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Album:Euphoria … Of Flesh, Men and The Great Escape
Genre:Ambient, Avantgarde, Post/Avantgarde Black Metal
Label:Aeternitas Tenebrarum Music Foundation
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:07.09.12
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"Vertonter Pantheismus"

Wenn früh Morgens die Sonne aufgeht und von dem Lärm und dem Krach der Welt beziehungsweise der Menschen noch nichts zu hören ist, findet man oft Zeit, Muse und auch die Möglichkeit, eine Reise zu machen. Man verlässt das Haus durch die Türe, spaziert in den nahegelegenen Wald …

… und öffnet damit das Tor zu einer friedlichen und ruhigen Atmosphäre („Ghosts Of Phantalassa“), in welcher man gemütlich die Augen und Ohren öffnen kann und sich völlig dem langsamen Aufwachen des Selbst und dem Erwachen der Natur hingeben kann. Sphärisch anmutende Geräusche und der sanfte und klare Gesang des Waldes treiben einen tiefer und tiefer ins Gebüsch. Nach dem schon fast zärtlichen Aufwachen, beginnt der Wald zu leben („Humanimals“) und wie Trommeln hört man verschiedene Vögeln gegen die Bäume klopfen, während der Wald weiterhin seine zärtliche Stimme erklingen lässt. Neben den äußeren Geräuschen nimmt man auch sein inneres Selbst stärker wahr – Harmonie, Freude und Ruhe („Silhouettes“, „Crepuscular“) stellen sich ein. Diese positiven Gefühle werden allerdings hin und wieder abgelöst von Empfindungen der Beklemmung und des Schreckens („Oceania“, „Ascension“). Man erkennt die gesamte eigene Gefühlswelt und muss sich mit den verschiedenen Stimmungslagen, denen man im Leben ausgesetzt ist, auseinandersetzen. Derweil spaziert man weiter durch den Wald und genießt die inneren und äußeren Eindrücke, die auf einen niederprasseln. Es bleibt nur wenig Zeit zu reflektieren, oder an etwas anderes zu denken - Inneres und Äußeres verschmilzt zu einer Einheit. Das Subjekt löst sich auf und Natur und Mensch werden zu einem Wesen. Keine Erfahrung kann jedoch ewig dauern und so beginnt man sich auf die Heimreise zu machen und hört im Hintergrund noch, wie die Geräusche und die Musik des Waldes langsam verklingen („...Mare Nostrvm? (El Lanto de Quintay)").

BAUDA sind eine Shoegaze Metal-Band aus Chile (!) und singen auf diesem Album eigentlich über Wale (!), schaffen es dabei mithilfe von weichen Gitarren-Spielereien, wunderschönen Synthies, klarem Gesang und hin und wieder treibenden Drums allerdings ein Werk einzuspielen, welches solche Thematiken und Genre-Bezeichnungen transzendiert. Wer sich auf diese Musik einlässt, die man mit ARCTIC PLATEAU, ALCEST oder auch SIGUR RÓS vergleichen könnte, der wird eine innerliche Reise beschreiten. Ein Album, das so echt, so ehrlich und so verzaubernd ist, dass es der heutzutage plastikgewordenen Metal-Szene einen echten Spiegel vorhält. So muss Musik klingen, die aus der Seele kommt. Traumhafte Musik und nur ein paar etwas langweilige beziehungsweise zu harte Stellen halten mich davon ab, hier die Höchstwertung zu vergeben. Auf jeden Fall ein Album, welches die großen Bands wie ALCEST nicht zu fürchten hat. Wunderschön!

Trackliste:
01. Ghosts of Phantalassa
02. Humanimals
03. Silouettes
04. Oceana
05. The Great Escape
06. Acension
07. Crepuscular
08. ...Mare Nostrvm? (El Lanto de Quintay)
Spielzeit: 00:59:13

Line-Up:
Bauda - Gitarre
Juan Díaz - Bass
Nicolas Recabarren - Drums
Juan Escobar - Keyboards
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
31.08.2012 | 12:40
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