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Album:Faith Extinguisher
Genre:Heavy Metal, Thrash Metal, True Metal
Label:Doomentia Records
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:10.02.14
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"Den Szenengrößen zu nah"

Wenn sich eine Band BARBARIAN nennt, ihr zweites Album auf den Namen „Faith Extinguisher“ tauft und einen Barbarenkrieger mit erhobener Axt als Cover-Artwork verwendet, dann darf man wohl zurecht davon ausgehen, dass einem auf dieser CD eine Ladung Heavy Metal vor den Bug geschossen wird. Aber der Reihe nach … das Trio hinter BARBARIAN stammt aus Italien und hat es sich zur Aufgabe gemacht „regressive metal“ [Promo-Zettel] zu spielen. Anders gesagt: Die Herren huldigen recht ungeniert Größen wie HELLHAMMER, frühen BATHORY, DESASTER und anderen Rumpeltruppen.

Holter die Polter rumpeln BARBARIAN also los und lassen tatsächlich zu keiner Sekunde Zweifel daran aufkommen, woher man seine Inspirationen bezieht. Zwar ist man nicht ganz so böse und abgefuckt wie alte BATHORY oder HELLHAMMER, aber dem Sound von DESASTER und manchmal sogar VENOM kommt man schon ganz nahe. Auch neuere DARKTHRONE fallen einem ein, allerdings ohne den komödiantischen Aspekt, der letztendlich in jedem DARKTHRONE-Album seit „F.O.A.D.“ aufzufinden ist. Sei es wie es sei, die Italiener spielen ihren Metal straightforward, haben einige erinnerungswürdige Riffs am Start und überzeugen mit einer organischen Produktion, die solch eine Rumpelmusik einfach haben muss. Es verwundert auch nicht, dass diese Art von Retro-Musik momentan Hochkultur hat, denn sie geht gut ins Ohr, ist dementsprechend unkompliziert und innerhalb von Sekunden kann man dazu headbangen. Insofern machen BARBARIAN also alles richtig und haben mit „Fools of Golgotha“ sogar einen richtigen Hit am Start, auch wenn mich der Song von der Riffstruktur her schon fast an alte HAMMERFALL-Zeiten erinnert. Aber hier stimmt einfach alles – die Gitarrenarbeit ist grandios [wenn auch nicht originell], die Drums treiben den Song konstant voran und Sänger Borys spritzt sein Gift in die Hörerschaft. Letztendlich leben BARBARIAN aber – wie so viele Bands, die momentan diese Mischung aus Speed/Thrash/Heavy Metal wieder erkunden – davon, dass die Musik einfach cool klingt und man mit großen Sonnenbrillen und mächtigen Gitarren bei Live-Auftritten für ordentlich Stimmung sorgen kann [siehe diesbezüglich zum Beispiel die deutschen Metaller von STALLION]. Damit ist keinesfalls gesagt, dass „Faith Extinguisher“ eine schlechte Scheibe ist, aber man hat einfach zu häufig das Gefühl, als hätte man diesen oder jenen Riff schon einmal gehört. Dazu kommt noch, dass die Klassiker-Alben in diesen Genres einfach besser sind.

Man muss ehrlicherweise dazu sagen, dass die erwähnten Kritikpunkte vor allem für jene HörerInnen ein Problem darstellen, die mit den schon erwähnten Bands vertraut sind. Wer jetzt mit Metal aufwächst, wird vielleicht lieber zu BARBARIAN greifen als zu den alten Klassiker und mit diesen neuen Bands dieses Genre erkunden. Warum auch nicht? BARBARIAN sind mit „Faith Extinguisher“ sicherlich nicht die schlechteste Wahl! Trotzdem frage ich mich einfach jedes Mal wieder, warum man Musik machen will, die so offensichtlich wie die Vorbilder klingt?

Trackliste:
01. Faith Extinguisher
02. Inhale the Dead
03. Godless, Amoral and Proud
04. Total Metal
05. Fools of Golgotha
06. Crux et Circenses
07. We are the Profane
Spielzeit: 00:33:50

Line-Up:
D. D. Prowler - Bass
Borys Crossburn - Gitarre, Gesang
Lore Steamroller - Drums
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
28.06.2014 | 17:24
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