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Baroness @ Logo, Hamburg
06.08.12
06.08.12
Baroness @ Gebäude 9, Köln
30.01.10
30.01.10
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"Wunderwandlung" | ||||||||||||||||||
| Die vorab veröffentlichten Tracks haben es bereits angedeutet, nun ist es Gewissheit: „Yellow & Green” zeigt BARONESS von einer anderen, neuen, ungewohnten und spannenden Seite. Nicht, dass sich die Band aus Savannah, Georgia auf ihren ersten beiden Werken „Red Album” [2007] und „Blue Record” [2009] als unexperimentierfreudig erwiesen hätte oder gar mit Wiederholung langweilte, aber trotz allem überrascht die Vehemenz und der Grad der Wandlung. Zwar erkennt man BARONESS immer noch eindeutig in den neuen Tracks, da sich die Band ihre Trademarks erhalten hat, ansonsten präsentiert man sich viel softer, ruhiger, verspielter, folkiger und, man wagt es kaum auszuschreiben, poppiger als in der Vergangenheit. Die harschen, heiseren, halb gebrüllten Vocals hat John Baizley komplett eingemottet, dafür gibt es überzeugenden Cleangesang – die definitiv auffälligste Neuerung im Bandsound. Das kurze Doppelalbum, das mit 75 Minuten Spielzeit auch wunderbar auf einer einzelnen CD Platz gefunden hätte, zeigt die logische und konsequente Weiterentwicklung einer verdammt interessanten Band, die vor allem den harten Schubladen komplett entwachsen ist. Als Sludge oder Metal kann man „Yellow & Green” wirklich nicht mehr bezeichnen. Viel mehr haben BARONESS die [schon immer in ihrem Sound vorhandenen] Americana-, Folk- und '70-Prog/Rock-Elemente in den Vordergrund gerückt und verlassen sich vor allem auf verdammt große Melodien und eingängige Refrains. Der Song steht eindeutig im Vordergrund, der Jamcharakter vom „Red Album” findet sich hier demnach kaum bis gar nicht wieder. Und siehe da: BARONESS haben es tatsächlich geschafft kleine bis riesengroße Hits zu schreiben. „Take My Bones Away”, „March To The Sea” oder „Board Up The House” bekommt man einfach nicht mehr aus dem Kopf. Experimentell geht es in den weirden, aber tollen Tracks „Cocainium” und „Psalms Alive” zu, die wirklich innovativ und unvergleichlich geraten sind. Highlight beider Alben ist das melancholische, drückende „Eula”, mit knapp sieben Minuten Spielzeit gleichzeitig auch der längste Track des Doppelalbums. Hier packen BARONESS alles rein, was sie seit dem „Blue Record” dazugelernt haben. Ein solches Songmonster hätte die Band vor ein, zwei Jahren wahrscheinlich noch nicht mit dieser Inbrunst und Reife schreiben und darbieten können. Pure Schönheit, die letztlich alle Herzlosen überzeugen müsste, die der neuerlichen Entwicklung der Band kritisch gegenüberstehen. Dabei muss man diesen Mut einfach honorieren – als Belohnung könnte gar großflächige Akzeptanz außerhalb der Metalszene winken. Bei aller Begeisterung und Euphorie ob des neuen Stils muss man allerdings auch sagen, dass BARONESS in manchen Momenten etwas über das Ziel hinaus schießen und allzu süße Hooks präsentieren, die in Schlagersongs besser aufgehoben gewesen wären [„Sea Lungs”, „The Line Between”]. „Yellow & Green” wird und muss für Kontroversen sorgen, aber letztlich sollte jedem klar sein, dass BARONESS niemals auf der Stelle getreten sind und das auch in Zukunft nicht machen werden. So ist auch das dritte Album der Amis nur eine [verdammt starke] Momentaufnahme, die die Band durchdachter und auch cleverer präsentiert. BARONESS sind mit diesem Album - bis auf oben genannten Mängel - der Perfektion wirklich verdammt nahe. | ||||||||||||||||||
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