiben leider nicht wirklich im Ohr hängen. So wechseln sich die zahlreichen Up-Tempo-Passagen mit den genial kranken Melodien/Soli und dem charismatischen, ja, einzigartigen Geröchel, Gebrüll und Geschrei von Chris Reifert ab und ergeben so ein gemischtes Bild aus viel Licht, aber auch Schatten. Nicht falsch verstehen, denn „Macabre Eternal“ ist beileibe kein schlechtes Album, macht auch auf Albumlänge gesehen Spaß und weiß immer wieder mit den typischen AUTOPSY-Trademarks zu überzeugen und zu punkten, fällt aber gelegentlich auch eher mal auf durchschnittliches Niveau ab [siehe „Spill My Blood“]. Hier wäre weniger sicher mehr gewesen, wie das kompakte Format von „The Tomb Within“ eindrucksvoll bewiesen hat – und so einen Hammertrack wie „Mutant Village“ schreibt man halt nur einmal. Dennoch ist es AUTOPSY natürlich zugute zu halten, dass sie kein altes Material [von der EP] verbraten haben, es hier ausschließlich neue Songs zu hören gibt, die Produktion wieder schön erdig und rau ist und das makaber-düstere Artwork von Wes Benscoter perfekt zur Mucke von AUTOPSY passt wie die Faust auf die Eiterbeule.

Insgesamt wäre bei „Macabre Eternal“ durchaus mehr drin gewesen, sodass wir von einigen sehr starken Songs [„Always About To Die“, „Bridge Of Bones“, „Seeds Of The Doomed“ und vor allem „Sewn Into One“] sprechen können, aber auch deutlich schwächere Stücke vertreten sind, die nicht ganz zünden wollen und deren Langzeitwirkung nicht die allergrößte ist, da sie nicht dauerhaft im Ohr hängen bleiben [wollen] und ein wenig beliebig wirken. In Anbetracht der Tatsache, dass wir es hier mit einem Urgestein im Old School Death Metal und einer Band zu tun haben, die vielen Todesblei-Jungspunden mit Trigger-Sammelsurium sowie Griffbrettwichsereien zeigt, wo der Hammer auch hängen kann, ist „Macabre Eternal“ unterm Strich eine gute Scheibe geworden – aber eben keine sehr gute, keine herausragende, keine mit Klassikerpotenzial. Aber vielleicht schaffen AUTOPSY das ja beim nächsten Mal? Es wäre ihnen jedenfalls zu wünschen, denn hier haben wir eine Reunion, die ausnahmsweise mal sinnvoll ist und aus Spaß an der Freude geschieht!

Trackliste:
01. Hand Of Darkness
02. Dirty Gore Whore
03. Always About To Die
04. Macabre Eternal
05. Deliver Me From Sanity
06. Seeds Of The Doomed
07. Bridge Of Bones
08. Born Undead
09. Sewn Into One
10. Bludgeoned And Brained
11. Sadistic Gratification
12. Spill My Blood
Spielzeit: 01:05:27

Line-Up:
Chris Reifert – Drums, Vocals
Danny Coralles – Guitar
Eric Cutler – Guitar
Joe Trevisano – Bass
Alexander Eitner [soulsatzero]
04.06.2011 | 17:47
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