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Album:Nadir
Genre:Black Metal, Grindcore
Label:Willowtip Records
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:03.04.12
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"Hammer von Down Under, Teil 4"

Zehntausende erdgroße Kometen stürzen gleichzeitig auf unseren Planeten ein. Die Sonne bläht sich - entgegen aller Prognosen - im Superzeitraffer zum roten Riesen auf, der die Mars-Bahn einnimmt. Solche oder ähnliche Super-GAUs dürften der inspirative Anstoß für eine bislang eher unter ferner liefen gehandelte Grindcore-Truppe gewesen sein, die nun im weit fliegenden, bitterböse brodelnden Black Metal [man denke da vor allem an die Landsleute RUINS] ihr Heil suchen, einige Gäste für diese Okkasion ins Studio eingeladen haben und nun zum alles entscheidenden Schlag ausholen - schließlich nimmt "Nadir" die Rolle des dritten Langlauf-Outputs dieses Geschwaders ein.

Irgendwo im Schnittgebiet zwischen dem von unendlicher Wut angetriebenen, schrillen Gitarrenwänden von ANAAL NATHRAKH, der tonnenschweren, in die Ferne schweifenden Dämmerungsstimmung à la NEUROSIS als auch der mechanisch kalten Präzision einer Kapelle wie THE AMENTA erzeugen diese vier Brüllwürfel ihr Hassgebräu. Wie ein überdimensionierter Vulkan ergeifert sich "Nadir" im flächendeckenden Spucken von Asche, Staub, Lava und ungefilterter, unaufhaltsamer Zerstörungskraft, aufgelockert durch einige wenige zermürbende Arpeggio-Innehaltungsphasen wie dem Titeltrack. BEYOND TERROR BEYOND GRACE sind keine Band des Graubereiches, ihr Treibstoff heißt Grenzbereich. Auf der Schwelle zum Wahnsinn oder nahe der Apathie werden die Belastungsfähigkeiten des eigenen Körpers ausgelotet und gezielt gesprengt. Nichts steht mehr im Wege von "Requiem For The Grey" oder meinem derzeitigen Favoriten "Embracing Null" - losgelassene Epen, in denen bedrohlich wummernde Drone-Riff-Kaskaden scharfe Widerhaken im Gehörgang schlagen; nicht zuletzt auch, um einen eher unkomplizierten Einstieg in diese hocheruptive Materie zu ermöglichen.

Ein positiver Umstand dieser Herangehensweise liegt in den Gitarren verwurzelt, die - wie sonst auch - die Zügel in der Hand haben und den Ton des Stückes angeben, der Schlagzeuger jedoch allergrößtes Geschick darin beweist, die eigentliche Hauptrolle in diesem Spektakel zu übernehmen. Soviel Irrwitz und farbenfroher Vernichtungswille hatten wir zuletzt bei NEFASTUS DIES, deren nächster Streich schon viel zu lange in der Schwebe hängt, um noch weiter auf eine gespannte Anhängerschaft bauen zu können. Gerade dieses albumumspannende Feuer ist es auch, das bei... ähm, mieser Laune hält. *Fäuste ball*

Kurzum: Geile Platte. Hört mal hier rein: STREAM

Trackliste:
01 - Dusk
02 - Requiem for the Grey
03 - Throatless Sirens
04 - Nadir
05 - Embracing Null
06 - The Blood Of Time
07 - Pathea
Spielzeit: 00:43:32

Line-Up:
Blake Simpson - Gesang
Scott Heldorf - Gitarren
Alex Nicholson - Bass, Gesang
Steve Smith - Schlagzeug
Michael Bambas [Micha]
08.04.2012 | 18:24
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