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Band:  Metalnews nach 'Bang' durchsuchenBang
Album:Bullets - The First Four Albums Plus
Genre:Blues / Bluesrock, Classic Rock, Prog Rock
Label:Rise Above Records
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:19.11.10
CD kaufen:'Bang - Bullets - The First Four Albums Plus' bei amazon.de kaufen
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"Alles auf einmal!"

Und wieder Rise Above, genauer gesagt, Rise Above Relics. Eingeweihte wissen was kommt: Vergriffene, verschollene oder vergessene Rockmucke aus vergangenen Tagen, sei sie nun mit schwer überprüfbarem Kultstatus behangen oder nicht. Letzteres behauptet man im Hause Rise Above Relics zumindest von BANG.

Im Gegensatz dazu, ob man den Amerikanern nun Kultstatus zuerkennt oder nicht, kann man vor allem über eines nicht streiten: "Bullets" ist ein echtes Schwergewicht von Veröffentlichung. Sie umfasst ganze vier Cds, welche neben den ersten vier Alben der Band noch ein halbstündiges Radiointerview beinhalten. Abzüglich Interviewzeit kommen zwei Stunden und 22 Minuten zusammen. Für Neueinsteiger sind BANG also zunächst eine ziemlich arbeitsintensive Sache, selbst wenn man sich nicht dem gleichen monströsen Korpusproblem gegenüber sieht wie ein FRANK ZAPPA-Neuling Anfang unseres Jahrtausends. Machen wir es also zeitgemäß und unterteilen "Bullets" in Albumhäppchen!

"Death Of A Country"


sollte das erste Werk der Band sein. 1971 aufgenommen, wurde die Scheibe von der Plattenfirma schlicht abgelehnt – man war bei Capitol Records offenbar der Meinung, dem Publikum ein hart rockendes Konzeptalbum über das Ende der Menschheit nicht so recht zumuten zu können. Rein musikalisch gesehen wirkt das aus heutiger Perspektive natürlich eher seltsam. BANG spielen auf "Death Of A Country" nämlich höchst ansprechenden und gar nicht allzu finsteren Rock. Starke Blueseinflüsse sind natürlich gegeben, wer will kann und wird auch Vergleiche mit frühen BLACK SABBATH anstellen können. Im Gegensatz zu den Birminghamern geht es bei BANG jedoch zumeist nicht so düster zu, klammert man das zehnminütige Titelstück und das abschließende "Future Song" einmal aus. Auch spielt Verzerrung in Frankie Gilckens Gitarrenspiel eine relativ geringe Rolle, sodass Basser und Sänger Frank Ferrara mehr Gestaltungsfreiraum bekommt – den er auch weidlich nutzt. Der Gesang und die in den akustischen Passagen der aufwendig arrangierten Stücke zum Tragen kommende melancholische Grundstimmung weisen denn auch eher in Richtung PINK FLOYD mit Syd Barrett denn zu Iommi und Genossen – wenngleich natürlich weder deren psychedelischer Irrsinn der frühen Tage noch die verkopften Epen der späteren Zeit hier kopiert werden sollen.

"Bang"


Ob es nun der Frust mit der ersten Veröffentlichung war oder nicht, wird man so ohne Weiteres sicherlich nicht feststellen können. Deutlich wird indessen, dass das selbstbetitelte Debüt "Bang", erschienen noch im selben Jahr, mit der Melancholie und den ausgeklügelten Konzeptstrukturen gleichermaßen bricht. Stattdessen darf für BANGs offizielles Erstlingswerk gelten: Wer nach Bands sucht, die "irgendwie wie SABBATH in den 70ern" klingen, der wird "Bang" finden. Denn sieht man von der verträumten Ballade "Last Will And Testament" einmal ab, so findet sich hier alles, was den Briten ihren Status beschert hat. Gilcken spielt mehr Riffs und rhythmische Figuren, der Gesamtsound verschiebt sich zugunsten der Gitarre und wird Dank konsequenterer Zerre im Klang insgesamt härter. "Bang" klingt aggressiver, simpler gestrickt als "Death Of A Country" – was es jedoch keinesfalls schlechter macht, sondern lediglich bewirkt, dass BLACK SABBATH-Fans und Anhänger von Proto-Doom bei Stücken wie "Lions, Christians" und "Future Shock" mit Sicherheit auf mehr als ihre Kosten kommen werden.

"Mother/Bow To The King"


Genau jene SABBATH-Fanatiker könnten indessen schon mit BANGs 1972er Werk "Mother/Bow To The King" wieder einige Problemchen bekommen. Zwar bleibt der Grundsound ein ähnlicher, im Gegensatz zu "Bang" wird hier jedoch wieder vielschichtiger und abwechslungsreicher zu Werke gegangen. Prägnante Riffs und ein dazu passendes Rhythmusgerüst sind dem Trio nach wie vor wichtig, allerdings mischen sich von psychedelischem Blues bis hin zu verzerrtem, elektrifiziertem Funk noch einige zuvor ungehörte Einflüsse in BANGs Sound. Weniger grantig ist das Album außerdem geraten, stattdessen sprüht "Mother/Bow To The King" vor Spielfreude und Spaß am Lautsein, wie unter anderem Songs wie das beinahe schon Glamrock zu nennende "No Sugar Tonight" beweisen.

"Music"


Auf ihrem letzten Album "Music" gehen BANG den Weg in Richtung Eingängigkeit weiter, und das ziemlich konsequent. Zwischen den Eckpolen Pop, Rock und Funk wollen die drei Amerikaner nun großes Unterhaltungsmusikkino schaffen, sowohl die übersteuerten Riffs als auch das auf Gitarre, Bass und Schlagzeug fokussierte Songwriting gehören der Vergangenheit an. Das werden etliche Fans der Frühwerke schade gefunden haben und es womöglich heute noch finden. Vom rein musikalischen Standpunkt aus betrachtet muss allerdings kein aufgeschlossener Rocker zwangsläufig das kalte Kotzen bekommen, denn auch der käsigste Musical-Song voller Klavier, textloser Background-Chöre und Texte über die Liebe darf durchaus mal gewürdigt werden, wenn er denn gut genug ist. Dies ist es, was mich zum Beispiel nötigt, TOTO meinen aufrichtigsten Respekt auszusprechen – Respekt, den auch BANG verdienen. Denn obwohl "Music" ein beinahe unverschämtes Geiern nach Hits ist, stellt es eben auch ein verdammt gut gemachtes, abwechslungsreiches Poprock-Album dar, welches unter Anhängern von QUEEN, genannten TOTO und den geradlinigeren Werken JETHRO TULLs zurecht viele Freunde finden wird.

Das sich BANG nach der Veröffentlichung von "Music" auflösten und fortan bis in die 90er Funkstille herrschte, mag man interpretieren wie man will. Die der vierten Cd beiliegenden "Lost Singles" jedenfalls sind weder ein zerknirschter Kniefall vor der BLACK SABBATH-Fangmeinde, noch eine völlige Neudefinition von BANG – "Slow Down" und "Feels Nice" lassen sich stilistisch zwischen "Mother/Bow To The King" und dem Poprock von "Music" einsortieren, "Make Me Pretty" hingegen hätte auch auf "Music" seinen Platz finden können. Was bleibt sind vier Alben voller hochwertiger Musik, von denen die mittleren beiden vielleicht meine liebsten, nicht zwangsläufig jedoch die besten sind. Wer nach dem wie eingangs erwähnt über zwei Stunden andauernden Ritt durch die kurze, aber enorm produktive und kreative Karriere von BANG noch nicht genug haben sollte, der kann sich ja immer noch am halbstündigen Interview ergötzen und dazu das 40-seitige Booklet lesen...

Trackliste:
01. Death of A Country
02. No Trespassing
03. My Window
04. Life on Ending
05. Certainly Meaningless
06. Future Song
07. Lions, Christians
08. The Queen
09. Last Will and Testament
10. Come With Me
11. Our Home
12. Future Shock
13. Questions
14. Redman
15. Mother
16. Humble
17. Keep On
18. Idealist/Realist
19. No Sugar Tonight
20. Feel The Hurt
21. Tomorrow
22. Bow To The King
23. Windfare
24. Glad Your Home
25. Don't Need Nobody
26. Page of my Life
27. Love Sonett
28. Must Be Love
29. Exactly Who I Am
30. Pearl & Her Ladies
31. Little Boy Blue
32. Brightness
33. Another Town
34. Slow Down - BONUS
35. Feels Nice - BONUS
36. Make Me Pretty BONUS
37. Radio Interview
Spielzeit: 02:55:35

Line-Up:
Frankie Gilcken - Gitarre, Gesang
Frank Ferrara -Leadgesang, Bass
Tony Diorio - Schlagzeug
Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper]
12.11.2010 | 15:26
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