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Cover von Bell Witch -- Four Phantoms
Band: Bell Witch Homepage Bell Witch bei Facebook Metalnews nach 'Bell Witch' durchsuchenBell Witch
Album:Four Phantoms
Genre:Doom Metal, Sludge
Label:Profound Lore Records
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:01.05.15
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"Meisterhaft vertonte Tristesse"

Mit „Four Phantoms“ präsentiert das US-Sludge/Funeral-Doom-Duo BELL WITCH nach gut drei Jahren Wartezeit nun den Nachfolger des Debüts „Longing“ – und zwar erneut auf Profound Lore Recordings.

Dabei wirken die vier neuen Songs von BELL WITCH ein bisschen gestraffter, was natürlich immer relativ zu verstehen ist, denn keines der Stücke bewegt sich unterhalb der Zehn-Minuten-Grenze, während zwei Songs sogar jeweils 23 Minuten dauern und ausgiebig die schleichende, erhabene Sludge/Funeral-Doom-Riffkunst zelebrieren, dass es eine wahre Freude ist. Das Duo setzt anno 2015 nach wie vor auf eher minimalistisches Drumming, während auf Gitarren wie gehabt verzichtet, sondern alles mit dem sechssaitigen Bass [mithilfe entsprechender Verfremdungen und Effekte natürlich] erzeugt wird, was vor allem live sehr beeindruckend sein dürfte, zumal es auf Konserve gar nicht mal so sehr auffällt. Nach wie vor also keine leicht verdauliche Kost, aber das hat wohl auch niemand erwartet, denn grundsätzlich hat sich bei dem Duo aus Seattle natürlich nichts Grundlegendes geändert, wobei „Four Phantoms“ der Feinschliff – vor allem im Songwriting, bei den Arrangements und bei der Dynamik – sowie die Liebe für Details und Atmosphäre sehr deutlich anzumerken ist. So wissen vor allem der saustarke Opener „Suffocation, A Burial: I – Awoken [Breathing Teeth]“ sowie „Suffocation, A Drowning: II – Somniloquy [The Distance Of Forever]“ zu punkten, denn gerade letzteres Stück enthält wieder einmal den packenden Gastgesang von Erik Moggridge, der neben dem Klargesang und Gekeife von Dylon Desmond und dem tiefen, heiseren Grölen von Adrian Guerra exzellent Kontraste zu setzen vermag und „Four Phantoms“ hörbar bereichert. Zumal es sich bei der Scheibe um ein Konzeptalbum handelt, in dessen Verlauf sich jedes Stück inhaltlich mit einem der vier Elemente befasst, was sich auch jeweils – direkt oder indirekt – im Titel der Songs widerspiegelt. Hinzu kommen noch das überragende und sehr stimmungsvolle Artwork von Paolo Girardi, das perfekt zur düsteren, niedergeschlagenen und verzweifelten Grundstimmung von „Four Phantoms“ passt, sowie die sehr erdige, wuchtige Produktion von Billy Anderson [u.a. NEUROSIS], der sich als Glücksgriff für BELL WITCH herausstellt.

Wer im noch jungen Jahr nach einem Highlight im Sludge/Funeral-Doom-Bereich sucht, kein Problem mit überlangen [keineswegs gleichbedeutend mit „langweiligen“!] Songs hat und sich für gut 66 Minuten in eine düster-erdrückende Welt voller Verzweiflung [aber auch Anmut] mitreißen lassen möchte, der liegt bei „Four Phantoms“ jedenfalls goldrichtig! Definitiv kein Album für jeden Tag und auch eines, das viel Zeit, Ruhe und Konzentration erfordert, doch dann vermag „Four Phantoms“ seine gesamte Wirkung zu entfalten und lässt den Hörer so schnell nicht mehr wieder los. Das, was BELL WITCH hier abliefern, stellt auf jeden Fall eine deutliche Weiterentwicklung dar, sodass man gespannt sein darf, was von dem Duo in Zukunft noch so alles kommen wird. Daumen weit nach oben für „Four Phantoms“!

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Squiggofant | 6 Punkte
Hach, das Leben, es lastet einem ja so schwer auf den Schultern! So auch den Amis von BELL WITCH, die Sludge mit Funeral Doom kombinieren. Mit epischen Songs [vier Tracks, 66 Minuten Spielzeit] wird man vom Duo in tiefste Tiefen gedrückt – mächtige einzelne Drumschläge, ein ständig präsenter Bass und eine erdige Produktion – und von nahezu jeglichem Tageslicht abgeschirmt. Dabei beherrschen BELL WITCH es, in manchen Momenten doch etwas Freude zuzulassen, zum Beispiel im Klargesang oder in verschiedenen Gitarren-Melodien, nur um diesen Frohsinn in den nächsten Sekunden mit einer gewaltigen Doom-Salve zu erschlagen. Gnadenlos. Dass zwei Songs mit „Suffocation“ betitelt sind, ist kein Zufall. Ein musikalisches Ertrinken. Eine vernichtende Musik. Keine Hintergrundbeschallung. Keine Alltagsmusik. Angst einflößende Kunst, die die Seele trifft.

Trackliste:
01. Suffocation, A Burial: I – Awoken [Breathing Teeth]
02. Judgement, In Fire: I – Garden [Of Blooming Ash]
03. Suffocation, A Drowning: II – Somniloquy [The Distance Of Forever]
04. Judgement, In Air: II – Felled [In Howling Wind]
Spielzeit: 01:06:27

Line-Up:
Dyland Desmond – Vocals, Bass
Adrian Guerra – Vocals, Drums
Alexander Eitner [soulsatzero]
26.04.2015 | 11:45
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